Bonjour tristesse: L'architecture métropolintaine

 
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Die Pariser Vorstadt, die 'Banlieu' ist zum Synonym geworden für Armut, Elend und Gewalt. Die französische Avantgarde hat die soziale Not schon früh dokumentiert. Ein Abend der Reihe 'Paris im Film'.

Bonjour tristesse: L'architecture métropoliteine (81 min.)
Die Randzonen von Paris mit ihren berühmt-berüchtigten Arbeitervierteln sind ein soziales Randgebiet der Gesellschaft. Unter dem Einfluss der sowjetischen Avantgarde entstanden die ersten 'Sozialdokumente' gerade zum Zeitpunkt der langsam zu Ende gehenden französischen Filmavantgarde.

La Zône (1928)
Frankreich. 25 min. SW. 35 mm. (stumm).
Regie: Georges Lacombe
Die inzwischen klassische 'Sozialdokumentation' über das ärmliche Lumpenproletariat war ein finanzielles und künstlerisches Wagnis. Denn weder waren die Armen der Vorstädte bislang im Film erwähnt worden, noch fanden sich Geldgeber für das ehrgeizige Projekt, so dass der Film ausschließlich mit privatem Geld des Regisseurs realisiert wurde.

Aubervilliers (1945)
Frankreich. 24 min. SW. 35 mm. (OFmenglUT).
Regie: Eli Lotar
Aubervilliers ist ein nördlicher Industrieort am Canal St. Denis, wo früher die alten Mühlen von Pantin, der Kohlenhafen und die Chemiefabrik Saint-Gobain standen. Als Assistent von Luis Buñuel bei Las Hurdes hatte der Marxist Lotar genügend Erfahrungen im Umgang mit sozialkritischen Stoffen gesammelt. Er malte mit seinem Erstlingsfilm eine düstere Vision der Vorstadt Aubervilliers, wo nach dem Zweiten Weltkrieg eine verheerende Wohnungsnot herrschte. Trotz der üppigen Sozialromantik hat kaum ein Film so viel zur Sensibilisierung und Verbesserung des sozialen Problembewusstseins im Städtebau beigetragen als diese Semi-Dokumentation.

L'amour existe (1961)
Frankreich. 18 min. SW. 35 mm. (OF)
Regie: Maurice Pialat
Eine der schwärzesten Dokumentationen über das trostlose Leben in der Banlieue, realisiert von Maurice Pialat. In diesem Kurzfilm, der an Filme von Marcel Carné und Jean Renoir erinnert, erzählt er eine triste Vorstadtgeschichte. Doch Pialat setzt nicht auf detaillierte Milieuschilderungen sondern auf starke Stimmungen und Bilder.

La cité des hommes (1966)
Frankreich. 14 min. SW. 35 mm. (OF)
Regie: Frédéric Rossif, Albert Knobler
Ein weiterer, wenn auch jüngerer Klassiker des Genres der Sozialdokumentation über das Schattenleben in den modernen Wohnghettos der Banlieue bildet den Abschluss dieses Filmblocks. Der damals von offizieller Seite sehr kontrovers aufgenommene Film wurde aber inzwischen vom Auftraggeber dieser Dokumentation wieder freigegeben.

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