Die Frau, die singt

 CAN 2009

Incendies

Drama, Kriegsfilm / Antikriegsfilm 25.11.2011 133 min.
8.20
Die Frau, die singt

Ein Zwillingspaar auf den Spuren der toten Mutter lüftet ein gut gehütetes, erschütterndes Familiengeheimnis vor dem Hintergrund eines Bürgerkriegs im Nahen Osten.

Denis Villeneuve erzählt in diesem Film eine tief berührende Geschichte, die sich über zwei Generationen erstreckt. Das ungewöhnliche Testament ihrer Mutter schickt die Zwillinge Jeanne und Simon auf eine schmerzhafte Reise in die Vergangenheit, um ihren bislang tot geglaubten Vater und einen unbekannten Bruder zu suchen. Mit nichts als einem Foto ihrer Mutter in der Hand machen sich die beiden auf den Weg in den Nahen Osten. Allmählich finden sie heraus, dass ihre Mutter vor ihrer Emigration in blutige Kämpfe zwischen Christen und Muslimen verwickelt war.

Details

Lubna Azabal, Mélissa Désormeaux-Poulin, Maxim Gaudette, Rémy Girard
Denis Villeneuve
Grégoire Hetzel
André Turpin
Denis Villeneuve
Polyfilm

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Singen gegen die Schmerzen
    Eine spannende Geschichte wird äußerst eindrucksvoll auf zwei Zeitebenen erzählt. Die Zwillinge Jeanne und Simon erfahren nach dem Tod der Mutter, dass ihr Vater und ein weiterer Bruder in Israel lebten. Sie machen sich von Kanada aus auf die Suche. Damit sind wir mitten in der Nahost Problematik. In Rückblenden erfahren wir, dass Mutter Nawal (Lubna Azabal) eine Attentäterin gewesen war, die gefoltert und vergewaltigt später nach Kanada auswandern konnte.
    Schonungslos wird die Gefangenschaft geschildert und Nawals Weg in den Terror (‘Dem Feind das antun, was das Leben mir angetan hat.‘) Ihre Peiniger konnten sie jedoch nicht brechen. Sie sang unentwegt. Doch die seelischen ‘ Verbrennungen‘ - so der Originaltitel - verheilten nie. Es ist eine doppelte Suche: die Zwillinge suchen mit Hilfe eines befreundeten Rechtsanwalts Vater und Bruder und Nawal suchte damals nach Kindern eines zerbombten Heims.
    Am Ende überschlagen sich die Erkenntnisse und erschlagen die Zuschauer damit. Es wird etwas unübersichtlich: der Gesuchte ist ihr Bruder, ihr Vater und der Vergewaltiger…oder so…
    Egal, es bleibt furchtbar und unbegreiflich. Wie jeder Krieg bringt auch der hier unermessliches Leid über die Menschen und wieder einmal sind es die Frauen, die Stärke beweisen, auch wenn sie sich dabei an ihrer Seele Verbrennungen zuziehen. Eindrucksvoll. Durchaus realistisch. Ein Film, der den Schrei nach Frieden in dieser Region nicht verstummen lässt.

  • sehr schweres thema
    mit so unglaublicher zurückhaltung gedreht, dass die intensität einen noch tage danach bannt. Und so gut gespielt v.a. Mutter und Tochter. Und dazu Radiohead (Tochter) und G. Hetzel (Mutter). Ich glaube, ich muss den film nocheinmal gehen.