CinemaSessions: Redskin

 USA 1929
Drama, Abenteuer, Western 82 min.
6.80
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Victor Schertzingers REDSKIN reproduziert nicht die gängigen Stereotypen, auf die sich der Großteil der Filme des Westerngenres beschränkt. Es kommt hier weder zum klassischen Konflikt zwischen »guten « Weißen und unzivilisierten »Ureinwohnern« noch wird das, in späteren Jahren entwickelte, gegenteilige Konzept des edlen Wilden bemüht, dem der weiße Siedler als barbarischer Eindringling gegenübersteht. REDSKIN erlaubt es keiner ethnischen Gruppe, die moralische Instanz zu verkörpern. In ihren positiven und negativen Eigenschaften begegnen sich die Antagonisten auf Augenhöhe. Ursprünglich sollte REDSKIN, der in Österreich unter dem Titel ROTHAUT - DER TODESKAMPF EINER RASSE in die Kinos kam, vollständig in Zweifarben-Technicolor hergestellt werden, doch die hohen Kosten zwangen den Regisseur, Teile des Westerns im klassischen Schwarzweiß zu drehen. Das frühe Technicolor, welches sich im Gegensatz zu späteren Verfahren nur auf einen Teil des Farbspektrums beschränken musste, stellt durch seine Künstlichkeit den besonderen ästhetischen Reiz von REDSKIN dar. Die zwei Drittel des Films, welche in der Welt der Navajo und Pueblo angesiedelt sind, strahlen in den für dieses Farbverfahren typischen Mischfarben und verleihen den in New Mexico und Arizona gedrehten Außenaufnahmen einen utopistischen Realismus, der sich im Phantastischen verliert. REDSKIN wurde in der Urfassung mit einem Originalsoundtrack im Nadeltonverfahren vorgeführt. Bei dieser frühen Form des Filmtons wurde zu jeder Filmrolle eine Schallplatte mit synchronem Ton abgespielt. Meist beschränkte man sich wie in REDSKIN auf Musik und Soundeffekte und vermittelte die Dialoge weiterhin mithilfe von Zwischentiteln. Im Gegensatz zum späteren Lichttonverfahren waren Ton und Bild noch nicht auf einem gemeinsamen Streifen gekoppelt und existierten auf unterschiedlichen Medien. Im Fall von REDSKIN ging ein Großteil der ehemals neun Schallplatten verloren und der in seinen Bildelementen vollständig überlieferte Film mutierte somit zum »reinen« Stummfilm. Karl Wratschko

Details

Richard Dix, Gladys Belmont, Tully Marshall
Victor Schertzinger
Ray Rennahan, Edward T. Estabrook, Edward Cronjager
Elizabeth Pickett

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