Die Fälscher

 A/D 2006
Drama 23.03.2007 ab 12 98 min.
7.60
Die Fälscher

Im Konzentrationslager Sachsenhausen wurden Häftlinge gezwungen, US Dollars und englische Pfundnoten zu fälschen, um die britische Wirtschaft zu schwächen.

Salomon Sorowitsch ist der König der Geld-Fälscher, in einer Welt der Ganoven, Gigolos und leichten Mädchen. Das Leben ist ein Spiel und das dazu notwendige Geld druckt sich Sorowitsch selbst. Dank viel Pragmatismus und noch mehr Kreativität ist er auf der schönen und sicheren Seite des Lebens. Scheinbar. Denn 1944 wird Sorowitsch in das KZ Sachsenhausen überstellt. Er wird zur Schlüsselfigur eines groß angelegten Geldfälschungsbetriebes. Denn die Nazis wollen die britische Wirtschaft schwächen und brauchen Devisen. Sorowitsch geht den Handel mit dem Bösen ein und tut, was von ihm verlangt wird, um zu überleben. Regisseur Stefan Ruzowitzky hat das Drehbuch nach den Erinnerungen des Zeitzeugen Adolf Burger geschrieben.

"In der Fälscherwerkstatt, dieser grotesken Ferienlager-Version eines KZ, geht es plötzlich nicht mehr darum, Leib und Leben zu retten, sondern die eigene Seele - und um wie viel schwieriger (und wichtiger) das ist, muss letztendlich auch unsere Hauptfigur erfahren."

Stefan Ruzowitzky

Details

Karl Markovics, August Diehl, Marie Bäumer, Dolores Chaplin u.a.
Stefan Ruzowitzky
Marius Ruhland
Benedict Neuenfels
Stefan Ruzowitzky
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ab 12

Kritiken

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User Kritiken

  • Blütenzauber
    Hier wird ein Thema behandelt, dass unter Historikern wenig Beachtung gefunden hat. Vielleicht weil es zeigt, dass die Nazis clevere Ideen in die Tat umsetzten konnten: ‘Unternehmen Bernhard‘; die Überschwemmung des britischen und amerikanischen Geldmarktes mit gefälschten Banknoten, um deren Finanzsystem zum Zusammenbruch zu bringen. Dazu kasernierten sie in Kzs jüdische Spezialisten.
    Diese größte Fälscheraktion aller Zeiten hat Regisseur Stefan Ruzowitzky in einen interessanten Rahmen gekleidet und einen spannenden bisweilen bewegenden Krimi daraus gemacht. Da die Faktenlage klar ist, konzentriert sich der Film auf die Problematik. Die Häftlinge leben zwischen Terror und Komfort, zwischen Angst und Wohlergehen. Sie erörtern die Frage, ob sie durch ihre ‘Prostitution‘ den Nazis helfen oder ob sie reiner Egoismus antreibt. Bald wird klar, dass sie nur bei Erfolg ihrer Arbeit überleben werden (‘Anpassen oder untergehen.‘) Es stellt sich generell die Frage nach dem Widerstand gegen autoritäre, menschenverachtende Systeme. Angesicht der Erschießungen wählen manche resigniert den Selbstmord, andere ertragen schlimmste Demütigungen, wenn SS Schergen sie als Pissoir benutzen.
    Zwischen allen Stühlen sitzt der der einzige freundliche Nazi Herzog (ganz toll Devid Striesow). Er outet sich als Mitläufer und Erfüllungsgehilfe, zeigt aber auch menschliche Regungen. Der Oberfälscher (Karl Markovics) lässt ihn laufen. Das Leben ist halt ungerecht, aber nie langweilig.

  • die fälscher
    Der beste Film der letzten Jahre!
    Ein genialer Regisseur und Drehbuchautor hat seinen adäquaten Darsteller gefunden.

    Re:die fälscher
    totaler Blödsinn! der film war total gut einfach richtig zum hineinsteigern!
    purer Wahsinn. Musste fasst den ganzen Film lang nur heulen...

    Re:die fälscher - überbewertet
    wie üblich, alle Filme, die von der Presse hochgejubelt werden sind dann eher eine Enttäuschung. "Die Fälscher" ist ein durchschnittlicher Film mit einigen guten Schauspielern, die manchmal etwas überagieren. (markowitz) als aufbrausender Typ nicht sehr überzeugend. Das Thema Juden, Holocaust, Nazis läßt sich sicher noch weitere 50 Jahre gewinnbringend umsetzen.
    Ich freue mich schon auf den nächsten oskarverdächtigen Film über diese Thema. (Gähn)

  • Gut mit Längen - Teil 1
    Kurz überrissen die Handlung vom Film:

    Monte Carlo, der Krieg ist aus, ein Mann spielt um viel Geld, er gewinnt, eine Frau, seine Freundin, ein Hotelzimmer, als er sich auszieht sieht sie eine Tätowierung auf seinem Unterarm. Und da beginnt der Film. SALOMON SOROWITSCH (Karl Markovics) ist Jude. Unter und Oberwelt sein Zu Hause. Er fälscht alles was es gibt hat viel Geld dadurch verdient. Er wird verhaftet, nachdem er entdeckt wurde, HERZOG heißt der Kriminalbeamte.

    Verfrachtet nach Mauthausen, weitertransportiert nach Sachsenhausen, menschlichere Zustände als in der Hölle in Österreich. Er erlebt hautnah mit wie Russische Flüchtlinge im Viehwagon verhungern, er ist aber kein Mensch der geizig ist, er teilt wo er kann. Und leider taucht da in Sachsenhausen HERZOG wieder auf. Der ist jetzt Obersturmbannführer in der SS und damit beauftragt worden, ausländische Devisen im großen Stil zu fälschen. Die Häftlinge sollen dabei mit ihren Kenntnissen behilflich sein.

    Alle haben Privilegien, schließlich geht es um die Aktion Bernhard. Denen geht es so gut das sie sogar 1 x die Woche duschen dürfen. Sicher werden sie bedroht aber immerhin, es ist nicht so schlimm wie in Sobibor oder Treblinka. Die Auftraggeber verlangen Banknoten aus England zu fälschen. SOLOMON hat eine Idee wie er das Originalpapier nachmachen kann.

    HERZOG ist begeistert von ihm, doch leider ist der nicht immer da, und seine Untergebene, allesamt Dreckschweine und Scheißkerle, quälen und foltern Gefangene.

    Der nächste Auftrag ist US $ Noten zu fälschen, doch in der Gruppe gibt es einen Kommunist BURGER (August Diehl), und er sabotiert den neuen Auftrag, alle wissen es und bald auch HERZOG. Und nun will HERZOG eben 4 Gefangene töten.


    Ein bisschen so rundherum um den Film, Anfänge, und alles Mögliche:

    Die Deutsch Österreichische Produktion von 2007 sollte man sich auf alle Fälle in einem Nicht Popcorn und Brustwarzeneinstell Kino anssehen, denn der Film ist eher anspruchsvoll und hat meiner Meinung nach Ähnlichkeiten mit ¿Der Untergang¿. Er berichtet ja vom Größten Programm wie man Geld fälschen konnte, damals in der Nazi Zeit, Dollars und Englische Pfund.

    Und man glaubt gar nicht wie billig der Film war, 4 Millionen Euro hat er gekostet, das was normal ein Schauspieler in Hollywood verdient, und meiner Meinung nach durch eher nicht so bekannte Darsteller ein viel besserer Film, der auch um viel Authentizität bemüht ist auch wenn einige Längen aufgekommen sind.

    In Wien, Monte Carlo und Brandenburg wurde gedreht, wie in den Filmstudios in Babelsberg. Gefördert wurde er natürlich, von der Filmförderung in Hamburg, und einigen anderen Stellen wie die staatliche FFA. Der ORF und der ZDF haben sich auch beteiligt, somit ist abzuwarten das er bald ins Free TV kommen wird.

    Und die Geschichte basiert auch auf der Wahrheit, denn in der Aktion Bernhard hat man eben gegen Kriegsende versucht sehr viele Materialien zu fälschen, Geld, und alles mögliche. Über 132 Millionen Englische Pfund wurden gefälscht das war damals die 4 fache Menge der Staatsreserven in England.

    Bei Kriegsende wurde alles in den Toplitzsee versenkt. Gefunden hat man es in den 60 er Jahren.

    Da gab es mal so einen Typen, der hieß Walter Schellenberg, der war damals Nazi, kein so bitterböser, aber doch einer, und der hat die Aktion geleitet. Der hat die Aktion nach dem Sturmbannführer Bernhard Krüger benannt. Alles hat sich in Sachsenhausen abgespielt, das war ein KZ in Deutschland. Da gab es den Block 18 und 19 und hat haben nachweislich 144 Häftlinge aus anderen Lagern die Währungen gefälscht, und zwar nahm man Leute die eine Vorgeschichte haben wie im Film, Drucker und Papier Experten, unter anderem auch den größten Geldfälscher der Geschichte, eben den Typen den dann Karl Markovics in der Hauptrolle spielt.

    Eigentlich Pflichtfilm - Teil3
    Der Dialekt vom Karl, der ist ja russisch, der ist nicht so leicht zu schlucken aber passt doch irgendwie zu ihm darum ich vergebe einfach mal so 80 von 100 Punkten.

    Spannung fehlt - Teil 2
    Am Höhepunkt wurden 1943 dann jedes Monat um die 650.000 Banknoten gefälscht, in Englische Pfund eben. Und so hatte man gleich genügend Geld, um die ganzen Aktionen zu finanzieren die sich das Nazireich ausgedacht hat. Auch die Druckerplatten wurden versenkt, aber wie gesagt, 1959 wurde alles gefunden. Vieles noch in den 60 er Jahren. Und unglaublich, es haben ja einige überlebt, wie im Film, selbst die Schweizer Bank, die Englische Nationalbank konnte nicht feststellen damals das es eine Fälschung war, ein übermütiger Nazi hat das nämlich prüfen lassen, so waren sich dann alle sicher weiter zu machen mit der Aktion.

    Erst nach dem Krieg hat die Bank von England alle 50 Pfund Noten zurück gerufen und alle Millionen durch neue Seriennummern ausgewechselt. Übrigens, Ein Überlebender, Adolf Burger, Häftling Nr. 64 401 (A-Birkenau), verfasste ein Buch über seine Erlebnisse während dieser Zeit und hält bis heute vor Schülern Vorträge zu diesem Thema.

    Das man dadurch den Pfund versucht hat auch in Misskredit zu bringen, ist den Nazis nicht gelungen. Der Verlust der Geldwährung in England, und das Zusammenbrechen der Wirtschaft ging mit dem Plan nicht auf.

    Meine Meinung zum Film:

    Tja, was soll ich sagen? Authentizität ¿ Ja. Gewalt ¿ Nicht viel. Spaß ¿ keiner. Ernsthaftigkeit gegenüber dem Thema ¿ viel. Spannung ¿ ja etwas. Anspruch ¿ auf alle Fälle viel. Technik und Ausstattung ¿ gut. Musik - eher wenig aber die war egal. Kann man sich auf den Film konzentrieren ¿ Ja. Kann man die Geschehnisse gut einfühlen und sie gut verarbeiten? ¿ Ja auch etwas. Sind die Figuren glaubhaft umgesetzt? ¿ Ja einigermaßen. Kommt Hass gegenüber dem Regime damals auf? ¿ Nicht so viel, weil man nicht sieht wie Leute dauernd gefoltert werden wie in anderen Filmen, sondern es geht ja eher um die Fälschungsaktion.

    Kann ich den Film empfehlen? ¿ Ja, jedem ab 12 Jahren. Die Geschichte die hier beleuchtet wird, wurde lange aus den Köpfen der Filmemacher in der BRD rausexerziert. Ja er ist gut, er ist nett umgesetzt. Aber die Längen waren nicht so gut, und die Spannung hat leider etwas gefehlt. Die netten Momente wo man sich in die Hose scheißt, weil der Film so spannend ist, und man sein Popcorn verschluckt und wieder aus der Nase niesen muss.

    Was mir z.B. gefehlt hat, es fehlen die ganzen Wutausbrüche der Aufseher, speziell von Herzog der immer nett und freundlich war, die ganzen Geschichten um die Vergasungen rundherum hat man weg gelassen, ob das gut war, Naja ich denke schon, so viel hat man schon darüber gelesen und mich wundert es immer noch wo doch anhand der täglichen Scheiß Zustände im Irak sich die Leute den Kopf zerbrechen was vor 60 Jahren war, egal, ist meine Meinung.

    Die Nazikommandeure die auf Befehl des Obersten handeln, hätte man z.B. mehr als Roboter darstellen lassen können das hätte vielleicht besser gewirkt, so sind sie eigentlich nur Figuren mit Herz und Seele, die auch Fragen stellen können und eigentlich gar nicht so schlimm sind. Die Schrecken die der Krieg eigentlich darstellt blieben mir als Zuseher im Kino verborgen und den anderen auch denn das wurde nicht gezeigt. Man hat sich eben hier auf Privilegien mehr eingeschossen als auf verhungernde ausgemergelte Juden.

    Was mich wundert, wieso wurden hier hysterische dämliche Naziaufseher dargestellt, die eigentlich hätten sein sollen, nachdenkliche berechnende Schweine? Die Revolte Gespräche von August Diehl sind ja nett, aber leider ist die Eindimensional dargestellte Rolle von Gustl ein bisschen einfach und sehr ruhig in Szene gesetzt worden. Da ist eine Szene als Friedrich Herzog den Solomon in sein Haus einladet, so auf Kumpelhaft Naja die Szene war nett, aber das die Frau und die Kinder nicht wissen was Ihr Daddy da so fabriziert? Eigenartig, und ja keiner fragt sich natürlich im Film, wer wohin transportiert wird, ne das ist nicht so intelligent umgesetzt.

  • ansehen!
    kann den anderen nur zustimmen: es ist gar nicht leicht, einen film über kz-häftlinge zu machen, ohne ins banale, melodramatische, peinliche, hollywoodeske oder sonstiges ungewolltes abzugleiten. das ist - bei erkennbar bescheidenem budget- bestens gelungen. und eine hommage an markovics!

  • Exzellenter Film
    Das beste das Stefan Ruzowitzky je abgeliefert hat. Und ein genialer Karl Markovics in der Hauprolle - diese schauspielerische Leistung hätte ich Ihm niemals zugetraut.