Brigitte und Marcel - Golzower Lebenswege

1999

Dokumentation

Dokumentation über Bewohner der ehemaligen DDR.

Brigitte und Marcel - Golzower Lebenswege ist der fünfzehnte Film der Langzeitdokumentation von Barbara und Winfried Junge, die 1961 begonnen wurde und inzwischen als ältestes derartiges Projekt der internationalen Filmgeschichte im Guiness- Buch der Rekorde vermerkt ist.

Im Mittelpunkt des neuesten Porträts der Kinder von Golzow stehen Brigitte und ihr Sohn Marcel, den sie mit siebzehn Jahren bekam und bis zu seinem achten Lebensjahr allein erzog. Dann heiratete sie den Maurer Norbert, und Marcel erhielt einen Stiefvater und bald auch einen Bruder. Doch das Glück war kurz.

Brigitte war zum Schulanfang die lustige Dicke mit den blonden Zöpfen. Aber bald verging ihr das Lachen, denn sie hatte einen Herzfehler. Sie wurde Geflügelzüchterin, was sich bald als Irrtum für sie herausstellte. Schonplätze und allerlei ärztliche Versuche vermochten ihr nicht zu helfen. Sie starb mit neunundzwanzig Jahren, und Marcel, damals zwölf, kam als Waise zur Großmutter.

Wie seine Mutter ging er nach der achten Klasse von der Schule ab und machte eine Lehre als Betriebsschlosser. Doch nach dem Ende der DDR hatte sein Lehrbetrieb keine Arbeitsstelle für ihn, und er landete schließlich als Schlosser auf einem Schrottplatz. Mit Ines wollte er eine Familie gründen. Die materiellen Bedingungen waren günstig. Doch ihr Sohn Florian kam 1995 mit einem verformten Kopf zur Welt und mußte mehrfach operiert werden. Jetzt warten sie darauf, daß er zu sprechen beginnt.

Das Bild einer vom Schicksal benachteiligten Familie enthält auch zahlreiche zeitgeschichtliche Aspekte, die die Gesamtsicht auf die Golzow-Generation um spannende, tief berührende Details erweitern.
filmhaus stöbergasse

  • Regie:Barbara June, Winfried Junge

  • Autor:Barbara Junge, Winfried Junge

  • Musik:Gerhard Rosenfeld

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