Die letzte Metro

 F 1980

Le dernier métro

Drama 125 min.
7.50
Die letzte Metro

Eine Schauspielerin versteckt ihren jüdischen Ehemann im Keller des Theaters vor den Nazischergen und übernimmt offiziell die Leitung des Theaters.

Paris 1942, unter der deutschen Okkupation. Das Theater "Montmartre" wird von der Schauspielerin Marion Steiner (Catherine Deneuve) geleitet, der Frau des jüdischen Direktors Lucas Steiner (Heinz Bennent), der das Land angeblich verlassen hat, sich in Wirklichkeit aber im Keller des Theatergebäudes vor den Nazis versteckt.
Mit seiner Hilfe bringt sie ein neues Stück heraus, in dem der gerade neu engagierte junge Bernard (Gérard Depardieu) an ihrer Seite eine Hauptrolle spielt.

Während Marion sich mit antisemitischen Journalisten, der faschistischen Zensur und einem Kollaborateur in der Truppe herumschlagen muss, erlebt ihr Mann im Keller über die Lüftungsschächte die Ereignisse im Theater akustisch mit. Als er auf diese Weise auch erfährt, dass seine Frau sich in ihren jungen Kollegen verliebt hat, wird die ohnehin angespannte Situation für alle Beteiligten noch komplizierter...

Francois Truffaut legt den Schwerpunkt auf die Dynamik der Beziehungen innerhalb der Theatertruppe. Er variiert dei Dreieckskonstellation "Ehemann-Frau-Liebhaber" und stellt dabei eindeutig die Frau in den Mittelpunkt.

Details

Catherine Deneuve, Gerard Depardieu, Heinz Bennent, Jean Poiret
Francois Truffaut
Georges Delure
Néstor Almendros
Jean-Claude Grumberg, Suzanne Schiffmann, Francois Truffaut

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Die Doppelbödigkeit des Seins
    Das ist Truffauts anspruchsvollster Film. Allein der Titel beschreibt allein schon eine eigene Geschichte für sich.
    Der Regisseur spielt hier mit der Ambivalenz bis zum Exzess. Ein Theaterstück wird geprobt, Titel ‘Die Verschwundene‘. Auch der jüdische Regisseur Steiner (Heinz Bennent) ist verschwunden und versteckt sich im Keller des Theaters vor den Nazis. Seine Frau Marion (hier die fast immer lächelnde Catherine Deneuve) ist treue Ehefrau und verliebt sich in ihren Kollegen Bernard (Gèrard Depardieu). Der Bau des Theaters gliedert sich in zwei Teile: einer oben für die Zuschauer und die Darsteller und eine unterirdische Welt, in der Steiner haust. Öffentlichkeit kontra Privatsphäre.
    Für humorvolle Einlagen sorgen unter anderem Bernard und die Kostümbildnerin Arlette (Andrea Ferreol). Er baggert sie unentwegt an, sie entpuppt sich als Lesbe.
    Grandiose Szenen wie die im Regen mit Marion und Bertrand sind ebenso beeindruckend wie die klaustrophobischen Kellerszenen. Mit den Nazis wird natürlich auch abgerechnet. Der feist fiese Daxiat (Jean-Louis Richard) schwankt zwischen echtem Kunstliebhaber und Judenhasser. Als Wendehals kann er seine Haut retten. Und der Gestapomann (Richard Bohringer) verbreitet bei seinem Cameo etwas Furcht und Schrecken. Das wird nicht weiter vertieft, sorgt aber für Spannung.
    Und dann der Epilog. Hier verschmelzen auf einmal auf geniale Art und Weise Theaterstück und Realität. Die drei Hauptfiguren verneigen sich brav. Marion mit zwei Männern. Fin! Der Zuschauer reibt sich verwundert die Augen. Gelungen!