Carl Appel, Wohn-Hochhaus

 A 2009
Dokumentation 
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«Wohin wollen Sie?», fragt der alte Mann im Arbeitsmantel. «Hinauf», antwortet die Filmemacherin aus dem Lift heraus. «Ja, aber wohin rauf?» - «Ganz hinauf. Aber ist egal.» - «Nein, nein, fahren Sie hinauf und ich warte. ... Haben Sie gedrückt?» - «Noch nicht.» - «Müssen Sie. Da, auf Dach.» Mit diesem großartigen Dialog zwischen Sasha Pirker und einem Hausbewohner beginnt dieser Film. Wer ganz hinauf will, muss nämlich schon drücken. Dann setzt sich der Lift und mit ihm die Kamera in Bewegung, und durch die engen Schlitze der Lifttüren sieht man die einzelnen Stockwerke vorbeiziehen. Der Wiener Architekt Carl Appel (1911-1997) plante dieses im Jahr 1955 errichtetete 13-stöckige Haus, das im Rahmen des Wiederaufbauprogramms entstand. Dieses sah vor, dass genau so viele Wohnungen wieder errichtet werden sollten wie ursprünglich vorhanden. Weil aber die Baufläche des zerstörten Gebäudes mittlerweile teilweise in Grünflächen umgewidmet worden war, war Appel gezwungen, die vorgeschriebenen Quadratmeter in einem Hochhaus unterzubringen. Not macht also nicht nur erfinderisch, sondern bringt auch mit dem Lift ganz nach oben.

(Text: Viennale 2011)

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Sasha Pirker

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