Die Jahreszeit des Glücks

 Tschechien/D 2005

Stestí

Romanze, Tragikomödie 100 min.
7.20
Die Jahreszeit des Glücks

Monika liebt David, der wegen eines Jobs die kleine tschechische Industriestadt verlässt und nach Amerika geht. Monika will ihm so bald wie möglich folgen, David verspricht, ihr ein Flugticket zu schicken, sobald seine finanzielle Situation es zulässt.

Toník liebt Monika. Die beiden kennen sich seit der Schulzeit, und für Monika ist Toník ihr bester Freund - aber eben nicht mehr. Er lebt auf dem abbruchreifen Bauernhof seiner Tante, trinkt gerne, raucht gerne Pot und hilft auf dem Hof. Toník ist nachdenklich und eher schüchtern. Ständig hat er Streit mit seinem Vater, der ihn zu einem "ordentlichen" Leben mit einem Job in der Kohlefabrik zwingen will. Aber die Tante unterstützt Toníks Entscheidung, seinen eigenen Weg durchs Leben zu suchen.

Dása, Monikas Freundin, liebt Jára, einen verheirateten Mann. Verbissen hält sie die glücklose Affäre aufrecht, doch mit zunehmender Gefühlsverwirrung wird sie immer unberechenbarer und vernachlässigt ihre beiden kleinen Söhne. Schließlich wird sie in eine psychiatrische Klinik eingeliefert. Monika wird zur Ersatzmutter der Kinder, und Toník tut alles, um ihr zu helfen. Gemeinsam leben sie auf dem Bauernhof, umgeben von rauchenden Fabrikschloten, renovieren, machen Boots-fahrten, feiern Kindergeburtstag. Hier erfahren sie ein erstes sanftes, aber flüchtiges Gefühl von unerwartetem Glück.

Doch dann kommt das versprochene Flugticket für Monika an, und nun muss sie sich darüber klar werden, was sie wirklich will. Als sie sich entschieden hat, findet sie nur noch den zerstörten Hof vor. Toník ist verschwunden, ohne eine Spur zu hinterlassen. Monika muss ihrem Glück hinterherlaufen, aber dieses Mal weiß sie, wonach sie sucht . . .

Details

Tatiana Vilhelmová, Pavel Liska, Anna Geislerová, Marek Daniel, Zuzana Kronerová, u.a.
Bohdan Sláma
Leonid Soybelman
Divis Marek
Bohdan Sláma

Kritiken

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User Kritiken

  • Leben in der Platte
    Eine herbe Sozialstudie über das Präkariat. Gut gecastete Schauspieler transportieren äußerst glaubwürdig solche Entscheidungen wie Wegziehen in die schöne neue Welt oder lieber in der alten etwas schmuddeligen bleiben. Einem Luftikus in eine unsichere Zukunft folgen oder bei einem schüchternen aber liebenswerten Aussteiger die gemeinsame Zukunft gestalten. Phänomene wie nachbarschaftliche Solidarität werden bis in ihre fast nicht mehr nachvollziehbaren Grenzbereiche gezeigt und kreieren dennoch das bekannte ’Wir-sind-doch-eine-Familie’ Gefühl. Im Titel scheint das Wort ’Glück’ wohl ironisch gemeint zu sein, denn es geht hier eher um die Abwesenheit desselben. Bestenfalls sind die Figuren auf der Suche nach dem Glück. Eine zweit Lesart wäre: das Glück ist nur eine vorübergehende Erscheinung wie die vier Jahreszeiten. Und der bewusst offen gehaltene Schluss lässt Raum für Spekulationen. Die sogar eventuell hoffnungsvoll sein könnten. Zu Recht preisgekrönt.