Das Frankfurter Kreuz

 Deutschland 1998
Drama 55 min.
7.40
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Porträt von Deutschen auf engstem Raum, zwischen Revierkämpfen, Ängsten und Liebesträumen am Vorabend des neuen Jahrtausends.

Erster Auftritt von "St. Zapatka", dem Säulenheiligen des Karmakar-Ensembles: als Stammgast, der den Silvesterabend 1999 fernab des Millenniumgetöses im Nachtkiosk mit Ausschank verbringt. Im Radio läuft "In Zaire" oder Ray Kanes "La Paloma", mit alten Bekannten und Zufallspassanten wird bei Alkohol in hessischem ­Dialekt philosophiert: darüber, dass man sich umbringen will, über Fußball, das entlaufene Affenweibchen "Queen of Sheba" oder die generell marode Lage. Die beschwingte Melancholie spitzt sich zu: Flirts, Streit, am Ende ein magischer Tanz - und Sperrstunde. Eine wunderbare Filmnovelle nach Jörg Fauser, zugleich ein antipodischer Vorläufer von Manila: Porträt von Deutschen auf engstem Raum, zwischen Revierkämpfen, Ängsten und Liebesträumen. Ein unwirklicher Blick durchs Kioskfenster fällt auf eine Straßenbahn, in der zu den Klängen von "The Lion Sleeps Tonight" gefeiert wird. Ein anderer Moment, zum Schreien komisch: Jean Rouchs Les Maîtres fous läuft im Kneipenfernsehen - und alle Gäste schauen hin. (C.H.)

(Text: filmmuseum)

Details

Manfred Zapatka, Michael Degen, Kajsa Reingardt, Birol Ünel, Hans-Michael Rehberg, u.a.
Romuald Karmakar
Fred Schuler
Romuald Karmakar, Michael Farin nach dem Hörspiel "Für eine Mark und acht" von Jörg Fauser

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