Der Kreis - Dayereh

 Iran 2000

Dayereh

Drama, Independent 90 min.
7.50
Der Kreis - Dayereh

Drei Frauen brechen aus einem Gefängnis in Teheran aus und versuchen, sich in ihre Heimatdörfer durchzuschlagen. Der Film erzählt mit acht exemplarische Geschichten vom alltäglichen Schicksal der entrechteten Frauen im Iran.

Acht exemplarische Geschichten, die vom alltäglichen Schicksal der entrechteten Frauen im Iran Zeugnis geben:

Drei Frauen fliehen in Theran aus dem Gefängnis und versuchen erfolglos, sich in ihre Heimatdörfer durchzuschlagen. Eine Frau bringt ein Mädchen zur Welt und wird von ihrer Familie verstoßen. Prostituierte werden von der Polizei aufgegriffen und eingesperrt, während ihre Freier laufen gelassen werden. Eine filmische Anklage der patriarchalischen Gesellschaft im Iran. Aufwühlend, formal durchdacht, unter einfachsten Bedingungen produziert.

Details

Ferestheh Sadr-Orafai,Maryam Parvin Almani,Nargess Mamizadeh,
Jafar Panahi
Bahram Badakhshani,
Kambuzia Partovi

Kritiken

Kinoprogramm

Es sind uns keine Vorstellungen bekannt.

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User Kritiken

  • Frauenprobleme
    Einer der wenigen Filme des Iraners Jafar Panahi, die die freie Welt erreicht haben. Inzwischen sitzt er in seinem Land im Gefängnis und hat Berufsverbot. Es ist unglaublich, dass dort schon der Gedanke einen Film zu machen strafbar ist. Dabei ist dieser Film doch gar nicht mal so systemkritisch, wie die Glaubenswächter meinen. Die Handlung folgt dem Thema: zu Beginn fliehen Frauen aus dem Gefängnis, am Ende sitzen alle wieder drin. Das geniale daran ist, dass man eigentlich nur eine Gesellschaft sieht, in der die Frauen in Angst leben und fast rechtlos sind, behindert von den religiösen Konventionen. Für männliche Iraner doch eigentlich eine Selbstverständlichkeit. So ist es halt nun mal im Islam! Nur in unserem liberalen, säkularisierten westlichem Blickwinkel erscheinen sie als unterdrückt und geknechtet, als Menschen zweiter Klasse. Uns fehlt halt das religiöse Verständnis! Damit wäre dann wohl der Beweis erbracht, dass es die Ayatollahs eigentlich besser wissen. Denn erst wenn es Verbote gibt, taucht die Frage nach dem ’Warum’ auf. Natürlich verschanzen sie sich offiziell hinter dem muslimischen Argument, dass man von Gott, dem Propheten und der Gesellschaft kein Bild machen soll, d.h. Bilder sind ohnehin böse.
    Die Intention ist aller Ehren wert, an der filmischen Umsetzung kann Panahi noch etwas arbeiten.

  • bedrückend iranisch
    nachdem also vom film.at-team keiner die zeit oder lust gefunden hat über "dayereh" auch nur ein paar zeilen zu schreiben, werd ich das mal tun. nicht weil dann alle besucherrekorde gebrochen werden können, sondern damit man überhaupt die möglichkeit hat sich für diesen film entscheiden zu können oder zu wollen.

    "der kreis" zeigt die stellung der iranischen frau, innerhalb ihrer männer-militärdominierten muslimen gesellschaft. dabei werden einzelschicksale junger frauen gezeigt, die nicht wirklich miteinander verknüpft zu sein scheinen. die handlungsstänge vereinen sich jedoch letztendlich als der kreis im gefängnis, wo sich alle protagonistinnen schliesslich wiederfinden, schliesst. gerade in zeiten wie diesen ist "dayereh" ein wichter beitrag zu einer sachlichen diskussion zum thema religion, fanatismus, islam, gleichberechtigung usw.
    ein iranischer film, der ohne ausschweifeungen, ohne ausschmückungen, kein romantisch-verklärtes bild zeichnet, sondern die gesellschaft hart und real zeigt.

    vom gewinner des "goldenen löwen" bei den letztjährigen filmfestspielen von venedig, solllte man sich also nicht zuviel erwarten.
    ernüchternd verlässt man das kino, ohne zukunftsperspektiven erkennen zu können, und ohne die hoffnung auf eine besserung der geschilderten situation aus dem film gelesen zu haben.

    hände weg also für diejenigen, die sich unter iranischem kino etwas exotisch-autentisches vorstellen und auf einen positiven film gehofft haben. wer jedoch einen einblick in eine, aus unserer sicht, mit resentiments und vorurteilen belegte gesellschaft gewinnen will, sollet sich "dayereh" schon anschaun.