Alles Koscher!

 GB 2010

The Infidel

Komödie 02.12.2011 ab 12 105 min.
6.40
Alles Koscher!

In dieser famosen britischen Religion-Clash-Komödie steht ein Londoner Muslim vor seinem unfreiwilligen Coming-out als Jude. Ein spöttischer Multi-Kulti Traum!

Mahmud Nasir (OMID DJALILI) ist ein liebender Ehemann, aufopferungsvoller Vater und überzeugter, wenn auch nicht gerade strenggläubiger Moslem. Als seine Mutter stirbt, macht er jedoch eine Entdeckung, die sein komplettes Leben auf den Kopf stellt. Er findet seine Geburtsurkunde, die ihn nicht nur als Adoptivkind, sondern ausgerechnet auch als Juden ausweist... sein richtiger Name ist Solly Shimshillewitz! Um seinen vermeintlichen Vater Izzy Shimshillewitz im Altersheim besuchen zu können, muss Mahmud dem kranken Mann als Jude unter die Augen treten, und so begibt er sich äußerst widerwillig bei dem jüdischen Taxifahrer Lenny (RICHARD SCHIFF) in die religiöse und kulturelle Lehre.

Während Mahmud heimlich Jiddisch lernt und mit Lenny eine Bar Mitzwa besucht, wird seine Familie aufgrund seiner häufigen Abwesenheit langsam misstrauisch. Zudem kündigt sich Besuch an: Arshad Al-Masri (IGAL NAOR), ein fanatischer Prediger, will seine Zustimmung zur Hochzeit seiner Stieftochter mit Mahmuds Sohn Rashid (AMIT SHAH) erst geben, wenn er sich persönlich von Mahmuds Religiosität überzeugt hat. Dieser verspricht seinem verliebten Sohn hoch und heilig, sich wie ein frommer Moslem zu verhalten, doch das ist für den mitten in der Identitätskrise steckenden Mahmud leichter gesagt als getan...

Details

Omid Djalili, Richard Schiff, Archie Panjabi, James Floyd, Omid Djalili, Stuart Antony, Amit Shah
Josh Appignanesi
Erran Baron Cohen
Natasha Braier
David Baddiel
Thimfilm
ab 12

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Schiit oder Shit
    Die Integration ist ein ernstes und aktuelles Thema. Hier wird es allerdings recht amüsant und in der Sache neu dargeboten. Das liegt am Superstar Omid Djalili, der den Moslem Mahmud spielt, der feststellen muss, dass er jüdischer Abstammung ist. Er inszeniert sich in seiner Egozentrik selber und macht manche Szene (Tanzeinlagen) zum Klamauk. Daneben gibt es aber durchaus gelungene, handfeste Komik, wie die in der Adoptionsbehörde. Es werden Klischees bedient, wie die Eifersucht der viel zu jungen Ehefrau Saamiya (Archie Panjabi) und es gibt Einblicke in jüdisches Leben (eine Bar Mitzwa), ins islamische (die Burka) und mit der Hochzeit auch ins Indische. Überraschend werden die Gedanken der Figuren manchmal optisch umgesetzt. Die Fundamentalisten werden der Lächerlichkeit preisgegeben und am Ende liegen der Koran und die Bibel nebeneinander. Lessings Ringparabel lässt grüßen. Wie Mahmud den möglichen Schwiegervater und ausgemachten Fundamentalisten Al Masri öffentlich entlarvt, ist zwar etwas weit hergeholt, geht aber im allgemeinen Freudentaumel unter. Interessanterweise geht es auf den Demos nicht gegen Israel, sondern nur gegen die Zionisten.
    In der deutschen Fassung geht einiges verloren. Im Englischen liegen z.B. der ‘Schiit‘ und die ‘Scheiße‘ verbal dicht neben einander.
    Der Reiz des Films liegt in seinem hohen Unterhaltungswert, der aus echtem Verständnis für die religiöse Vielfalt herrührt und gleichzeitig eine ironische Distanz dazu wahrt.

  • überraschend - 1
    Was kommt raus wenn ein leicht fundamentalistischer Moslem nach einer Recherche darauf kommt dass er jüdischer Abstammung ist und sich dann so ändern muss dass er in eine jüdische Gesellschaft passt, obwohl er eigentlich ein Judenhasser ist, während sein moslemischer Sohn eine Tochter aus strenger moslemischer Familie heiratet. Was kommt dabei raus?

    Ein echtes Feuerwerk kann raus kommen wenn man auf leicht absurden etwas intelligenten leisen Humor steht und gut aufgelegt ist.

    Wer Filme wie „Geliebter Spinner“ mag, oder „Nichts zu verzollen“ oder gar „Almanya - Willkommen in Deutschland“, ach ja und der Film hat einige Ähnlichkeiten mit „Willkommen im Süden“. Bei diesen Filmen sind die Handlungsstränge gleich. Männer mit Vorurteilen, ich glaube bald dass Frauen gar keine haben, kommen in eine Gegend oder in eine Situation wo sie Ihre Vorurteile gegenüber anderen Rassen, Menschen, Völker, Bevölkerungsschichten über Board werfen und bekommen mit Ihrem eigenen Ego Probleme, müssen sich ändern und erleben 'ne Menge Probleme dass an die gute alte lustige Zeit erinnern lässt.

    Die Handlung an sich ist ja schon gut. Also MAHMUD NASIR ist Taxifahrer, er hat einen Sohn, er ist ein Vater der seinen Sohn sehr liebt, ihm alles gibt was er braucht, und dauernd Angst hat im Inneren dass ihm was passiert. Er ist verheiratet, er ist streng gläubig, aber nicht so streng, weil ein Bier trinken, ordinäre Witze machen und einer Frau hinterhersehen, das kann man doch Mal. Schließlich wohnt ja der Prophet und Allah eh in seinem Herzen.

    Seine Mutter stirbt irgendwann, das hat man anfangs nicht so gesehen da hätte man viel mehr Aufwand für den Film machen können, da habe ich was vermisst, Also die ist tot und er macht eine folgenschwere Entdeckung. Eine ganz arge. Und welche? Sein Name ist in Wirklichkeit - SOLLY SHIMSHILLEWITZ.

    Warum? Na Ja seine Mutter hat ihn ausgesetzt, seine Eltern sind weg, er muss alles recherchieren und ist mehr als geschockt. Nun ist guter Rat teuer. Er kann das natürlich seiner Frau nicht sagen, die wittert ja was dass mit ihm los ist, sie glaubt er hat ein Verhältnis, dann glaubt sie dass er schwul ist und sie verhält sich auch so danach.

    Ja da ist guter Rat teuer. Das was wirklich in seinem Leben noch hilft ist sein echter Vater, oder einer der sich ausgibt als einer der er ist, ja so genau ist dass gar nicht klar anfangs, denn sein Vater ist ja eigentlich tot und dieser neue, ja der lebt nämlich, der ist in einem Altersheim und heißt IZZY SHIMSHILLEWITZ und den muss er besuchen damit er weiß was damals war. Allerdings gibt es da ein Problem, er kann dort nicht so einfach hin als Moslem, er kann das nur als Jude, sonst würde sein Vater einen Herzinfarkt kriegen und sterben und er weiß wieder nicht was mit seiner Vergangenheit ist.

    Die einzige Chance ist LENNY GOLDBERG, der ein Taxifahrer ist, den er vorher hasste und den er braucht damit dieser ihn trainiert ein Jude zu werden.

    Und das arge ist ja dass der Schwiegervater von seinem Sohn, ein pakistanischer Fundamentalist ist mit Nähe zur Al Qaida, und die ist ja mehr als gefährlich. Tja was macht man da? Ganz einfach beide Rollen spielen, Mal da Mal dort und dann das Pech haben das man vergisst wo man was sein soll und nur Probleme haben.

    Wie immer? Der Film ist aus England. Wer schon bei „Tucker & Dale vs. Evil“ sich teilweise vor Lachen in die Hosen gemacht hat, wird es bei dem Film auch. Tja, England macht oft Komödien die einfach irre gut sind, deren Story nicht mit Super Stars vollgespickt ist sondern einfach irgendwelchen Stars. Meine 1. richtige neue Komödie war „Grasgeflüster“,

    Echt gut - 2
    einfach super und dann ging es ja weiter, so alle 1 - 2 Monate ein Film aber kein guter, alle 5 - 7 Monate ein halbwegs guter, und 1 x im Jahr eine echte Super lustige Komödie. Einfach super.

    Es ist herrlich als man sieht wie LENNY den armen MAHMUD trainiert, wie er sich in die Psyche eines Juden hineinversetzt soll, wie er mit denen lachen soll jüdische Witze machen soll, wie er die Lebensfreude lernen soll, wie er einfach die ganze Lebensart annehmen soll, obwohl er ja ein Judenhasser ist.

    Natürlich weiß seine Frau SAAMIYA NASIR und sein Sohn RASHID nichts vom Geheimnis seines Sohnes.

    Und dann trifft er auf UZMA, die Freundin von seinem Sohn die ist total nett, die ist so richtig tolerant, einfach ur süß, und da hat MAHMUD schon lange gebraucht als er die akzeptieren musste, doch nun die Familie. Uff, denn die gehört zu einer Familie gehört, bestehend aus Fundamentalisten, Kriegsverbrechern, Judenhassern, und Koranfreaks. Und der schlimmste ist eben ARSHAD AL MASRI, der Stiefvater von UZMA, der Liebsten von RASHID.

    Uff dass kann witzig werden oder? Iman vom Al Madina des 8. Jahrhunderts, des Freundes von Mohammed, der den Typen getroffen hat als er in der Wüste war und dessen Nachkommen war einer von den Typen dessen Schwiegervater eben da ist, ja und natürlich weiß keiner von dem Glück dass Mahmud Jude werden soll.

    Oh Mann ich habe gedacht ich brunz mich teilweise an, der IMAN singt, so richtig fundamentalistisch aber nett, Mahmud schwitzt wie ein Schwein, hat dauernd Angst abgeschlachtet zu werden, er hat ja eh ein Problem, denn er hat was veröffentlicht was gegen die Moslems geht. Das auch noch. Jedenfalls ist der Imam der Meinung das die westliche zionistische Medienpropaganda sowieso Moslemfeindlich ist.

    Echt super als MAHMUD an einer Pro-Palästina Demo teil, und er verbrennt öffentlich eine Kippa, und er ist auf einer Bar Mitzwa.

    Was mich am Film noch fasziniert ist das echt ungewöhnliche Ende. Ich glaube der Film hat viel gezeigt was in keinem anderen Film ist, die Schauspieler spielen echt witzig und gut, sind alle nett, sie sind keine Leuchten aber nett, die Nebenrollen sind gut besetzt, nur merkt man nicht viel von diesen Leuten, zu selten sind sie zu sehen, Und dann finde ich auch dass der Film eine gute Musik hat, einige lustige Klischees über Juden und Moslems und ich hoffe dass der Film keine Nachahmer findet. Denn die Engländer haben mit dem Film wieder Mal gezeigt dass man es nicht unbedingt besser machen kann.

    Traurig ist der Film teilweise wie lustig, spannend wie anspruchsvoll, leider ist keine Genre Art so richtig super vertreten was nicht heißt dass man bei dem Film nichts mit fühlt, nein überhaupt nicht aber Drama und Komödie überwiegen in diesem Film und ich kann nur sagen, der Film ist ein Kauftipp, die DVD ist schon meine, die ist schon programmiert in meinem Hirn sie zu kaufen.

    Was auch gut ist, man sieht viel von seinem Heimatort Birmingham in England, die Gegend wo er lebt ist so richtig gemischt, so ein richtiges Nationen Potpourri.

    Teilweise ist der Film spitzbübisch was ich gut finde, und auch wenn einige Darsteller etwas stereotyp rüber kommen, der Film ist dennoch ein echter Überraschungsfilm im Bereich Komödie oder Drama, je nachdem wie man das sehen möchte.

    89 von 100 auf alle Fälle.