Das weite Land (1970)

 A/BRD 1970
Literaturverfilmung 109 min.
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Besonders interessant ist die Darstellung des Rechtsanwalts Natter in Arthur Schnitzlers "Das weite Land": Qualtinger präsentiert eine Figur, die aus einem System der Verlogenheit und Eitelkeit aussteigt.

Der Protagonist Hofreiter, den ein Verhältnis mit Natters Frau Adele verbindet, stellt Natter zur Rede, nachdem dieser eine Zeitungsannonce lanciert hat, die den Suizid eines Verehrers von Hofreiters Frau mit diesem selbst in Zusammenhang bringt. In bewährter Manier fordert Hofreiter sein Visavis zum Duell auf, doch entgegen aller Etikette verweigert Natter und entlarvt Hofreiters System eitler Ehrbegriffe, indem er ihm "echtes Gefühl" entgegensetzt. Natter: "Ich bin nämlich rettungslos in meine Frau verliebt. Das kommt vor, lieber Hofreiter. Da hilft nichts. Das ist nun einmal nicht anders." Seine Rache ist anderer Natur, denn er steigt aus Hofreiters narzisstischem Spiel aus und desavouiert dessen Täuschungsmanöver und Strategien der Schuldverschiebung. Seine Antwort auf Hofreiters Frage "Und Sie rächen sich an mir, indem Sie eine Ungeheuerlichkeit erfinden?" wird zum Motto und zugleich Ergebnis dieser Untersuchung, die der Frage nach Qualtingers besonderem Darstellungsstil und Rollenbesetzung nachgeht, eine Antwort, die das Theater bzw. den Film, Mittel der Täuschung und Illusion, selbst zum Thema macht - mittels Qualtingers Spiel der Ent-Täuschung: "Vielleicht, indem ich die Wahrheit verbreite", darf er mit Schnitzlers Worten behaupten. (Julia Danielczyk)

Details

Helmut Qualtinger (Herr Natter), O.W. Fischer, Ruth Leuwerik, Walther Reyer, Sabine Sinjen, André Heller, Grete Zimmer,
Peter Beauvais
Hans Staudinger
Peter Beauvais nach dem gleichnamigen Theaterstück von Arthur Schnitzler

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