Dream Cuisine

 J 2003

Aji

Dokumentation 134 min.
7.30
film.at poster

Sato Hatsue, 78, und ihr Mann Koroku, 72, betreiben mitten in Tokyo ein kleines, verstecktes Restaurant, das «Jinan House». Hatsue, geboren 1925 in der chinesischen Provinz Shandong, ist eine Meisterin der echten Shandong-Küche, eine traditionelle Art der Kochkunst, die sie auch nach 1948, als sie China in Richtung Japan verließ, pflegte. 1969, als im Zuge der Kulturrevoulution auch die Shandong-Küche in Misskredit geriet, eröffneten Hatsue und Koroku ihr Shandong-Restaurant in Tokyo. 1990, als die Satos schließlich von der chinesischen Regierung offiziell zu Meistern der Shandong-Küche erklärt wurden, begannen Hatsues jährliche Ausflüge zurück in ihre alte Heimat: Einmal im Jahr reisen die beiden nach China, um vor Ort die neuen jungen Meisterköche zu unterrichten. Doch 2002 haben sich die Umstände erneut gewandelt: Hatsue entschließt sich, für immer in ihre alte Heimat Jinan zurückzukehren, doch der gebürtige Japaner Koroku ist gegen den Umzug. Auch in China haben sich die Zeiten verändert: Liu Guangwei, der Leiter des Oriental Gourmet College, in dem die Satos ihre Kurse abhalten, ist ein Verfechter der «Neuen Welle», die auch an der Kochkunst nicht vorübergeht. «Unabhängig davon, wie die Zeiten sich verändern, finde ich es unverzeihlich, Geld zu verdienen, indem man einzig und allein auf den Geschmack des Kunden Rücksicht nimmt», erklärt Koroku. Li Yings Film entwickelt den Kampf zwischen Tradition und Moderne ausschließlich und streng im Medium des Kampfs zweier Linien in der Kochkunst. Soll sich Shandong neuen Einflüssen öffnen, soll es mit der Zeit gehen oder festhalten am Erprobten? Die Sympathien des Publikums wie des Regisseurs sind klar auf Seiten der beiden unbeugsamen Alten. Li Yings Kamera klebt liebevoll an seinen beiden Protagonisten, inszeniert ein dichtes Küchen-Kammerspiel, in dem nichts zählt außer der Liebe der beiden zueinander und zu ihrem gemeinsamen Gott: der Shandonger Kochkunst. Nach über zwei kurzweiligen Stunden verlassen wir das Kino als dogmatische Verfechter der Tradition. (Christian Semler)

Details

Sato Hatsue, Sato Koroku, Liu Guangwei
Li Ying
Hotta Yasuhiro

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