Die Queen

 GB/F/I 2006

The Queen

Biografie 12.01.2007 ab 0 97 min.
7.40
Die Queen

Der Film beginnt mit dem Wahlsieg Tony Blairs im Jahr 1997, erzählt vom Tod Dianas und konzentriert sich auf die Tage danach, als sich die Königsfamilie in Balmoral verschanzte.

The Queen von Stephen Frears handelt von den Schwierigkeiten, mit den Erfordernissen der modernen Mediengesellschaft Schritt zu halten - und zwar in der Person der englischen Königin Elisabeth. Der Film beginnt mit dem Wahlsieg Tony Blairs im Jahr 1997, erzählt vom Tod Dianas und konzentriert sich auf die Tage danach, als sich die Königsfamilie zum Verdruss der Briten in Balmoral verschanzte und unfähig zu einer angemessenen Reaktion schien. Frears mischt dabei geschickt Fernsehbilder in seine nachgestellten Szenen, so dass man die hysterische Trauer jener Tage fast als Doku-fiktion nacherlebt, findet aber doch einen Tonfall, der daraus ein Königsdrama der Mediengesellschaft macht. Eingestimmt wird man schon durch den Anfang, als Blair seinen Antrittsbesuch im Buckingham Palace machen muss und jeglicher antiroyalistische Impetus durch das strenge Protokoll im Ansatz erstickt wird. Wie ein Pennäler steht der neue Premier vor der Queen, die ihm keinen Schritt entgegenkommt und keine Peinlichkeit erspart. Frears' Kunst liegt darin, sein Publikum von Beginn an auf ihre Seite zu ziehen, um sein Thema umso wirkungsvoller abstecken zu können: die Unvereinbarkeit von Emotion und Etikette. Während das Blumenmeer vor dem Palast wächst und sich die Stimmung langsam gegen die offenbar hartherzige Königin wendet, versucht Blair immer verzweifelter, sie von der Notwendigkeit zu überzeugen, endlich eine Reaktion zu zeigen, die der öffentlichen Erschütterung Rechnung trägt. Und je mehr sich die Queen versteift, desto erstaunlicher wird Helen Mirrens Kunst, die widersprüchlichen Gefühle ihrer Figur hinter der reglosen Maske sichtbar zu machen. The Queen ist eine wunderbare Gratwanderung zwischen vergnügtem Spiel und angemessenem Ernst, zwischen historischem Vorbild und künstlerischer Freiheit. (Michael Althen)

(Text: Viennale 2006)

Details

Helen Mirren, Michael Sheen, James Cromwell, Sylvia Syms
Stephen Frears
Alexandre Desplat
Affonso Beato
Peter Morgan
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Kritiken

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User Kritiken

  • Helen ist die Queen
    Der Film ist nicht nur eine Perle für anglophile Monarchisten, er bringt auch denen etwas, die an Zeitgeschichte interessiert sind, denn er ist historisch äußerst genau. Genial hat Frears und sein Drehbuchautor just einen Ausschnitt aus der langen Regentschaft von Elisabeth II. herausgegriffen, in dem mit dem Tod von Prinzessin Diana und der Reaktion der Queen daraufhin die Frage nach dem Sinn der Royals in der heutigen Zeit überhaupt diskutiert wird. Auch die einflussreiche letztlich für die Queen rettende Rolle von Premierminister Tony Blair wird genau beleuchtet. Den Part der Antimonarchisten übernimmt rotzfrech und schwungvoll Cherie Blair.
    Mit großem Einfühlungsvermögen, geistreichen Dialogen, subtiler Ironie und Liebe zum Detail ist der Film ein Leckerbissen für jeden aufgeschlossenen Zeitgenossen. Helen Mirren spielt nicht nur die Rolle der Queen, sie ist die Queen. Nicht nur, weil sie ihr so ähnlich sieht. Man begreift, dass sie ein Produkt ihrer Erziehung ist. Sie hat gelernt, dass man keine Gefühle zeigt. Folglich trägt sie auch nicht das Herz auf der Zunge, sondern macht viel eher aus ihrem Herzen eine Mördergrube. Man versteht ihr Verhalten, spürt die eisige Distanz zu ihrer Umgebung, unter der sie vielleicht sogar leidet und hat am Ende verständnisvolles Mitleid mit der letzten großen Monarchin unserer Zeit.

  • Super gemacht, Teil 1
    Ein kurzes Vorwort:

    Das was Stephen Frears mit Helen Mirren gemacht hat, hat mir gut gefallen, obwohl ich kein Fan von englischen Boulevard Zeitungen bin, Kein Fan von der Englischen Monarchie bin, aber das was die Königin Elisabeth die 2. gemacht hat, einfach super. Ihre Darstellung von Helen Mirren im Film einfach spitze.

    Einfach ein toller Film der hier gemacht wurde. Und wie halt schon Frauen sind, die wollen dauernd irgendwelche anspruchsvollen Filme sehen, Na ja egal, lassen wir uns mal drauf ein, ich jedenfalls wusste nicht das die Königin so gut schauspielern kann, und ich mag Filme wo Leute da reinpassen wie Judi Dench z.b. in ¿Iris¿.

    Die Handlung vom Film:

    Der Film fängt in London an, August 1997, da wo TONY BLAIR durch den Sieg seiner Labour Partei bei den Unterhauswahlen Premierminister wird. Bitte jetzt nicht fragen was dass alles soll, einfach eine Frau fragen die intelligent ist, die kann das gut erklären, für Politik habe ich nie was übrig gehabt. Also weiter.

    TONY wird vereidigt, aber er kennt sich mit der dämlichen Etikette nicht aus, also belehrt ihn ELISABETH die 2. ¿ Königin von England (hervorragend und realistisch gespielt von Helen Mirren), und er versucht schon kurze Zeit später, 3 Monate ist es nach seiner Amtseinführung wo er dann versucht England aus einer Krise zu befreien.

    Wer erinnert sich nicht an den Trauertag, 31.8.1997 wo Prinzessin DIANA (da wird sie im Original durch Archivaufnahmen ersetzt, genauso wie Tony Blair oder Bill Clinton und andere) gestorben ist. Die Königin ist mit Ihrem Mann Prinz PHILIP (James Cromwell, 2 Meter großer Schauspieler und sehr passend für die Rolle) in Schottland, während das passiert. Ihr Grundstück dort hat 16 Km² und sie schert sich dauernd ums Jagen und um sonst einen Blödsinn für den sich keiner unbedingt zu interessieren hat. Jagd, Lesen, und sonstige Königlichen Dinge.

    Während Prinz CHARLES (eigentlich recht nett, aber nicht so spannend vom Aussehen geeigneter Schauspieler, Alex Jennings heißt er), sich um dessen Tod kümmert, während er noch mit CAMILLA PARKER BOWLES zusammen ist, scheißt sich ELISABETH gar nicht um den Tod von DIANA, die sie nie hatte leiden können. Kurz danach, es sind nicht mal 48 Stunden vorbei, ist DIANA auf einmal die Heilige von England, und die Königin hat Probleme mit Ihrem Image, denn nicht mal das 400 Jahre alte Protokoll kann sie absetzen dass die Fahne am Buckingham Palast auf Halbmast gesetzt wird, was nur dann ist wenn ein Königsmitglied stirbt glaube ich.

    Im schottischen Schloss auf Balmoral ist sie viel lieber als in London und nicht mal TONY BLAIR kann sie überreden zurück zu kommen, Ihre Enkel WILLIAM und HENRY sind dort viel sicherer ist Ihre Ausrede, PHILIP möchte auch nicht weg, er hat die ganze Zeit Probleme mit einem seltenen 14 Ender Hirsch, den er unbedingt erlegen möchte.

    Zwar glaubt die Königin die Interessen des britischen Volkes besser einschätzen zu können als der neu ins Amt gewählte Premierminister, doch sie irrt. Denn dieses Mal kennt sie Ihr Volk nicht gut genug, das schon über 1 Million Blumen vor dem Eingang zum Palast in London hinterlegt hat. Jedenfalls sah es für mich als Zuseher bei den Archivaufnahmen so aus.

    Die Hysterie in der Bevölkerung um die Prinzessin von Wales wächst, aber die Königin ignoriert dass, denn sie ist ja kein Mitglied der Familie mehr, nachdem sie mit dem Millionärssohn Dody al Fayed zusammen ist. BLAIR hingegen ordnet ein Staatsbegräbnis an, und dass nur weil er die Königin überredet at. Das Blumenmeer am Kensington Place wächst von Tag zu Tag, 2 Millionen Menschen werden erwartet.

    Anspruschvoll und sehenswertT3
    Vieles im Film, die ganzen Gespräche usw. von denen es keine Aufzeichnungen natürlich gibt oder die Handlungs- und Denkensweise der Königin wurden natürlich vom Drehbuchautor selber erfunden. Und nun etwas über den Film. Das Drama basiert auf einem Originaldrehbuch von Peter Morgan. Für die weibliche Hauptrolle konnte Regisseur Stephen Frears die Film- und Theaterdarstellerin Helen Mirren gewinnen. Die 61-jährige Britin in vielen Filmen auf sich aufmerksam machen können. Ein Jahr vor den Dreharbeiten zum Film hatte Mirren in Tom Hoopers zweiteiligem Fernsehfilm Elizabeth I die gleichnamige englische Regentin dargestellt und war dafür 2006 mit dem US-amerikanischen Fernsehpreis Emmy ausgezeichnet worden. Auf die Rolle der amtierenden britischen Königin hatte sich Mirren durch ein mehrmonatiges Studium entsprechender Literatur und Filmmaterials vorbereitet. Für die Rolle des Tony Blair konnte der Brite Michael Sheen verpflichtet werden, der denselben Part schon in ¿The Deal¿ bekleidet hatte Die Dreharbeiten fanden u. a. im Glenfeshie Estate in den schottischen Highlands und in London statt.

    Was kann ich abschließend zu dem Film sagen?

    Mir hat er gut gefallen, er ist nicht super spannend, aber realistisch und anspruchsvoll, daher

    88 von 100

    Leider fehlt die Spannung - T2
    Meine Meinung und ein paar Infos vielleicht:

    Meiner Meinung nach hat Tony Blair sehr gut gepasst, natürlich nicht so gut wie die britische Darstellerin Helen Mirren, die ja für den Film einige Auszeichnungen bekam. Interessant fand ich auch in dem Film das gezeigt wurde, dass die Nachricht vom Tod von Diana die Königsfamilie in der Nacht erreicht hat, Charles sofort nach Paris fliegen will, und Elizabeth mit ihm darüber diskutiert, ob er dafür einen Privatjet chartern muss oder die königliche Flotte benutzen darf ¿ Diana ist ja seit der Scheidung keine königliche Hoheit mehr seit einem Jahr, somit kein Familienmitglied und darf ergo auch nicht als solches behandelt werden.

    Protokolle und Traditionen regeln eben das Königshaus in England, und die reichste Frau der Welt, wahrscheinlich ist sie auch reicher als Bill Gates, denn Ihr Grundbesitz, die Schlösser sind sicher mehr wert als Microsoft und Google zusammen, muss sich eben auch an die alte Tradition halten, was ich persönlich nicht richtig finde. Ich habe dauernd meine Freundin in die linke Brustwarze gezwickt, die ist so schön schmusig, und gemeint, das die alte einen Komplex hat, und ihr mal gehörig der Hinter versohlt gehört, aber leider kennt sich von uns keiner aus mit der Etikette, wie dass dann in der Realität aussieht.

    In dem Film gibt es, laut meiner Holden eine Metapher, denn das Ende der Monarchie scheint besiegelt, und die Republik ruft, durch Tony, und das kommt angeblich da raus als die Königin bei einer Autopanne mit Ihrem Jeep, sie war im Krieg übrigens Mechanikerin damals, den 14 Ender sieht den Ihr Ehemann seit 2 Wochen jagen möchte, aber das habe ich nicht kapiert, was das mit Metapher zu tun hat.

    Ich hätte mir mehr den Unterschied von Tradition und Moderne gewünscht, vielleicht ein paar Hippies im Film die im Buckingham Palast in die Ecke pissen oder was weiß ich, aber das ruht daher das ich auf kruden Humor stehe. Gut fand ich im Film wie Elisabeth dann gerührt beim Blumenmeer steht, sie hat sich doch geändert, leider sieht man nicht viel persönliches von der Königin, z.B. die königliche Kloschüssel, wer die wohl reinigt, was ist wenn die Königin z.B. sich in den Finger schneidet, Tampons benutzen muss, Weinkrämpfe mal hat, was ist wenn Philip notgeil ist, an Onanieren denkt, einfach menschliche dinge, die wurden in dem kühlen aber extrem realistischen und sehr anspruchsvollen und guten Film ausgelassen.

    Der Film hat auch Preise gewonnen:

    Oscar 2007:

    Beste Hauptdarstellerin (Helen Mirren)
    nominiert in den Kategorien
    Bester Film
    Beste Regie
    Bestes Original-Drehbuch
    Beste Filmmusik
    Beste Kostüme

    BAFTA-Award 2007:

    Bester Film
    Beste Hauptdarstellerin (Helen Mirren)
    nominiert in den Kategorien
    Bester britischer Film
    Beste Regie
    Bester Nebendarsteller (Michael Sheen)
    Bestes Original-Drehbuch
    Beste Filmmusik
    Beste Kostüme
    Beste Maske
    Bester Schnitt

    Golden Globe 2007:

    Beste Hauptdarstellerin ¿ Drama (Helen Mirren)
    Bestes Drehbuch
    nominiert in den Kategorien
    Bester Film ¿ Drama
    Beste Regie

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    Das mit dem Hirsch ist auch eine gute Szene gewesen, denn als sie vom Ehemann hört, dass der Hirsch doch erschossen wurde, latscht sie zu dem Gehöft, wo er aufgehängt ist, und verabschiedet sich traurig von der prachtvollen Kreatur wie von einem Freund, allerdings haben die Tränen gefehlt, das war mehr so ein zwischenmenschliches gedankliches Frauending.

    Ich finde das Helen Mirren die Royale Würde in dem Film sehr gut dargestellt hat, man konnte gar nicht entscheiden, wer das ist, Königin oder Helen, und wenn die Königin mal die Radieschen von unten begucken muss, dann schlage ich Helen als Königin Nr. 2 vor.

  • Überschätzt
    Eines muss man dem Film lassen: wohl nie zuvor hat sich ein Regisseur an einen politischen Spielfilm gewagt, der distanzlos und doch voller Respekt noch lebende und auch politisch handelnde Personen durch (grandiose!) Schauspieler ersetzt, und gleichzeitig unterhaltsam und informativ ist.
    Genau darin liegt aber auch das Problem des Films, über das auch Stepehen Frears nicht hinweg kommt. Das ständige Pendeln des Films zwischen Unterhaltung und Semi-Doku bekommt dem narrativen Getriebe nicht besonders gut. Gut, Frears kann ja nichts dafür, dass wir die Story alle schon kennen; auch sämtliche Jesus-Filme leiden darunter, das wir das Ende schon kennen. Aber abgesehen davon verhaspelt sich der Erzählstrang in einem Durcheinander von epischen Teile und Infotainment-Brocken, deren Kanten nicht so wirklich glatt aneinander passen.
    Eine römische Eins geht jedenfalls an Casting und Maske und an eine phenomänale Helen Mirren, vor der man am liebsten niederknien würde - gleichgültig, ob sie jetzt eine Königin ist oder vielleicht doch nicht.

  • sehenswert
    ein absolut sehenswerter film. schon alleine aufgrund der hervorragenden schauspielleistung von helen mirren (queen) und michael sheen (primeminister). sie verköpern die von ihnen dargestellten charaktere wirklich haargenau bis in detail. tolle leistung.
    dass man sich so einen film in origigalversion ansieht, steht (meines erachtens) außer frage.


  • sehr zu empfehlen, interessant vor allem das aufeinandertreffen einer sehr alten institution (englisches königshaus) mit der modernen medienwelt..die queen kann nicht verstehen, warum sie der tod von diana (die ja nicht mehr zu familie gehörte) etwas angehen soll..dieser konflikt wird sehr gut & sehr einfühlsam und ohne eine person zu verunglimpfen gezeigt