Calle 54

 Spanien, Frankreich, Italien 2000
Musikfilm / Musical, Dokumentation 05.07.2002 
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Mit einer Dokumentation über 13 Musiker setzt der spanische Filmregisseur Fernando Trueba ein Tribut an den heißen Latin-Jazz.

Der kostbare und fast nirgendwo aufgeführte Film ist nach der 54. Straße in Neuva Yorka benannt. Er ist der wohl schönste und liebevollste Tribut des spanischen Star- Filmregissuers an den heißen Latin-Jazz. Ein Film voller exzellenter Persönlichkeiten und Jung- und Alt-Stars der afro-karibischen Musikszene in Manhattan, der von der ersten bis zur letzten Sekunde ein wahres Kino-Erlebnis ist. Um die magische Anziehungskraft der Mambo- und Bop-Rhythmen in exzellenten Momentaufnahmen zu zeigen, hat Trueba vor Ort recheriert und dreizehn namhafte Vertreter des Genres ins New Yorker Studio gebeten und auf Film dokumentiert. Sie kommen aus den verschiedensten Gegenden Latinamerikas, um in ihrer nordamerikanischen Wahlheimat zu leben und spielen in Fortsetzung ihrer folkloristischen Wurzeln nunmehr originären Latin-Jazz und Cubop. So etwa sind die beiden im Vorjahr verstorbenen Altmeister Chico O'Farrill und Tito Puente, der großartige Bassist Isreal "Cachao" López von der kubanischen Son-Gruppe Lágrimas Negras oder der mitreißende Paquito d'Rivera (Ikarere) oder die rassige Pianistin Eliane Elias aus Sao Paolo, oder der Pianist Chano Domingo aus dem spanischen Cádiz oder der aus Santo Domingo stammende Pianist Michel Camillo zu erleben. Am beeindruckendsten sind vielleicht die Begegnungen von Vater Bebo Valdés mit seinem Sohn Chucho und Carlos "Patato" Valdés oder der Auftritt der Gebrüder Jerry und Andy Gonzalez (Fort Apache Band) aus Puerto Rico. Ein großartiger Höhepunkt des Films ist der Auftritt des großen Altmeisters aus Rosario (Argentinien): Leonard "Gato" Barbieri mit seinem sonoren, jedoch traurig-wehmütigen Klang am Tenorsaxophon ("Viva Bolivia"). Regisseur Trueba hat nicht nur die exzellenten Musiker jeweils bei ihrem Auftritt bei einer hoch-stylisierten Studioatmosphäre eingefangen, er stellt sie - und das ist der Coup seines filmischen Meisterwerkes - in ihrer Wohn- und Lebensumgebung vor, in ihrem jeweiligen Heim an ihren sozial unterschiedlichen Wohnsitzen. Gefilmt hat er nebst in New York City auch in Newark, San Juan, Havanna, Cádiz und sogar in Stockholm. Nicht nur für Latin-Jazz-Fans Pflichttermin!

Details

Fernando Trueba
José Luis López-Linares
Fernando Trueba
polyfilm

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