Bordertown

 USA/GB 2006
Thriller 31.05.2007 115 min.
6.10
Bordertown

Eine ehrgeizige Journalisten untersucht in Mexiko den Tod etlicher bestialisch ermordeter Fabriksarbeiterinnen und befindet sich bald selbst in Lebensgefahr.

Lauren Adrien (Jennifer Lopez) ist eine ehrgeizige Journalisten beim Chicago Sentinel. Als erneut eine Arbeiterin in Juarez, Mexiko, an der Grenze zu USA vergewaltigt wird, schickt Laurens Chefredakteur sie in die Grenzregion. Sie soll den Fall - etliche Fabrikarbeiterinnen wurden vergewaltigt und ermordet - recherchieren. Lauren ist sicher: Mit der Aufklärung dieses Falles wird sie ihre Karriere weiter nach vorne bringen. So willigt sie ein - trotz anfänglicher Bedenken.

Juarez, Mexiko: Der 16 jährigen Eva ist die Flucht nach der Vergewaltigung gelungen. Sie kann die Täter auch beschreiben. Doch keiner schenkt ihr Glauben. So sucht sie Schutz bei Diaz (Antonio Banderas), Laurens Exfreund und Redakteur der Lokalzeitung. Als Lauren davon erfährt, beschließt sie, Eva zu helfen. Sie fängt in der Fabrik als Hilfskraft an. Sie will die Täter als Lockvogel in eine Falle locken. Und der Polizei übergeben. Doch der Plan geht schief und plötzlich befindet sich Lauren selbst in Lebensgefahr.

Schlimmer noch: Als Lauren die Story veröffentlichen will, muss sie erfahren, dass die Geschichte zu heiß ist und unter Verschluss bleiben muss. Denn die Zusammenarbeit zwischen Mexiko und den USA könnte dadurch zerrüttet werden.

Details

Jennifer Lopez, Antonio Banderas u.a.
Gregory Nava
Graeme Revell
Reynaldo Villalobos
Gregory Nava
Einhorn Film

Kritiken

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User Kritiken

  • Chance vertan
    Das Drama, auf dem der Film basiert ist ernst und real. Ort der Handlung ist die mexikanisch-amerikanische Grenzregion. Doch wenn wir dann die gut gestylte Jennifer Lopez permanent durchs Bild hasten sehen, ungeachtet der slumartigen Umgebung, kann man nur verdutzt die Stirn runzeln. Als Schauspielerin ist sie hier glatt fehlbesetzt. Sie versinkt mit ihrer Minimalmimik (Gesichtslähmung) in der Hektik der Aktionen und hält lediglich ihr hübsches Gesicht im Blickwinkel der Kamera Auch das Zusammentreffen mit Antonio Banderas wirkt aufgesetzt und unrealistisch. Jeder weiß von vorne herein, dass sie zusammenarbeiten werden. Die Spannung verabschiedet sich dann vollends, wenn auf die Tränendrüse gedrückt wird. Aber das verpufft ohne Wirkung. Da wäre ein echtes Sozialdrama dringewesen. Doch hier gibt’s Action um der Action willen. Das ist an sich durchaus akzeptabel, aber nicht wenn es um Vergewaltigung und Mord um Diskriminierung und Korruption geht. Das war wir hier sehen ist überflüssig wie ein Kropf, es sei denn, man will lediglich Banderas oder/und Lopez bewundern.

  • gutes Thema - Teil 1
    Nach dem Film dachte ich, he was für Schweine Männer sind, na ja meine Holde hat mich da schon bestätigt, so zurück zum Thema, weg von den Schweinen. In dem 95 Minuten Film muss man angesichts der schrecklichen Zustände wirklich mitleiden. Leider wird der Anspruch von der Schlechten Schauspielerischen Leistung eigentlich fast aller Beteiligten in den Hintergrund gedrängt, vor allem um Liebauge Jennifer Lopez, der man die engagierte Journalistin gar nicht ansieht.

    Ich frage mich eigentlich wie blöd die mexikanische Regierung sein muss dass sie sich eigentlich um das ganze Thema nicht kümmert und obwohl in der heutigen Zeit Organisationen wie Amnesty International auf das ganze hinweisen und es unzählige Berichte gibt, nichts gemacht wird.

    Was ist wahr an den Frauenmorden von Ciudad?:

    Ciudad Juárez liegt an der mexikanischen Grenze zu den USA, zwischen dem Grenzfluss Río Bravo und der Wüste, und ist mittlerweile die am dichtesten besiedelte Stadt im Bundesstaat Chihuahua. Sie erlebt seit einigen Jahren einen rasanten wirtschaftlichen Aufschwung, zu dem die Maquilas bzw. Maquiladoras (Fließbandfabriken für Exportgüter, die von multinationalen Firmen gegründet wurden) wesentlich beigetragen haben, die hier - vor allem seit dem Inkrafttreten des Freihandelsvertrags NAFTA - vorteilhafte Bedingungen vorfanden. Gleichzeitig haben sich das organisierte Verbrechen, vor allem der Drogenhandel, und die Gewalt explosionsartig ausgebreitet.

    Das sind mal wichtige Infos über den Film, die Stadt, aber nun folgen einige Informationen über die ganze Sache, um die es im Film geht.

    Viele Leute wissen von dem ganzen Thema gar nichts, aber Laut der internationalen Menschenrechtsorganisation Amnesty International sind von 1990 wo alles anfing, bis zum Februar 2005, mehr als 370 Leichen gefunden worden. Über weitere 400 Frauen werden noch vermisst. Intern sollen sogar 600 vermisst werden. Als die Frauen gefunden wurden, waren sie zwischen 13 und 25 Jahre alt. Viele der Opfer arbeiteten in den Maquilas, Fabriken internationaler Konzerne, die in Grenznähe errichtet wurden. Die Amerikaner nehmen ja die Mexikaner nicht auf, aber dafür umso mehr die Dinge die sie produzieren in den Firmen, wo Frauen schon im Kindesalter arbeiten, und ausgebeutet werden. Keine Gewerkschaften, schlimme Zustände, viele Stunden in der Firma, wenig Geld, und keiner schert sich um sie. Bei 137 Opfern die man gefunden hatte, wurde sexueller Missbrauch festgestellt. 75 Leichen konnten nicht identifiziert werden, da sie zu stark entstellt waren. Der mexikanische Menschenrechtsbeauftragte Jose Luis Soberanes sprach im November 2005 von bisher 28 ermordeten Frauen im laufenden Jahr. Wenn man sich vorstellt dass diese ganzen Dinge vor unseren Augen passieren und keiner was macht, muss man doch wirklich durchdrehen.

    Und da finde ich es sehr engagiert so einen Film zu drehen. Angeblich sind in Mexiko die ermittelnden Behörden selbst irgendwie dabei, fast alle sind korrupt und was rauszufinden da unten ist sehr schwierig, da man mit offizieller Seite nicht weiterkommt. Selbst im Jahr 2005 ist es so, dass die Polizei in Juarez die Frauenmorde abstreitet, 60 % seien angeblich Familienstreitigkeiten.

    Wenn ich z.B. lese, dass im Februar 2002 der Anwalt Mario Escobedo Anaya erschossen wurde, der den Angeklagten Gustavo González Meza verteidigte, angeblich einer der mit den Frauenmorden in Verbindung ist, und zwar von Polizeibeamten, ach ja die Beamten behaupteten in Notwehr gehandelt zu haben, dann wird mir einfach nur schlecht. Obwohl es Zeugen gibt dass es nicht so ist, wurde der ganze Sachverhalt eingestellt.

    Im Film kommt z.B. ein Busfahrer vor, dass wurde aus der Geschichte glaube ich entlehnt. 2005 wurde der Busfahrer Víctor Javier García Uribe im Revisionsverfahren freigesprochen, zuvor war er wegen eines erzwungenen Geständnisses für den Mord an 8 Frauen zu 50 Jahren Haft verurteilt worden.

    echt schlimm - Teil 3
    - Die Aktivitäten der ¿Sonder-Kommission gegen Gewalt an Frauen¿ müssen von den Behörden voll und ganz unterstützt werden;
    - BehördenvertreterInnen, die bei früheren Ermittlungen fehlerhaft und nachlässig vorgegangen sind, müssen zur Verantwortung gezogen werden;
    Alle Fälle, in denen von mutmaßlichen Frauenmördern, die zu hohen Haftstrafen verurteilt wurden, schwere Foltervorwürfe erhoben wurden, müssen von einer unabhängigen juristischen Instanz überprüft werden.


    Meine Meinung über den Film:

    Ich will gar nicht viel erzählen, die Story ist schlimm genug. Jennifer Lopez spielt nicht gut, sie sieht ständig gut gekämmt aus, nicht viel kann ich sagen über sie, sie ist eben in dem Film keine Leuchte und ich hätte mir eine andere gewünscht. Wer mir nicht glaubt dass der Film nicht so gut ist, es gab ja heuer, also 2007, eine Berlinale, da wurde der Film vom Regisseur Gregory Nava welturaufgeführt. Und jetzt kommt es, es war übrigens der einzige Film, der Wettbewerb war heuer eher nicht so gut, eher mau, der bei der Pressevorstellung ausgebuht und sogar ausgelacht wurde. Im Variety steht, das ist ne US Zeitschrift, dass der Film noch keinen Verleih in den USA hat, und darum lief der Film in Europa zuerst, und war hier kurz im Kino, und ich habe ihn gesehen.

    Wir beide haben sich gedacht, he gutes Thema, aber weit verfehlt, wieso hier gelacht wurde, ich weiß es nicht, der Film setzt Assoziationen wie z.b. ¿ grausliche Leichen, Jennifer Lopez fällt in ein Massengrab, oder am Anfang, he da ist was mit Voodoo, weil sich eben die eine Frau, EVA heißt sie im Film, vergewaltigt wurde und aus dem Grab befreit, leicht ist sie mit Erde überdeckt. Sicher ist die Story erfunden, aber nicht so gut umgesetzt. Nur eine kann sich aus dem Grab befreien und dass ist Uma Thurman aus ¿Kill Bill 2¿.

    Martin Sheen als Chefredakteur in Amerika von der Chicago Sowieso Zeitung, ja der ist nett, fett und aufgedunsen, und ja ich habe bei dem Film absichtlich keine Handlung geschrieben, man kann sich sowieso ein Bild vom Film machen, aber EVA überlebt, Jennifer Lopez will den Fall untersuchen, sie ist ja Gewinnerin, Martin Sheen ist später böse, Antonio Banderas spielt ALFONSO DIAZ, einen befreundeten Zeitungsverleger, THERESA CASILLAS wird von Sonia Braga gespielt, die hat so ne Selbsthilfegruppe da unten, und ja, der Film ist kurzlebig, leicht klischeehaft, ist nicht so anspruchsvoll wie gewünscht, aber irgendwie doch gut. Also vergebe ich

    70 von 100

    Grausam - Teil 2
    Z.b. wurde bereits 1994 der Chemiker Abdul Latif Sharif verhaftet, er floh dann in die USA, er ist Ägypter und wollte nicht abgeschoben werden, der dann in den USA selber einige Frauen vergewaltigt hatte. Angeblich hat er dann einige Morde aus dem Gefängnis geleitet, was aber bis heute nicht bewiesen ist.

    Am 30.5.2005 hat sich der Mexikanische Präsident öffentlich beschwert, dass man die Sache dauernd aufwärmt, alle Beteiligten hinter Gitter seien. Dann wieder erfahre ich, dass die Mütter, Familien und Freunde der Opfer eine Selbsthilfegruppe geschaffen haben NHRC (Nuestras Hijas de Regreso a Casa - Unsere Töchter sollen nach Hause zurückkehren. Sie ist dazu da, um die Öffentlichkeit aufmerksam zu machen auf die Situation in Juárez, sie will Druck auf die Regierung ausüben damit das öffentliche Schweigen gebrochen wird, das die Straflosigkeit der Täter erst ermöglicht. Sie verlangen, dass die Morde, die seit teilweise zwölf Jahren ungeklärt sind, endlich ordentlich untersucht und aufgeklärt werden. In Juárez werden sie wegen ihrer Arbeit bedroht und angefeindet.

    Da wird mir wiederum schlecht wenn ich so was höre.

    Wieso wird nichts getan? ¿ Ich weiß es nicht, und das obwohl María López Urbina im Jänner 2004, als ¿Sonderermittlerin der Bundesstaatsanwaltschaft¿ tätig ist, sie soll die Frauenmorde untersuchen. 150 Mord-Akten und sie ist der Meinung dass in mehr als 100 Fällen begründeter Verdacht besteht. Dass die Ermittlungen fehlerhaft und nachlässig durchgeführt worden waren. Und wenn Amnesty International das sagt, glaube ich es.

    Also Ihr Regierungen nehmt euch zusammen und stoppt den Wahn. Viele Frauen werden heute noch vergewaltigt, Sex sells, viele wegen den Organen, meistens unfreiwillig, sicher gibt es noch immer so was in Indien, Ruanda und sonstigen schlimmen Ländern, wo es beschissen zu geht, aber wenn man weiß wo es so schlimm zugeht, sollte man sofort was ändern.

    Sollte wer sich dafür interessieren dass was gemacht ist man kann die Leute dort anschreiben:

    Lic. Vicente Fox Quesada
    Presidente de los Estados Unidos Mexicanos
    Residencia Oficial de "Los Pinos"
    Col. San Miguel Chapultepec
    México D.F., C.P. 11850
    MÉXICO
    Fax: + 52 5 2 77 23 76
    E-mail: foxcontigo@presidencia.gob.mx

    Hier kann man an die Pressestelle des Mexikanischen Präsidenten ein Bittgesuch schreiben.

    Meiner Meinung nach ist es wichtig, also wer des Spanischen nicht mächtig ist, der hat auch hier eine deutsche Übersetzung also ich finde das gehört hier her.

    Señor Presidente,
    Siento mucha satisfacción por la intervención de las autoridades federales para hacer frente a la violencia contra las mujeres en Ciudad Juárez. Sin embargo, hasta la fecha siguen los asesinatos de mujeres. Por lo tanto le ruego:
    - garantice una investigación rápida y eficiente de todos los casos de desapariciones y asesinatos de mujeres y que se lleve a los culpables ante la justicia; - asegure de que la Oficina de la Comisionada Especial recibe todo el apoyo necesario para participar eficazmente en la respuesta judicial; - asegure de que los casos de incompetencia o negligencia judicial son investigados y castigados; - que en los casos de presuntos delincuentes detenidos en relación con el secuestro y asesinato de mujeres que denunciaron haber sido objeto de torturas para obligarlos a confesar, se garantice una revisión judicial completa e independiente. Agraciendo su amable atención, me despido atentamente.
    -
    Lo saludo muy atentamente,

    Übersetzung des Musterbriefes/ Mexiko:


    Sehr geehrter Herr Präsident!

    Es ist äußerst zu begrüßen, dass die mexikanischen Behörden endlich konkrete Schritte unternommen haben, um die Gewalt gegen Frauen in Ciudad Juarez zu bekämpfen. Die Frauenmorde gehen jedoch weiter. Ich appelliere daher an Sie:
    - Alle Fälle, in denen Frauen verschwunden sind oder ermordet wurden, müssen so schnell und effizient wie möglich untersucht und die Schuldigen bestraft werden;

  • Viel besser als die Kritik!!
    Die Themen unbarmherzige Frauenarbeit in der Freihandelszone, die dort geschehenden Frauenmorde, sowie die Situation der Menschen allgemein werden einem direkt fast schon dokumentarische nahe gebracht. Das die Hauptdarsteller keine Waffen haben schafft mehr Realismus. Sicher ist die Wirklichkeit noch blutiger und erschreckender, aber hier handelt es sich um existente Menschen und daran sollte man sich nicht noch aufgeilen.

  • Wirklich gut
    Einer jener Filme, deren Ruf wohl schlechter ist als der Film selbst. Ich jedenfalls fand ihn wirklich gut. Der Film ist zwar depremierend und zieht einen für den Rest des Abends runter, aber er ist trotzdem oder gerade deswegen sehenswert.

    Gezeigt wird das soziale und gesellschaftliche Elend der (arbeitenden) Frauen Mexikos die in "globalisierten" Arbeitsfabriken ausgebeutet und ab und zu nach Arbeitsschluss missbraucht und umgebracht werden - und keiner macht ein großes Aufheben darum. Die Wirtschaft ist ja schließlich wichtiger als das Schicksal einzelner Menschen... Der Film zeigt genau diesen Punkt. Der Einzelne ist nichts mehr Wert.

    Vielleicht trägt der Film ab und zu ein wenig zu dick auf mit Schmalz und Klischee, aber im Großen und Ganzen glaube ich, dass es in der Realität nicht viel anders zugeht. Und das macht betroffen.

    Der Film arbeitet einerseits das Martyrium einer Verfolgten auf - im Zuge eines "Paranoia"-Thrillers, andererseits wird die Gesellschaft und Wirtschaft Mexikos ein wenig näher betrachtet (etwas angelehnt an eine Doku).

    Alles in allem ein toller Film, mit tollen Darstellern, spannender und bedrückender Handlung, und einer klaren, sozialkritischen Aussage. Sehenswert.

    (Meine Wertung: 8 von 10 Punkte)

    Re:Wirklich gut
    ich weiß nicht, ob du dich mit der thematik auseinander gesetzt hast?! dein satz "...ab und zu nach arbeitsschluss missbraucht und umgebracht.." hat mir die haare aufgestellt!
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    zum film: fand ihn auch gut - war positiv überrascht :)
    gut, dass die wirtschaftliche situation angeprangert wird, die viele folge-probleme für die dort lebenden menschen bringt. auch gut, dass angesprochen wird, dass die (örtlichen) behörden bescheid wissen oder sogar beteiligt sind an den brutalen verbrechen an den ohnehin schon (finanziell) ausgebeuteten frauen.
    weniger gefallen hat der völlig absurd-sinnlose quickie (im wahrsten sinne des wortes) von j-lo mit dem typen - damit es eine kuss-szene gibt *äähh*
    und dass er eben ein paar mal schmalz-trieft.