Die verborgene Stadt

 ARG/E/F 2012

Elefante Blanco

Drama 110 min.
6.50
Die verborgene Stadt

Ein französischer Priester arbeitet in einem Slum von Buenos Aires und gerät durch die Bekanntschaft mit einer Atheistin in eine Glaubenskrise.

Der titelgebende weiße Elefant in Pablo Traperos Film ist die kolossale Ruine eines als Tuberkulose-Spital errichteten, jedoch gänzlich vernachlässigten Gebäudes, das im "Villa Virgin", dem härtesten Slum in Buenos Aires als Schlupfwinkel für Obdachlose und Drogenabhängige dient. Um die Errichtung eines neuen Krankenhauses bemühen sich zwei Priester, der ernste und trotz nachlassender Gesundheit unermüdliche Vater Julián (Ricardo Darín) und der von seinem Gewissen geplagte Franzose Vater Nicolás (Jérémie Renier). Sie beide vertreten radikal verschiedene Positionen in der Frage, wie sie als Geistliche dem in den Slums herrschenden Drogenkrieg begegnen sollen. Tatsächlich geraten sie schnell zwischen die Fronten, bedroht und angefeindet nicht nur von den konkurrierenden Gangs, sondern auch von den staatlichen- und kirchlichen Autoritäten selbst.

Details

Ricardo Darín, Jérémie Renier, Martina Gusman
Pablo Trapero
Michael Nyman
Guillermo Nieto
Alejandro Fadel, Martín Mauregui

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Der weiße Elefant
    Die beiden Priester Julian und Nicolas (der argentinische Superstar Ricardo Darin und Jéremie Reinier) sind hier ebenso authentisch wie die Sozialarbeiterin Luciana (Martina Gusman). Sie versuchen in den Slums zu helfen und sitzen zwischen allen Stühlen. Eine riesige Bauruine, die eigentlich ein Krankenhaus werden soll (Originaltitel!), überragt wie ein Ungeheuer die Wellblechhütten der Armen. Es ist der Alltag in dieser Gegend: Schießereien, Rauchbomben, Wasserwerfer, Barrikaden und brennende Autoreifen. Es kommt zu einer Revolte, in der die Einheimischen den Bau selbst in die Hand nehmen wollen.
    Der Knaller hier ist, dass wir nebenbei ein Tabu sehen, das es gar nicht geben darf: Pater Nicolas schläft mit Luciana. Danach hat Regisseur Pablo Trapero wohl der Mut verlassen. Nach einer ausgiebigen Schießerei, in der Julian umkommt, besucht Luciana Nicolas in einem Kloster? Umarmung. Er sitzt wieder allein an einem Tisch. Das alles geht ohne Worte dahin. Zwischendurch liebliche Musik und grüne Wiesen.
    Es hätte ein Portrait eines Priesters der Armen werden können. Der ist hier aber Julian, nicht Nicolas. Der hedonistische Pater ist wohl eher der ‘Weiße Elefant‘ bzw. das schwarze Schaf. Einer unter vielen, der sich auf Silikon bettet.
    Vielleicht war es ja so, denn dem Ganzen liegt eine wahre Begebenheit zu Grunde. Nur hätte Nicolas erklären müssen, wie er sich seine Zukunft vorstellt. Seine Gefühle beschreibt er mal als Wut, Verbitterung und Angst.
    Der deutsche Titel ist kryptisch. Der des Originals ist nur für Insider verständlich, die sich in der Gegend auskennen. Im Ansatz bemüht, gegen Ende etwas unklar. Nur die Atmosphäre stimmt.