Atanarjuat - Die Legende vom schnellen Läufer

 Kanada 2001

Atanarjuat - The Fast Runner

Drama, Independent 20.12.2002 172 min.
7.50
Atanarjuat - Die Legende vom schnellen Läufer

Ein junger Inuit versucht verzweifelt, den Kreislauf von Rache und Hass zu durchbrechen, den der Fluch eines Schamanen ausgelöst hat. Verfilmung einer alten Inuit-Legende

Ein kleines Dorf in der kanadischen Arktis zu Beginn des ersten Jahrtausends. Ein Nomadenstamm der Inuit wird durch einen unbekannten Schamanen mit einem Fluch belegt, der das harmonische Gleichgewicht der Gemeinschaft zerstört: Eifersucht, Hass, Rache und Machtgier regieren fortan das Zusammenleben der Inuit. Die beiden Brüder Amaqjuaq, der Starke, und Atanarjuat, der schnelle Läufer, erfahren zwei Jahrzehnte später am eigenen Leib, welche Macht von dem Fluch ausgeht. Als sich Atanarjuat in die hübsche Atuat verliebt, die Oki, dem Sohn des Häuptlings, versprochen ist, schwört Oki Rache. Eines Nachts überfällt er die beiden Brüder und ermordet Amaqjuaq. Atanarjuat kann dem Gemetzel entfliehen und entkommt auf wundersame Weise über das Eis des frühlingshaften Meeres. Doch wie kann er diesen ewigen Kreislauf von Rache und Hass durchbrechen?

Details

Natar Ungalaaq (Atanarjuat), Sylvia Ivalu (Atuat), Peter Henry Arnatsiaq (Oki), Lucy Tulugarjuk (Puja), Madeline Ivalu (Panikpak), Pauloosie Qulitalik (Qulitalik), Eugene Ipkarnak (Sauri), Pakak Innuksuk (Amaqjuaq)
Zacharias Kunuk
Chris Crilly
Norman Cohn
Paul Apak Angilirq
Isuma Distributing International; polyfilm

Kritiken

Kinoprogramm

Es sind uns keine Vorstellungen bekannt.

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User Kritiken

  • Nibelungen in der Arktis
    Nun, ich würde den film ein wenig diferenzierter sehen als die vielen hymnischen kritiken.
    es ist sicher ein ungewöhnlich und auch kein schlechter film.
    die bilder sind ungewöhnlich weil sie die arktis zeigen aber nicht weil die kameraführung so gut wäre. die kammeraeinstellungen sind nun nicht gerade aussergewöhnlich und es stört manchmal ein wenig dass auf video und nicht auf film gedreht wurde. die geschichte, dass das zelluloid eingefroren wäre glaub ich sowieso nicht! das ging schon vor 20 jahren bei dem japanischen film "antarctica" wos wahrscheinlich auch nicht wärmer war!

    die geschichte des mythos ist gut und hat auch nach tausend jahren ihren reiz nicht verloren. man fühlt sich ein bischen an die germanischen Niebelungem erinnert, auch weil es um die selben zeitlosen themen wie liebe, neid und rache geht.

    trotz der sehr sparsamen dialoge wird der film nie schwerfällig. allerdings stört es bisweilen sehr dass die deutschen untertitel keinerlei rücksicht darauf nehemn dass die geschichte vor 1000 jahren spielt - da sind dann wörter wie "arschloch" einfach störend!
    die schauspieler spielen dementsprechend zurückhaltend und sparsam was auch nicht stört. leider merkt man aber bei einigen kleineren rollen, dass es sich um leiendarsteller handelt!

    der film lebt zum großteil von der einfach zeitlosen story die ohne je ins kitschige oder schwülstige abzurutschen große spannung aufbaut und mit sparsamsten mitteln sehr mitreissend ist!

    die 3 stunden im kino (die nicht eine minute zu lang sind) macht die auf merkwürdige weise packende und gleichzeitig so sparsam erzähte geschichte reizvoll, aber nicht die formalen umsetzung wie kamera ,schauspielerische leistungen oder regie

    sicher aber ein sehenswerter film der sicher bald zum "klassiker" werden wird

    Re: Re: Nibelungen in der Arktis
    1.Video bietet nicht so viel tiefenschärfe! das stört aber nicht so sehr. und könnte auch an einem schlecht eingestellten projektor im kino liegen.
    2.Man merkt es deutlich bei sonnenreflexionen auf dem eis. da hat video (digital) einfach keine so gute auflösung wie film
    3.das muß nicht am video liegen. bei einigen weitwinkel-einstellungen ist die sonnenblende des objektives an den ecken zu sehen - das wäre nicht notwendig!
    aber sein wir mal nicht zu pingelig

    Re: Re: Re: Nibelungen in der Arktis
    Ich weiß nicht, wie alt das Wort "Arschloch" ist, aber was soll daran so störend sein? Wesentlich ist der SINN des Wortes, also die unflätige Beleidigung. Wäre "Hundsfott" besser gewesen?

  • Nibelungen in der Arktis
    Nun, ich würde den film ein wenig diferenzierter sehen als die vielen hymnischen kritiken.
    es ist sicher ein ungewöhnlich und auch kein schlechter film.
    die bilder sind ungewöhnlich weil sie die arktis zeigen aber nicht weil die kameraführung so gut wäre. die kammeraeinstellungen sind nun nicht gerade aussergewöhnlich und es stört manchmal ein wenig dass auf video und nicht auf film gedreht wurde. die geschichte, dass das zelluloid eingefroren wäre glaub ich sowieso nicht! das ging schon vor 20 jahren bei dem japanischen film "antarctica" wos wahrscheinlich auch nicht wärmer war!

    die geschichte des mythos ist gut und hat auch nach tausend jahren ihren reiz nicht verloren. man fühlt sich ein bischen an die germanischen Niebelungem erinnert, auch weil es um die selben zeitlosen themen wie liebe, neid und rache geht.

    trotz der sehr sparsamen dialoge wird der film nie schwerfällig. allerdings stört es bisweilen sehr dass die deutschen untertitel keinerlei rücksicht darauf nehemn dass die geschichte vor 1000 jahren spielt - da sind dann wörter wie "arschloch" einfach störend!
    die schauspieler spielen dementsprechend zurückhaltend und sparsam was auch nicht stört. leider merkt man aber bei einigen kleineren rollen, dass es sich um leiendarsteller handelt!

    der film lebt zum großteil von der einfach zeitlosen story die ohne je ins kitschige oder schwülstige abzurutschen große spannung aufbaut und mit sparsamsten mitteln sehr mitreissend ist!

    die 3 stunden im kino (die nicht eine minute zu lang sind) macht die auf merkwürdige weise packende und gleichzeitig so sparsam erzähte geschichte reizvoll, aber nicht die formalen umsetzung wie kamera ,schauspielerische leistungen oder regie

    sicher aber ein sehenswerter film der sicher bald zum "klassiker" werden wird

  • Ein Meisterwerk!
    Jetzt zu einem spektakulären Filmereignis, das einfach aus der Reihe fällt, weil es etwas Eigenes und ganz, ganz Besonderes ist. Ich meine ein Werk aus Kanada mit dem herrlich klingenden Namen ATANARJUAT(THE FAST RUNNER). Wow ... also das war ein Film, da fehlen einem die Worte. Echt. Der Film spielt in der kanadischen Arktis und berichtet von einer Inuit-Legende mit universeller Message, die sich in ihrer Klarheit und Zeitlosigkeit in der strahlenden Eiswelt auf einzigartige Weise entfaltet. Regisseur Zacharias Kunuk hat für sein Epos das interessanteste und beste Schauspieleressemble um sich gescharrt, das ich bei der Viennale bewundern konnte. Man erlebt nur ganz selten ein so natürliches und so gesund zurückhaltendes Zusammenspiel wie zwischen diesen unbekannten Darstellern (allen voran natürlich Natar Ungalaaq als Atanarjuat). Regisseur Kunuks Film erzählt von Bruderliebe, Eifersucht, Rivalität, Mord und von der Schönheit, Kraft und Natürlichkeit des nackten Körpers und lehrt nebenbei einiges über das Wunder des (Über-) Lebens in der Arktis vor etwa 1000 Jahren. Und genauso nackt wie Atanarjuat um sein Leben durchs Eis läuft, gehetzt von den Mördern seines Bruders, ist ATANARJUAT selbst auch ein nackter Film und deckt die elementarsten Wahrheiten des ´Menschseins´ auf. Kameramann Norman Cohn zeigt uns mit seinen brillianten Bildern einiges von der klirrenden Kälte der arktischen Welt, aber man muss schon schneeblind sein, um nicht zu erkennen, dass ATANARJUAT einer der heissesten Filme der letzten Jahre ist.´The Killing stops right here´ (laut Untertitel) schreit Atanarjuat im Adrenalinrausch die Mörder seines Bruders an und macht damit etwas Unglaubliches. Er verzichtet auf die ultimative Rache. Es ist der Satz des Jahres ... ausgesprochen im imponierendsten Filmereignis des Jahres.