A Walk into the Sea: Danny Williams and the Warhol Factory

 USA 2007
Dokumentation 75 min.
6.90
film.at poster

1965 brach Danny Williams sein Harvard-Studium ab und wurde Filmemacher in Manhattan. Bald war er fester Bestandteil der Warhol Factory, verliebte sich in Andy Warhol und lebte bei ihm. Innerhalb weniger Monate drehte Danny über 20 Experimentalfilme und entwarf «Exploding Plastic Inevitable», die berühmte Lightshow für Velvet Underground. Doch schon ein Jahr später wendete sich das Blatt: Andy trennte sich von Danny, und die Mitglieder der Factory schlossen ihn von neuen Projekten aus. Und dann verschwand Danny plötzlich spurlos - bis heute. 34 Jahre später entdeckte seine Nichte, die Regisseurin Esther B. Robinson, die faszinierenden Filme im Warhol-Nachlass des Museum of Modern Art (MOMA) in New York. Mithilfe von Tagebüchern, Fotos, Filmen und Erzählungen von Freunden und Verwandten rekonstruierte sie sein letztes, intensives Lebensjahr. Im Alter von 21 Jahren beschloss Williams, sein geruhsames Universitätsleben gegen das schnelle und glamouröse in Andy Warhols Factory einzutauschen. Er kannte sich mit Lichtmaschinen, insbesondere dem Stroboskop, aus - und mit seiner 16mm-Kamera, mit der er einige der schillernden Künstler und unqualifizierten Schönheiten porträtierte, die er an diesem geheimnisumwitterten Ort vor die Linse bekam, unter anderem Andy Warhol höchstpersönlich. Als Lichtmacher trug Williams direkt zum Funktionieren des Kollektivs der Factory bei; sein anderes, aus künstlerischer Perspektive vielleicht avancierteres Schaffen, die Filmerei, führte zu einem völlig eigenständigen, wenn auch nicht besonderes umfangreichen Werk. Williams Filme, die allesamt ausschließlich in der Kamera entstanden sind, also ohne Schnitt, Vertonung und Nachbearbeitung auskommen, sind in ihrem Kontext beispiellos. Danny Williams war sensibel und verliebt, kreativ und süchtig, unterdrückt und ängstlich - und man kann ihn nicht mehr fragen. Sein spurenloser Abgang im jugendlichen Alter könnte ihm also auch heute noch zum Status einer Legende verhelfen. (Ronald Düker)

(Text: Viennale 2007)

Details

Callie Angell, Brigid Berlin, John Cale, Danny Fields, Nat Finkelstein, Gerard Malanga, Albert Maysles, Paul Morrissey, Ron Nameth, Billy Name, Chuck Wein, David Williams, Julia Williams Robinson, Nadia Williams
Esther B. Robinson
T. Griffin
Adam Cohen
Esther B. Robinson, Shannon Kennedy

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