Das alte Gewehr (aka. Abschied in der Nacht)

 Frankreich / Deutschland 1975

Le vieux fusil

Drama, Thriller 103 min.
7.80
film.at poster

Ein französischer Arzt rächt sich im Sommer 1944 an deutschen SS-Soldaten, die seine Frau und Tochter vergewaltigt und ermordet haben.

Für die Rolle der Clara erhielt Romy Schneider den César.

Schneiders Partner in LE VIEUX FUSIL ist Philipe Noiret, dessen melancholisches Gesicht sich von weicher Gutherzigkeit zur verbissenen Grimasse wandelt, wenn er seinen Rachefeldzug beginnt. Als französischer Arzt während der deutschen Besatzung will er seine Familie in Sicherheit bringen lassen und liefert sie damit einem Massaker aus. Während er mit einem alten Gewehr Rache nimmt, ersteht das verlorene gemeinsame Leben in Rückblenden wieder, in denen Romys Figur sagt: »Eines Tages werde ich alt sein und du wirst mich nicht einmal richtig angesehen haben.«

Wie in TRIO INFERNAL agiert Schneider in einigen Szenen, ohne sich und andere zu schonen, die Folge sind Verletzungen am ganzen Körper und mehrtägige Zwangspausen. Regisseur Robert Enrico imponiert Schneiders Bemühen um die Konstanz künstlerischer Leistungen mit nahezu allen Mitteln, nennt sie »auf diabolische Weise fotogen« und zählt sie zu den wenigen Schauspielerinnen, die wirklich Filmgeschichte zu schreiben imstande sind. (Filmarchiv Austria) F/BRD 1975
REGIE: Robert Enrico
BUCH: KAMERA: Étienne Becker
MUSIK: François de Roubaix

Details

Philippe Noiret, Romy Schneider, Jean Bouise, Joachim Hansen, Robert Hoffmann, u.a.
Robert Enrico
Pascal Jardin, Robert Enrico, Claude Veillot

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Rache für Clara
    Robert Enrico hat eine wahre Begebenheit aus dem von Deutschen besetzten Frankreich als Grundlage für diesen Film genommen. Das Massaker passierte in Oradour sur Glane. Im Film wird Clara (Romy Schneider) und ihre kleine Tochter von den Nazis bestialisch umgebracht. Und der Chirurg und Ehemann Julien (Philippe Noiret) wird zum gnadenlosen Rächer. Ein selten gezeigter Kriegsfilm mit zwei Hauptdarstellern in ungewöhnlichen Rollen. Selten versprüht Romy Schneider ihren Filmcharme so strahlend wie hier. Selten wird dem durch einen Flammenwerfer ein so grausames Ende gesetzt.
    Und Filmpartner Philippe Noiret ist auch nicht häufig als tötender Kriegsheld zu sehen. Und wenn er schon mal an einem Krieg teilnimmt, dann doch wohl als Offizier.
    Den Retrospektiven kommt hier eine besondere Bedeutung zu, da sie viel erzählen aus einer freundlicheren Vergangenheit und so als deutlicher Kontrast das Geschehen in der Jetzt-Zeit noch schlimmer erscheinen lassen. Der Kampf von Julien gegen eine Nazi-Gruppe innerhalb einer Burg eines Freundes ist spannend und von einem nachvollziehbaren Rachegedanken geprägt. Und der findet durch einen Spiegel seine Erfüllung, der zuvor noch mit seiner unterschiedlichen Durchschaubarkeit recht nett eingeführt worden ist. Der Leittragende ist der SS Offizier Joachim Hansen, den der ‘Stern von Afrika‘ bekannt gemacht hatte.
    Ein liebevolles Familienleben wird in einem gnadenlosen Krieg brutal zerstört. Heftig!