Zinat, One Special Day

 Frankreich/Iran 2000

Zinat, yek rouze bekhosous

Independent 
film.at poster

1999 wurden im Zuge der Dezentralisierung
unter Präsident Khatami die ersten Stadt- und Gemeinderatswahlen
im Iran seit zwanzig Jahren durchgeführt. Unter den 330.000 Kandidaten
waren 5000 Frauen. Eine von ihnen ist die Krankenschwester Zinat,
in deren Dorf auf der Insel Qeshm im Süden des Iran verheiratete
Frauen eine Maske, die boregeh, tragen. Zinat, die mit dreizehn
Jahren verheiratet wurde, führte schon bald ihren persönlichen
Kampf gegen diese und weitere allgemein akzeptierte Vorschriften,
die den Frauen die Macht über ihr eigenes Leben nehmen. Sie beschloss,
die boregeh nicht zu tragen, wurde Krankenschwester und vollzog
einen weiteren Akt des Widerstands, als sie sich für die Wahlen
nominieren ließ.
In unprätentiösem Stil folgt das Filmteam Zinat durch den
Wahltag: Da es verboten ist, an diesem Tag öffentlich zu filmen,
positioniert Ebrahim Mokhtari seine Kamera in Zinats Haus, wo der
Alltag trotz der besonderen Ereignisse weitergeht, und begleitet sie
bei ihren Patientenbesuchen. Wir sehen, wie Zinat, die von ihrer Familie
unterstützt wird, heftig mit einem alten Mann diskutiert, der
es normal findet, wenn Frauen nach der Heirat zu «gezähmten
Tieren» werden, die ihren Ehemännern dienen. Sie solle,
so meint er, ihre Kandidatur an ihren Mann abtreten. Die Stärke
der ruhigen jungen Frau, Mutter von drei Kindern, wird nicht nur in
dieser Szene, sondern im Verlauf des gesamten Films deutlich. Am Ende
des Wahltages scheint es, dass viele Bewohner des Dorfes ihr Potenzial
anerkannt haben. Zinat gewinnt die Wahl und hat nunmehr die Möglichkeit,
sich für die vielen sozialen Projekte zu engagieren, die ihr
am Herzen liegen. (Miryam van Lier)

Details

Farzin Khosroshahi,
Ebrahim Mokhtari,

Kritiken

Kinoprogramm

Es sind uns keine Vorstellungen bekannt.

Film bewerten

0

User Kritiken