Boys Don't Cry

 USA 1999
Drama, Biografie 04.02.2000 118 min.
7.60
film.at poster

Hillary Swank brilliert in ihrer Oscar-Rolle: Eine junge Frau, die glaubt, im falschen Körper zu stecken, gibt sich als Mann aus und zieht in ein kleines Städtchen.

Teena Brandon (Hilary Swank) hat das Gefühl, im falschen Körper zu stecken. Sie schneidet sich ihre Haare ab und beschließt, von nun an ein Mann zu sein. Unter dem Namen Brandon Teena zieht er ins kleine Städtchen Falls City.

Dort kannn Brandon endlich das tun, was ihm als Teena immer verwehrt geblieben ist. Er hängt mit seinen Kumpels herum, schlägt sich die Nacht um die Ohren und geht mit Mädchen aus.

Brandon verliebt sich in Lana (Chloë Sevigny), die, gelangweilt vom Kleinstadtleben, ihrerseits vom attraktiven, und offenherzigen Brandon angetan ist. Brandon lebt sein Leben ohne Rücksicht auf die Zukunft, seinen Lebensunterhalt bestreitet er durch Ladendiebstähle und Scheckbetrügereien.

Doch seine Vergangenheit holt ihn bald ein. Und als Lanas machohafter Ex-Freund John (Peter Sarsgaard) sein Geheimnis entdeckt, kommt es zur Katastrophe.

Details

Hilary Swank, Chloë Sevigny, Peter Sarsgaard, Brendan Sexton III, Alicia Goranson, u.a.
Kimberly Peirce
Nathan Larson
Jim Denault
Kimberly Peirce, Andy Bienen

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • verstörend
    Auszug, ohne den Inhalt zu verraten:

    (...) ich habe eine solche inszenierung einer derartigen gewalttat noch niemals zuvor gesehen, es gibt viele filme mit schlimmen vergewaltigungsszen, aber noch nie mußte ich mir die augen zuhalten, weil die bilder und das hilflose schreien des opfers gleichzeitig nicht zu ertragen war, noch nie habe ich im kino solch bittere tränen geweint, soch nie war ich körperlich von einer filmszene so geschockt. es prasselt auf einen ein, man ist dem ausgeleifert, der kinosessel zeigt erbarmungslos nach vorn gegen die leinwand. ausweichen unmöglich.
    (...)
    ich schämte mich unmittelbar danach,ein mensch zu sein, ein exemplar von einer derartig verabscheuungswürdigen spezies, die zu solchem handeln fähig ist. die alte frage taucht wieder auf: ist der mensch von natur aus böse und wird nur von der gesellschaft sowie von seinem eigenen geiste gezähmt. oder werden nur wenige aufgrund von extrem negativen einflüssen während kindheit und leben zu bestien. denn diese beiden waren nicht geisteskrank, diese rechtfertigung wäre zu einfach.
    aber trotz dieser unsicherheit wurde ich wieder einmal in meiner annahme bestätigt: die höchste kraft in unserem leben ist die liebe, sie scheut keine gefahren oder nachteile, sie verbindet untrennbar über hindernisse hinweg, auch wenn sie hier letztendlich einer anderen, eigentlich der zweiten, menschenbestimmenden gefühlskraft unterlege ist, der angst. alle anderen emotionen lassen sich auf diese beiden urgefühle zurückführen.
    diese doppelschichtigkeit, die in jedem von uns angelegt ist macht uns menschen offenbar aus, wir müssen damit zurecht kommen, und zu allererst unser verhalten jeden tag aufs neue mit unserem vestand prüfen, ob es noch den anforderungen entspricht, die wir uns eimal gestellt haben. das macht uns menschen aus - freies handeln, aber gewissensgesteuert.

    geschrieben am 03.07.2000

    Re:verstörend
    Selbstverständlich ist der Mensch nicht von Natur aus böse. Allein dieser Gedanke - eine reine Schwarz/Weiss-Malerei - widerspricht Deinen weiteren Gedankengängen. Schau Dir Kinder einmal an: Jedes Kind kommt in verschiedene Phasen, in denen es von Zeit zu Zeit bösartig wirkt. Es scheint kein Gewissen und keinen Verstand zu haben, es bäumt sich einfach nur auf und erforscht seine Grenzen. Genau in diesen Phasen ist es von unermesslicher Wichtigkeit, dem Kind in einfühlsamer Weise und mit dem richtigen "Riecher" klare Grenzen aufzuzeigen und ihm eine gewisse Linie vorzuzeichnen ohne es brutal zu manipulieren und zurechtzuweisen. Die gravierensten Fehler passieren in der Erziehung in genau diesem Kindesalter. Wer in dieser Zeit nie den Unterschied zwischen einer "richtigen" und einer "falschen" Tat erfahren und gelernt hat, wird es später noch viel weniger leicht wenn überhaupt jemals lernen. Im konkreten Fall von "Boys dont cry" geht es schlicht und ergreifend um das völlige Fehlen jeglichen Verständnisses für "Andersartigkeit" und daraus resultierender extremer Intoleranz, die schließlich in nackter Gewalt mündet. Hinzu kommt das gewählte Milieu und die "Verschwiegenheit der Kleinstadt". In ihrem Revier fühlen sich die beiden Vergewaltiger unantastbar, ihr (geistiger) Horizont endet an der Kleinstadtgrenze. Man kann niemals über Verbrecher und ihre Taten urteilen und dabei ihr Milieu, ihr Umfeld, ihr Elternhaus und ihre Kindheit dabei außer Acht lassen. Daraus eine Sinnfrage über das Wesen Mensch an und für sich abzuleiten ist verlockend, aber nicht ganz in diesem Sinne zulässig.

    Re:Re:verstörend
    ´boys don´t cry´ zeigt nicht nur den brutalen mord an teena brandon (oder umgekehrt) ohne uns zuvor ausführlich die gefühlswelten bzw. das innenleben seiner figuren vorzuführen. man bekommt meiner meinung nach durchaus die vorstellung davon wie extremer haß und ausweglosigkeit im menschen heranwächst. der film handelt ja nicht nur vom thema intoleranz, sondern erzählt auch von ein paar jungen menschen die in dieser kleinstadt allein gelassen und ohne hilfe
    und (seelischer?) unterstützung ein leben ohne ziel und hoffnung führen. diese grausamen verbrechen (vergewaltigung und mord) sind nicht nur eine folge der nicht anerzogenen toleranz! täter sind oft auch opfer. der film zeigt dies ganz deutlich. sicher, das kann keine entschuldigung für ein solches blutbad sein, aber es sollte einem schon zu denken geben. die schlimmsten taten sind meist auch nicht schlimmer als die scheinheiligkeit und verlogenheit so mancher gesellschaft in der sie entstehen!

    Re:Re:Re:verstörend
    wer keine möglichkeit sieht all seinen haß auf sein leben und seine mitmenschen (der sich über jahre aufgebaut hat - wie in diesem film) irgendwie abzubauen wird irgendwann kopflos handeln. wenn dann selbstmord oder mord das ergebnis ist darf sich ruhig jeder von uns auch ein wenig verantwortlich fühlen. also bitte nicht nur entsetzt den kopf schütteln und mit dem stinkefinger deuten!

    Re:verstörend
    ´boys don´t cry´ - ein großer film. wer den film noch immer nicht gesehen hat .... noch spielt es dieses aufwühlende stück im kino!

  • Re:frage:´boys don´t cry´
    ist sicher kein mainstream-film. aber das ist ja eigentlich wurst! der film ist auf alle fälle ein muß für jeden filmfan. hilary swanks unglaublich einfühlsame darstellung von teena brandon bzw brandon teena bleibt einem ewig in erinnerung. ohne zweifel die interessanteste und beste rolle für eine frau im letzten jahr. und das meine ich so.
    wer nicht weiß worum es geht: ´boys don´t cry´ erzählt die wahre geschichte von dem mädchen teena brandon das im falschen körper geboren wurde. sie gab sich als junge aus und wurde deswegen ermordet. intoleranz, haß und hilflosigkeit in einer kleinstadt in nebraska.
    ´boys don´t cry´ will provozieren, erschüttern und mitten ins herz treffen. bravo, ist gelungen!

  • Verstörend und berührend
    Ein verstörender Film im positiven Sinn, berührend - perfekt gemacht, weist aber nicht die übliche Hollywood-Glätte auf. Die Darsteller überzeugen durch Authentizität, realistische und unaufdringliche Milieuschilderung der "White-Trash-People".
    An diesem Film stimmt einfach alles - Form, Inhalt, Emotionen, Aussage.

  • sehenswert
    Independent-Movie über ein im Kino bislang selten gezeigtes Thema. Ich kann mich Sonja nur anschließen: Ein Film der unter die Haut geht. Intoleranz und Ausgrenzung von Minderheiten ... angesichts der momentanen politischen Situation ein in dieser und anderer Form leider nur allzu aktuelles Thema ...

  • Re:Boys don´t...
    Eine unglaublich traurige Geschichte, die gleichzeitig eine Gänsehaut heraufbeschwört und zum Nachdenken anregt über eine erschreckende Intoleranz in unserer Zeit. Die Darsteller sind großartig!