Capturing the Friedmans

 USA 2003
Dokumentation 21.11.2003 107 min.
7.90
Capturing the Friedmans

Die Geschichte eines Kriminalfalls, der grundlegende Fragen zu Gerechtigkeit, Familie, Gemeinschaft und Wahrheit aufwirft.

Arnold und Elaine Friedman und ihre drei Söhne sind von außen betrachtet eine typische Familie im wohlhabenden Great Neck auf Long Island. Als sie eines Tages zum festlichen Thanksgiving-Essen zusammenkommen, bricht die Polizei in ihr Haus ein, durchsucht alles und verhaftet Arnold und den 18-jährigen Jesse. Während die Familie ihre Unschuld beteuert, gerät die Gemeinde von Great Neck in Aufruhr angesichts der schockierenden Verbrechen, die den Friedmans angelastet werden. Aus der Perspektive der Öffentlichkeit und anhand von Familienaufnahmen erzählt Capturing the Friedmans die Geschichte eines Kriminalfalls, der grundlegende Fragen zu Gerechtigkeit, Familie, Gemeinschaft und Wahrheit aufwirft.

Die hysterische Kehrseite zur gesellschaftlichen Unfähigkeit, über Sex und Gewalt zu sprechen, dokumentierte der Amerikaner Andrew Jarecki mit seinem Film Capturing the Friedmans. Ein dreifacher Familienvater wird als Abonnent von Kinderpornografie überführt. Sofort schwärmen die Ermittler aus und befragen dessen Schüler. Am Ende kommt eine Anklage zustande, die in ihrer Monstrosität jede Glaubwürdigkeit sprengt. In Interviews mit der Familie und weiteren Beteiligten rekapituliert Jarecki den 15 Jahre zurückliegenden Fall.
Dem Zuschauer bleibt am Schluss nur noch eine Gewissheit: dass die Wahrheit nicht zu ermitteln ist. In völligem Zwiespalt über das Gehörte und Gesehene, verlässt man diesen äußerst aufschlussreichen Film, in dem sich eine Hysterie des Kinos zu spiegeln scheint. Zu viel Sex und Gewalt zu zeigen, wirft man ihm seit seiner Entstehung vor. Auch jenseits von Hollywood ist man besessen davon.

(Barbara Schweizerhof)

Details

Arnold Friedman, David Friedman, Elaine Friedman, Seth Friedman, Jesse Friedman, Howard Friedman
Andrew Jarecki
Andrea Morricone
Adolfo Doring
Stadtkino Filmverleih

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • so viele gesellschaftsprobleme, die hier zusammenkommen...
    die selbstlose mutter, die um anerkennung giert und nur zwietracht sät.
    die geblendeten beamten, die das böse fürchten, heraufbeschwören und projezieren.
    die tabuisierte körperliche liebe zwischen alt und jung.
    paranoide väter und mütter.
    die justiz, deren einziger sinn darin liegt, exempel zu statuieren um funktionaliät zu beweisen.
    eine familie, die mit ihrem ganzen internen wahnsinn vor medien und gesellschaft filetiert wird...
    horrible.
    und eine lektion zugleich.
    weniger "lustig" als "bowling for columbine".
    dafür wesentlich naher und feinfühliger.