Cat Ballou - Hängen sollst du in Wyoming

 USA 1965
Komödie, Western 97 min.
6.90
Cat Ballou - Hängen sollst du in Wyoming

Eine sehr junge Jane Fonda hantiert in dieser überdrehten Westernparodie mit scharf geladenen Waffen.

Wyoming, 1894. Die Development Corporation will auf dem Grundstück von Frankie Ballou ein Schlachthaus errichten und hat, da dieser nicht freiwillig weichen will, den Killer Tim Strawn engagiert. Frankies Tochter Catherine kehrt von der Schule in ihre Heimatstadt zurück, überblickt die Lage und engagiert zum Schutz ihres Vaters den legendären Gunman «Kid Sheleen», dessen Namen und Ruhm sie aus Groschenheften kennt. Dieser ist freilich nicht bloß der Bruder des Killers, sondern auch reichlich ramponiert und kann nicht verhindern, dass Frankie Ballou getötet wird. Aus Catherine wird nun Cat, die mit ihren Freunden als Gesetzlose für die Gerechtigkeit kämpft. Die fidelen Helden des neuen Westens wären im alten Westen lächerliche Figuren gewesen. Wenn Cat Ballou mit ihrer Bande herumstrolcht, ist ihr ständiger Kriegsruf: «Was machen wir jetzt?!» Bei diesen Helden findet der alte Saufkopf Lee Marvin als «Kid» sein Reservat und darf sich in trunkenen Dialogen baden. «Ja, aber sie sollten sie mal von innen sehen!», entgegnet er, auf seine roten versoffenen Augen angesprochen. Seine Leistung und die von Jane Fonda (Dwight MacDonald in «Esquire»: «Lange Beine, hoher Busen, schlanke Taille, strammer Hintern, knuspriges Gesicht - sie ist genau richtig für eine eindimensionale Parodie der zwei klassischen Frauentypen des Western, der Schullehrerin und der Banditenbraut») versöhnten sogar Kritiker, die den Film Cat Ballou nicht so gelungen fanden. (Joe Hembus)

(Text: Viennale 2007)

Details

Jane Fonda (Catherine «Cat» Ballou), Lee Marvin (Kid Shelleen/Tim Strawn), Michael Callan (Clay Boone), Dwayne Hickman (Jed), Nat King Cole (Balladensänger), Stubby Kaye (Balladensänger), Tom Nardini (Jackson Two-Bears), John Marley (Frankie Ballou), Reginald Denny (Sir Harry Percivab| Jay C. Flippen (Sheriff Cardigan), Arthur Hunnicutt (Butch Cassidy)
Elliot Silverstein
Frank De Vol
Jack Marta
Walter Newman, Frank Pierson

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • 'Die Kehle wittert Morgenluft'
    Eine der gelungensten Westernparodien aus den 60 Jahren. Silverstein hat inhaltlich fast alles aufgeboten, was zu einem Western gehört. Aber er ging noch einen Schritt weiter und das macht den Film so einzigartig. Er ist äußerst facettenreich: es gibt nostalgische Momente, sogar romantische und auch melodramatische. Die Anleihen an Bekanntes wie das toreromäßige Ankleiden bewirken hier das Schmunzeln der Genießer.
    Lee Marvin ist überragend in einer Doppelrolle als eiskalter Killer und als versoffener Pistolero. Selten war eine Filmfigur so furchterregend sympathisch. Den Oscar dafür hat er wirklich verdient. Chapeau! Unvergessen, wie er sturzbesoffen auf dem Gaul sitzt, der die Vorderbeine übereinander geschlagen hat.
    Der Dialogwitz schwankt zwischen Kalauern (‘Keuschheit am Abend, erquickend und labend‘) und echt gelungenen Knallern wie z.B.(‘Wer abends einen Spiegel küsst, beweist dass er sehr einsam ist‘) oder wenn sich die Titelheldin (Jane Fonda) einem Priester vorstellt:-‘Ich bin Catherine Ballou.‘ Antwort ‘Und ich bin blau wie ein Veilchen.‘
    Außergewöhnlich noch die in die Handlung eingeschobenen Bänkelsänger als Kommentatoren u.a.. mit Samtstimme Nat King Cole.
    Die Handlung kommt so flott daher, die meisten Personen erscheinen so warmherzig, dass Mord, Rache und Cats mögliche Hinrichtung nicht zuletzt auch wegen Jane Fonda irgendwie einen ‘Alice-im-Wunderland-Effekt‘ haben. Großartig! Zeitlos!