Das Lied von den zwei Pferden

 D 2009
Dokumentation 27.08.2010 90 min.
6.80
Das Lied von den zwei Pferden

Die mongolische Sängerin Urna begibt sich auf eine musikalische Spurensuche in ihrem Heimatland, um den letzten Willen ihrer Großmutter zu erfüllen.

Wie kaum ein anderes Lied verkörpert die Weise "Die zwei Pferde des Dschingis Khan" Geschichte und den
Paradigmenwechsel des mongolischen Volkes. Auch für die Sängerin Urna, die in der Inneren Mongolei geboren
wurde, wird das Lied zum Prüfstein ihrer kulturellen Identität, hatte sie doch ihrer verstorbenen Großmutter
versprochen, die alte Pferdekopfgeige der Familie in die Heimat zurückzubringen, um der zerstörten Geige, von der
nur noch Kopf und Hals erhalten blieben, einen neuen Körper zu geben. Auf dem Hals waren die Strophen des
volkstümlichen Liedes eingraviert. Während der dunklen Zeit der chinesischen Kulturrevolution schaffte es Urnas
Großmutter nicht, die Pferdekopfgeige zu retten, nur ein Fragment des Instruments und des Heldenlieds konnten vor
der Zerstörung gerettet werden.

Nun ist es an der Zeit, das gegebene Versprechen einzulösen. Urna reist zunächst nach Ulaanbaatar, um ein
berühmtes Pferdekopfgeigen-Ensemble zu treffen. Dort hofft sie, mehr über die alte Weise in Erfahrung zu bringen.
Doch ihre Erwartung wird enttäuscht.
Weitere Spuren führen zu einem Geigenbauer, Pferdezüchtern und schließlich einem Schamanen, der als spiritueller Mittler zwischen der diesseitigen und jenseitigen Welt steht. Kann er Urna
den Weg zu diesem Lied - und zu sich selbst - weisen?

Details

Urna Chahar-Tugchi, Hicheengui Sambuu, Chimed Dolgor u.a.
Byambasuren Davaa
Martijn van Broekhuizen
Byambasuren Davaa
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User Kritiken

  • Die Pferdekopfgeige
    Die Suche nach einem uralten Lied und die Wiederherstellung einer Pferdekopfgeige führen Urna in die Mongolei, die sich hier als grasgrüne Hügellandschaft präsentiert. Natürlich wird dabei die folkloristische Seite dieser Gegend ausgiebig betont. Doch zwei nicht unwesentliche Nebenaspekte sind erwähnenswert. Zum einen der Vorwurf an den Vielvölkerstaat China, die kulturelle Vielfalt des Reiches der Mitte beseitigt zu haben. Hier wird die Kulturrevolution erwähnt als Vernichter des lokalen Brauchtums. Und außerdem hat Peking die Nomaden zur Sesshaftigkeit gezwungen. Zum anderen sehen wir kurz die Armut der Leute am Rande der Hauptstadt, die vom Müll leben. Und die Einheimischen, die dem Schamanismus huldigen, haben dafür eine einleuchtende Erklärung: Der Mensch beutet die Natur aus und verschmutzt sie. Das macht die Geister böse. Aber auch der Fortschritt in Form von Auto und Handy hat hier Einzug gehalten. Das bringt humorvolle Szenen mit sich. Besonders das Verschicken einer SMS in der Einöde ist ein echt guter Joke. Dass Urna am Ende erfolgreich ist, ist schon klar. Sonst hätten wir aber auch nie die Musik von seltsamen Instrumenten gehört und den Text des Liedes erfahren.