Britannia Hospital

 GB 1982
Komödie 116 min.
6.30
Britannia Hospital

Zum 125. Jubiläum des Britannia Hospitals in London wird ein neuer Flügel eröffnet und die Königin Mutter als Gast erwartet. Doch das Krankenhaus hat einige Probleme...

Vor seinen Türen protestieren Demonstranten gegen die Aufnahme eines afrikanischen Diktators, Teile des Personals streiken wegen der bevorzugten Behandlung von Privatpatienten und der neue Professor Millar betreibt finstere Experimente an Menschen. Reporter Mick Travis versucht, eine Dokumentation über die zweifelhaften Methoden des Professors zu drehen und wird dabei eines seiner Opfer. Doch der Professor hat noch mehr, was er der Öffentlichkeit vorstellen will.

Lindsay Anderson, einer der Protagonisten der "British New Wave" in den 1950er und 1960er Jahren, drehte "Britannia Hospital" als beißende Satire auf das britische Gesundheitssystem und die angespannte gesellschaftliche Stimmung im Großbritannien unter Margaret Thatcher.

Details

Leonard Rossiter, Malcolm McDowell, Brian Pettifer, Vivian Pickles u.a.
Lindsay Anderson
Alan Price
Mike Fash
David Sherwin

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Grausames Britannien
    Es ist eine der besten weil bissigsten Satiren über das britische Gesundheitswesen. Die hier gezeigten Zustände in den Krankenhäusern bis in die 80er Jahre entsprechen sogar der Realität. Erst die konsequente Übertreibung macht allerdings die Essenz deutlich. Nicht verändert – und das gilt auch sonst in der Welt - hat sich wohl inzwischen die Zweiklassengesellschaft bei den Patienten.
    Das Krankenhaus wird zu einer Festung. Draußen wird demonstriert gegen die Behandlung eines faschistischen Diktators, drinnen streikt das Personal. Wir sehen Dinge, die man heute kaum noch beschreiben kann, denn das Wort Streikposten (picket) ist inzwischen aus dem Wortschatz verschwunden. Im Hospital treibt Dr. Millar (Graham Crowden), eine Art Frankenstein, sein Unwesen und um das Maß voll zu machen steht ein Besuch der Queen Mum (wie immer in Blau) bevor. Viele Prominente beteiligen sich bei den witzigen Dialogen, allen voran Malcolm McDowell, (dem Uhrwerk-Orangenmann) sowie Alan Bates, Joan Plowright, Richard Griffiths und der 1982 noch unbekannte Robbie Coltrane. Ausstattung und Beleuchtung deuten in Richtung Science Fiction, eine Kamera wird als Waffe eingesetzt. Das soll die sensationsgeilen Medien treffen. Gegen Ende versinkt alles im Chaos, mit viel Blut, prügelnden Bobbies und einem kopflosen Homunkulus. Der Mensch der Zukunft besteht nur aus Gehirn. Das ist bitter und tut weh, weil nicht allzu weit weg von der möglichen Realität.