"Babylon Berlin": Millionengrab oder Serienhit?

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Berlin in den 20ern. Eine Metropole in Aufruhr. Ökonomie und Kultur, Politik und Unterwelt – alles befindet sich in radikalem Wandel. Wachsende Armut und Arbeitslosigkeit stehen in starkem Kontrast zu Exzess und Luxus des Nachtlebens und der nach wie vor überbordenden kreativen Energie der Stadt.

Gereon Rath (Volker Bruch), junger Kommissar aus Köln, wird nach Berlin versetzt, um den Kriminalfall eines von der Mafia geführten Pornorings zu lösen. Was auf den ersten Blick eine simple Erpressung zu sein scheint, entpuppt sich bald als Skandal, der Gereons Leben und das seiner engsten Vertrauten für immer verändern wird.

Zusammen mit der Stenotypistin Charlotte Ritter (Liv Lisa Fries) und seinem Partner Bruno Wolter sieht sich Rath einem Dschungel aus Korruption, Drogen- und Waffenhandel gegenüber, der ihn in einen existentiellen Konflikt zwischen Loyalität und Wahrheitsfindung zwingt. Selbst eine Institution wie die “Rote Burg”, das Polizeipräsidium von Berlin und Zentrum des Rechtsstaates und der Demokratie, wird in den politischen Unruhen zwischen kommunistischer Maidemonstration und aufkommendem Nationalsozialismus immer mehr zum Schmelztiegel einer dem Untergang geweihten Demokratie.

40 Millionen Euro Budget

„Babylon Berlin“ basiert auf den Romanvorlagen von Volker Kutscher. Die Verfilmungsrechte konnten sich trotz großer Konkurrenz die "X-Filme" mit Stefan Arndt ("Das weiße Band", "Cloud Atlas") und Uwe Schott als Produzenten sichern. Das Projekt steckte Jahre lang in der Drehbuch- und Projektentwicklung fest und 2015 nahm man an, dass es wohl nie darüber hinaus kommen würde. Schließlich einigten sich ARD, SKY und Beta Film bei der Finanzierung von 40 Millionen Euro und setzten nicht nur in finanzieller Hinsicht einen Meilenstein, sondern besiegelten damit auch die erste Kooperation zwischen einem öffentlich rechtlichen und einem privaten Sender. Wie viel die jeweiligen Parteien beisteuern ist nicht bekannt, aber die Erstausstrahlungsrechte liegen bei Sky.

Internationaler Erfolg?

Es wurden zwei Staffeln zu je acht 45-minütigen Folgen abgedreht, trotz der 16 Folgen liegt das Budget pro Folge dennoch bei 2,5 Millionen Euro. Bei einem Budget dieser Größenordnung muss die Serie in mehrere Länder verkauft werden, um finanziell rentabel zu sein. Sowohl Tom Tykwer als auch „X-Filme“ gehen mit diesem Projekt ein großes Risiko ein, sollte „Babylon Berlin“ floppen wäre es das größte Millionengrab in der deutschsprachigen Fernsehgeschichte, wenn sie mit der Mega-Produktion jedoch Erfolg haben, könnten sie die TV-Landschaft Europas komplett umkrempeln und den Weg für internationale Serien-Kooperationen öffnen, die dann mit gleichen Budgets wie in Amerika produzieren könnten.

Özgür Anil

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