Das Herz des Bären

 EST/RUS/D/CZ 2001

Karu süda

Drama, Romanze, Abenteuer 118 min.
film.at poster

Dies ist die Geschichte eines jungen Esten, der in die weite Wildnis Sibiriens aufbricht, um dort als Jäger zu leben.

Der Este ist in zwei sehr unterschiedliche Frauen verliebt und muss sich zwischen ihnen entscheiden. Das ist nicht die einzige Entscheidung, mit der er konfrontiert wird, aber er tut sich schwer damit, herauszufinden, was er wirklich will. Der Protagonist lässt sich auf eine mystische Liebesaffäre mit einer geheimnisvollen Bärenfrau ein und ist bereit, die Welt der Menschen zu vergessen, aber er kann seine menschliche Natur nicht abstreifen ...

Details

Rain Simmul, Dinara Drukarova, Ilyana Pavlova, Kulli Teetamn, Lembit Ulfsak u.a.
Arvo Iho
Peeter Vahi
Rein Kotov
Arvo Iho, Arvo Valton, Rustam Ibragimbekov

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Der Trapper + die Frau als Bär
    In wunderschöner Schneelandschaft geht ein Mann auf einen Selbsterfahrungstrip. Nachdem sich ihm diverse Frauen anbieten, kommt es zu einer Begegnung der besonderen Art mit einer Bärin. Soweit geht das Ganze noch als Naturfilm durch. Doch als ihm dann ein wildes, brummendes Weib unterkommt geht’s in Richtung Mystery. Dann verschmelzen die Bärin und das wilde Weib ’Emily’ zu einer Person, die nackt im Wald auf ihn zustürmt. Rasch ist ein Kind gemacht. Seine Reise geht weiter mit biblischen Anspielungen und weiblichen Versuchungen. Und immer wieder führt er mit seinem eigenen Ich Selbstgespräche. Man erfährt etwas vom möglichen Tod des Schicksalsführers und kann weiterhin nur folgen, schließt man sich einer mythischen Glaubensgemeinschaft an. Wenn dann noch der Titel zu sehen ist, bzw. wie es pochend herausgeschnitten wird, gibt’s nur noch Wundergläubigkeit durch starke Nerven. Man muss ja auch nicht ständig die Logik bemühen. Dafür ist es hier eh zu kalt und in dieser atavistischen Landschaft herrschen ja ohnehin die Schamanen.

  • Herz des Bären
    Dies ist ein Film., der zwar für den Westeuropäer mystisch scheinen mag, doch aber sehr treffend die Sehnsüchte des sogenannten zivilisierten Menschen nach Freiheit, unabhängiger Existenz schildert, der - klar verbunden mit Verzicht - königlich belohnt wird für seine Suche, indem er seinen Urinstinkten zuhört und folgt. Man muss wissen, dass die sibirischen Völker (wie übrigens aich die Indianer auch) daran glaubten, dass alle Tiere eine Seele haben, und wenn sie einen Bären erlegt haben, um zu überleben, seine Seele um Entschuldigung baten, verbunden mit einem rauschenden Fest. Ja - die Sibirjaken haben irgendwann (und es ist noch nicht so lange her, noch Anfangs de2 20. Jh.!) im Einklang mit der Natur gelebt, wie eben auch die Indianer (die Beringsee-Enge hat ja irgendwann Alaska mit Eurasien verbunden und die Ur-Indianer haben angeblich ihre Urheimat in Sibirien gehabt -> siehe physiognomische Aehnlichkeit der Ostsibirier mit den Amerika-Indianern!). Es wird von einem "kleinen" Glück gesprochen, auf welches jeder Erdenbürger im Leben Anspruch hat. Das "grosse" Glück, dem man heutzutage in de meisten Fällen vergebens nachjagt, sei unmoralisch. Sehr zu empfehlen, um in sich besser hineinhorchen zu können. Stellenweise aber doch unwahrscheinlicher, unrealistischer und idealisierter Handlungsverlauf, der aber einen klassischen russischen (oder vielleicht heute noch kanadischen?, oder amerikanischen in der Zeit der Goldfiebers?) Traum nach der Vergangenheit verkörpert, wo es noch möglich war, die Zivilisation einfach zu verlassen, wenn man sie satt hatte und angewidert war, und sein Glück als Pelzjäger in Sibirien zu versuchen.
    Der Film trifft bestens die Problematik des Zusammenlebens von Mann und Frau, die aus verschiedenen Kulturkreisen stammen, ist in dieser Hinsischt aber doch eher romatisch-unglaublich.
    Gibt Stoff zum Träumen, und dies ist wertvoll an diesem Streifen. Wir kommen der berühmten "russischen" Seele näher.