Der Verdacht (1991)

 D 1991
Drama 97 min.
7.20
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Weihnachtliche Stimmung liegt über dem Landstrich zwischen Harz und Elbe. Der Vorsitzende des Landkreises verbietet seiner Tochter Karin, mit ihrem Freund Frank in der nahe gelegenen Großstadt ins Theater zu gehen. Doch nicht nur das. Der Vater verlangt, sie solle sich überhaupt von ihm trennen. Den Grund kann er ihr nicht nennen. Kurz darauf beginnt Karins Arbeit als Volontärin in der wichtigsten Zeitungsredaktion des Bezirkes - eine bevorzugte Stelle, wie sie nur einer Abiturientin aus gutem Hause und mit dem richtigen politischen Background zukommt. Trotz des Verbots zieht es Karin jedoch zu Frank. So wie er hat noch keiner um sie gekämpft. Sie kann sich nicht mehr losreißen von ihm, will mit ihm zusammen sein. Beide vermuten, dass der dunkle Punkt in Franks Leben sein Freund sein könnte, der als Deserteur in den Westen geflohen ist. Frank wird der Mithilfe und
Gesinnungsgenossenschaft verdächtigt. Die Eltern sind bestürzt darüber, dass Karin sich weiter zu ihm bekennt. In der Redaktion macht ihr der Parteisekretär klar, was sie ohnehin schon weiß: Sie als Angehörige des Organs der Bezirksleitung kann unmöglich mit einem Vorbestraften, der politisch verdächtig ist und aus einer politisch und
kriminell vorbelasteten Familie kommt, liiert sein. Ihr Studium, ihre ganze Zukunft stehen auf dem Spiel, mehr noch: Die gesellschaftliche Position ihres Vaters ist ebenfalls gefährdet.
Karin wird in die Enge getrieben, und schließlich beugt sie sich dem Druck von außen. Sie wird unter dem Kommando ihrer staats- und standesbewussten Mutter zur gehorsamen Maschine und lässt ihren Freund im Stich. Erst als Frank einen Selbstmordversuch unternimmt, weiß sie, was sie zu tun hat. Sie bekennt sich zu Frank und zu dem Kind, das sie von ihm erwartet.

"Der Verdacht" wird zwar nicht zu einer öffentlichen Verurteilung, aber es ist ein ziemlich bitterer Film über den Alltag in der DDR und ein Anfang zur Vergangenheitsbewältigung der DDR-Diktatur.

Details

Christiane Heinrich,Nikolaus Gröbe,Michael Gwisdek,Christine Schorn
Frank Beyer
Ulrich Plenzdorf

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