Al'lèèssi ... Une Actrice africaine (Al'lèèssi ... An African Actress)

 Niger, F 2005
Dokumentation 69 min.
7.10
film.at poster

In den 1960er und 1970er Jahren war Zalika Souley einer der ganz großen Filmstars des afrikanischen Kinos und die erste Schauspielerin, die das Rollenbild einer neuen selbstbewussten Frau verkörperte. Für Zalika, so erzählt sie in dieser wunderbaren Dokumentation, bestand allerdings bald das Problem, dass man sie zu sehr mit ihren Rollen identifizierte: Sie wurde tatsächlich für eine Prostituierte oder Ehebrecherin gehalten. Heute lebt Zalika Souley mit ihren Kindern fast vergessen in einem Armenviertel von Niamey, stolz und reich an Erinnerungen und Geschichten vom Leben und vom Kino. Anfang der 1960er Jahre war Niger, abgesehen von Ägypten, wahrscheinlich das erste Land in Afrika, in dem sich eine kleine Filmindustrie entwickelte. Regisseure wie Oumarou Ganda und Moustapha Alassane drehten kontinuierlich sehr erfolgreiche Filme. In dieser Zeit trat Zalika Souley ins Rampenlicht. Von den 1960er Jahren an bis in die 1980er Jahre hinein hatte sie großen Anteil an der Entwicklung des nigrischen Films. Mit jedem Film erschien ihr Name in noch größeren Buchstaben auf den Plakaten. Doch der Ruhm wirkte sich negativ auf ihr Ansehen als Frau aus: Die Rollen, die sie in den Filmen übernahm, spielte sie derart überzeugend, dass sie allmählich in den Ruf kam, eine Prostituierte, eine Kupplerin oder gar eine Ehebrecherin zu sein. Zalika Souleys heutiges Leben hat mit dem eines Filmstars nichts mehr zu tun: Sie hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser und hat nur noch selten die Möglichkeit, als Schauspielerin zu arbeiten. Ihre Lebensgeschichte ist zugleich die Geschichte des afrikanischen Kinos, das sich nur unter größten Mühen weiterentwickelt. Von Zalikas Leben zu berichten heißt auch, sich mit der Situation der Frau in der modernen afrikanischen Gesellschaft auseinanderzusetzen.

(Text: Viennale 2004)

Details

Zalika Souley, Moustapha Alassane, Mahamane Bakabé, Moustapha Diop, Souna Boubacar
Rahmatou Keita
Tschenoggo Bambareyzee, Ibrahim H. Dicko
Philippe Radoux-Bazzini
Rahmatou Keïta

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