Der Sohn der Braut

 Argentinien/Spanien 2001

El hijo de la novia

Komödie, Tragikomödie 25.04.2003 123 min.
Der Sohn der Braut

Ein Herzinfarkt läßt Rafael begreifen, dass er sein Leben in die Hand nehmen und Entscheidungen fällen muss.

Für Rafael Belvedere (Ricardo Darín) fließt das Leben irgendwie dahin. Obwohl ihm etwas Jungenhaftes, Schelmisches anhaftet, findet er keine wirkliche Beziehung zu den Dingen und Menschen um sich herum.
Das italienische Restaurant, das er von seinem Vater Nino (Héctor Alterio) samt Inventar und Personal übernommen hat, macht permanent Schwierigkeiten. Seine Ehe ist gescheitert, für seine Tochter Vicky (Gimena Nóbile) findet er viel zu wenig Zeit. Er hat wenig Freunde und seine jugendliche Freundin hält er emotional auf Distanz. Meistens ereilt ihn ein dringendes Telefonat aus dem Restaurant, wenn Naty (Natalia Verbeke) ihn für sich haben möchte.

Nur mit seinem Vater Nino (Héctor Alterio) verbindet ihn eine starke Beziehung. Nino Belvedere erinnert sich gerne an die alten Zeiten und ist voll zärtlicher Liebe für seine Frau Norma (Norma Aleandro), die an Alzheimer leidet und in einem Pflegeheim lebt.

Erst ein Herzinfarkt, mehrere Tage auf der Intensivstation und das unverhoffte Wiedersehen mit seinem Jugendfreund Juan Carlos (Eduardo Blanco), einem erfolglosen Schauspieler, der sich mit Statistenrollen begnügen muss, lassen Rafael begreifen, dass er sein Leben in die Hand nehmen und Entscheidungen fällen muss. Dazu gehört auch die Erkenntnis, dass es ohne Liebe, Familie und Freunde nicht geht, dass Naty die Frau seines Lebens und sein Vater kein senil romantischer Greis ist.

Nicht nur für Norma wird die Hochzeit der schönste Tag im Leben ...

Juan José Campanella ist eine wunderbare, oft turbulente Komödie gelungen, deren leise melancholische Zwischentöne uns vom Lachen zu Tränen der Rührung führen und auch uns bewusst machen, dass wir nur einmal leben. Dafür gab es 2002 eine Oscar- Nominierung.

Details

Ricardo Darin, Hector Alterio, Norma Aleandro, Eduardo Blanco
Juan Jose Campanella
Angel Illaramendi
Daniel Shulman
Fernando Castets , Juan Jose Campanella
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Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Spätes Glück für Jung und Alt
    Wenn ein alter Mann nach über vierzig Jahren gemeinsamen Lebens seiner Partnerin ihren größten Wunsch erfüllen will: Hochzeit in weiß, so kommt das in der Kinolandschaft nicht sehr häufig vor. Und wenn die Angebetete dann aber noch von Alzheimer betroffen ist, entsteht vor unseren Augen ein recht ungewöhnliches und seltenes Szenarium. Dass das hier mit viel Einfühlungsvermögen entsteht, und mit herzerwärmenden Bildern und teilweise witzigen Dialogen daherkommt ist schon gekonnt gemacht. Campanella ist kein Freund von schnellen Schnitten, was zu manchen längeren Szenen führt. Aber das bestimmt passend das Tempo dieses leisen, emotionsgeladenen Films. Und auch die Generation Vierzig-Plus kommt zu Wort, indem sie die Frage nach dem Sinn des eigenen Lebens stellt. Dabei spielt natürlich die Liebe und echte Freundschaft eine wichtige Rolle. Die leise Gitarrenmusik ist äußerst wohltuend, aber auch sonst wirkt sie schon mal als akustischer Fingerzeig in die Zukunft (Hochzeitsmarsch). Die Oscarnominierung ist voll und ganz gerechtfertigt für dieses Feel-Good-Movie.