Die Geschichte des Onkel Willy aus Golzow

Deutschland, 1996

Dokumentation

Dokumentation über Bewohner der ehemaligen DDR in den Jahren von 1961 bis 1999

Die Chronik der Kinder von Golzow ist die Lebensgeschichte von Menschen, die im Jahre 1961 - wenige Tage nach dem Bau der Berliner Mauer - in Golzow (Oderbruch) eingeschult wurden und heute in der Mitte ihres Lebens stehen, bisher (zwischen 1961 und 1999) entstanden 13 Filme.

Schon die frühen Aufnahmen zeigen es: Willy war nichts so fern wie die Wissenschaft. Dem Schüler aus Golzow stand buchstäblich die Langeweile im Gesicht, sobald der Lehrstoff Abstraktionsvermögen forderte. Willy schaffte in acht Jahren nur sieben Klassen.

Einst der Kleinste in der Klasse, tat der Heranwachsende viel, um nicht übersehen zu werden. Er hatte anderen eins voraus: Er vertraute auf seine Hände, auf die Nützlichkeit seines Tuns. Willy lernte Argrotechniker und kannte bald das Innenleben sämtlicher Landmaschinen.

Allzufrüh heiratete er, wurde Vater zweier Söhne, zog mit seiner Familie in eine neue Wohnung und schaffte sich ein Auto an. Doch bald lebten er und seine Frau sich auseinander, nach sieben Jahren Ehe trennten sich die beiden. Willy lernte eine Landwirtschaftsstudentin kennen und folgte seiner neuen Liebe nach Gräfenhainichen. Dort fand Jutta Arbeit. 1988 wurde ihr gemeinsamer Sohn Kevin geboren. Die neue Partnerschaft, die politische Wende in der DDR, die an die Substanz gehende Gefährdung des Arbeitsplatzes wecken neue Einsichten in Willy. Und seit er seine Jutta heiratete, sagt der Sohn zu seinem Vater auch nicht mehr Onkel.

Aus einer Dokumentation über den Alltag in der DDR ist unversehens eine Dokumentation über die Schwierigkeiten des Vereinigungsprozesses geworden, individuell erzählt, unterschiedlich erlebt, doch letztlich verallgemeinerbar. filmhaus stöbergasse

  • Regie:Barbara Junge, Winfried Junge

  • Autor:Barbara Junge, Winfried Junge

  • Musik:Gerhard Rosenfeld, Kurt Grottke

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