Die Mandela-Verschwörung

 GB 2008

Endgame

Krimi, Geschichtsfilm 100 min.
Die Mandela-Verschwörung

"Die Mandela-Verschwörung" schildert den Weg Südafrikas in die Freiheit. William Hurt spielt die Hauptrolle in diesem bewegenden Politthriller mit Actionsequenzen nach Robert Harveys Sachbuch "The Fall of Apartheid".

Mitte der 80er Jahre spitzt sich die Lage in Südafrika dramatisch zu. Das Regime der Apartheid kann die aufgebrachte schwarze Bevölkerungsmehrheit nur noch mit massiver Polizeigewalt niederknüppeln. Während Nelson Mandela (Clarke Peters) aus dem Gefängnis heraus eine friedliche Lösung des Konflikts propagiert, kämpfen militante Splittergruppen mit Bombenanschlägen gegen die Herrschaft des weißen Präsidenten Botha (Timothy West), der sich beharrlich an seine Macht klammert. In dieser verfahrenen Situation ergreift der junge Brite Michael Young (Jonny Lee Miller) die Initiative. Young, Manager der Bergbaugesellschaft Consolidated Goldfields, befürchtet den Zusammenbruch des südafrikanischen Staates. Sein Unternehmen, zeitweise einer der größten Goldkonzerne der Welt, müsste in diesem Fall erhebliche finanzielle Verluste hinnehmen. Um dies zu verhindern, entwickelt Young einen gewagten Plan. Hinter dem Rücken seiner Chefs organisiert er ein geheimes Treffen in England. Dort kommen der als Terrorist diffamierte Thabo Mbeki (Chiwetel Ejiofor) und der burische Philosophieprofessor Willie Esterhuyse (William Hurt) zusammen. Zum ersten Mal seit langem begegnen sich Repräsentanten des ANC und der weißen Oberschicht am Verhandlungstisch. Beide Seiten gehen hohe persönliche Risiken ein und suchen ernsthaft nach einer Lösung. Doch Neil Barnard (Mark Strong), Chef des mächtigen südafrikanischen Geheimdienstes, hat von dem konspirativen Treffen längst erfahren.

In seinem bewegenden Film schildert der Brite Pete Travis, bekannt durch seinen Thriller "8 Blickwinkel", die entscheidende Etappe auf Südafrikas Weg zur Demokratie. Entstanden nach dem Sachbuch "The Fall of Apardheid", orientiert sich "Die Mandela-Verschwörung" an historischen Figuren, die diesen Prozess hinter den Kulissen maßgeblich beeinflusst haben. Gekonnt dosiert der Regisseur dabei die Mischung aus Politthriller und Historienfilm. Das Gefängnis von Nelson Mandela, die Räume des südafrikanischen Präsidenten Pieter Willem Botha und das ANC-Hauptquartier dienen als Schauplätze ebenso wie die von Schwarzen bewohnten Townships, in denen die Gewalt zu eskalieren droht. Gerade in der von William Hurt gespielten Figur von Esterhuyse zeigt sich, wie notwendig und schwer das Umdenken nach Jahrzehnten der Auseinandersetzung war. Sein Happy End verdankt der Film den zeitgeschichtlichen Ereignissen: der Freilassung Mandelas nach 27-jähriger Haft.

Details

Clarke Peters,William Hurt,Chiwetel Ejiofor ua
Pete Travis
Martin Phipps
Paula Milne

Kritiken

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User Kritiken

  • Ende der Apartheid
    Der deutsche Titel soll wohl nur die Aufmerksamkeit auf den Prominenten lenken und das Interesse wecken. Der des Originals lautet “Endspiel“ und das trifft den Sachverhalt schon etwas genauer. Es ist das Ende der Apartheid in Südafrika. Das heißt, das Ende der uneingeschränkten Herrschaft einer kleinen weißen Minderheit, die mit einer faschistoiden Ideologie versucht hatte, an der Macht zu bleiben. Manche der damals angeordneten öffentlichen Maßnahmen kommen uns vertraut vor und erinnern an Nazi-Deutschland. Spätestens als ein international beachtetes Rockkonzert in England ’Freiheit für Nelson Mandela’ forderte, kannte jeder den in Südafrika seit Jahrzehnten einsitzenden Gefangenen. Travis hat versucht, diese Endphase mit den Vorverhandlungen darzustellen. Das geht natürlich auf Kosten der Dialoglastigkeit. Und das ermüdet etwas und setzt Detailkenntnisse voraus. Auch wenn mal ein Auto in die Luft fliegt. Sonst bleibt letztlich nur ein Dokument von historischer Bedeutung.Und von einem Drama kann überhaupt keine Rede sein. Wenn’s als Spielfilm etwas mehr hermachen sollte, braucht’s noch etwas mehr z.B. Nebenhandlungen und Details zum persönlichen Umfeld der Akteure oder auch mehr bildliche Umsetzung der Gespräche.