Cigan (Gypsy)

 SK/CZ 2011
Drama 107 min.
6.80
film.at poster

Der Regisseur Martin Šulik drehte in einer Romasiedlung im Osten der Slowakei und erhielt die Unterstützung des ganzen Ortes.

Adam ist ein 14-jähriger Rom. Der gewaltsame Tod seines Vaters bringt die Familie in Not und Adam wird als neues Familienoberhaupt gegen seinen Willen zum Dieb, um das Überleben seiner Geschwister zu sichern. Dann willigt auch noch seine Freundin ein, gegen ein hohes Brautgeld mit einem Tschechen verheiratet zu werden. In dem Bemühen, seinen neuen Platz zu finden, verstößt Adam gegen ungeschriebene Gesetze der Gemeinde. Alles wendet sich gegen ihn, so dass er bis zum Äußersten gehen muss.

Der Regisseur Martin Šulik drehte in einer Romasiedlung im Osten der Slowakei und erhielt die Unterstützung des ganzen Ortes. Die Erfahrungen der Bewohner flossen in den Film ein. Es entstand eine ungeschönte Darstellung ihrer Lebensumstände.

Details

Janko Mišigár, Miroslav Gulyas, Martin Hangurbadšo u.a.
Martin Šulik
Marek Lescák, Martin Sulík

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Roma sind Zigeuner
    Im deutschen Volkslied wird das Leben der ‘Zigeuner‘ als ‘lustig‘ beschrieben. Hier sehen wir aber eine andere, eine deprimierende Schilderung vom Alltag dieses Volkes irgendwo in Osteuropa. Und voller Stolz nennen sie sich selbst ‘Zigeuner‘, nicht Roma oder Sinti. Sie leben am Rande der Gesellschaft in einer wie sie es nennen ‘Kolonie‘ in selbstgebastelten Hütten, die in ihrem ganzen lidschäftigen Verfall noch recht malerisch ins Bild gesetzt sind. Hohe Arbeitslosigkeit, Drogen und Stehlen bestimmen ihr Leben. In der Zweiklassengesellschaft sind die anderen ‘die Weißen‘. Beide Seiten tun nichts um die Kluft zu schließen. Nur die Kirche hilft. Der Pfarrer (Attila Mokos) ist gleichzeitig Trainer des örtlichen Boxclubs. Hier geht auch der junge Adam (Jan Mizigar) hin, für den es persönlich und gesellschaftlich steil bergab geht. Sein ermordeter Vater erscheint ihm und sagt Onkel Zigo (Miroslav Gulyas), sein derzeitiger Stiefvater, sei sein Mörder gewesen. Da findet das Gesetz des Clans dann am Ende seine überraschende Anwendung. Denn ‘ein Zigeuner kann als Mensch nur leben, wenn er aufhört ein Mensch zu sein‘, sagt Adams Vater.
    Mit überzeugenden Details, die zeigen wie genau Regisseur Sulik recherchiert hat, erleben wir die Polizei mit diskriminierenden Verhörmethoden, das fragwürdige Verhalten eines Arztes oder die modernen ‘Städter‘, die ‘zigeunerfeindliche‘ Witze reißen. Aber auch die authentischen Laiendarsteller und das ganze Ambiente machen den Streifen zu einem rundum gelungenen, sehenswerten Film und bringen ein immer wieder vergessenes Problem eindrucksvoll in Erinnerung.