Die Römerstraße im Aostatal

 Deutschland 1998
Dokumentation 
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2.000 Jahre lang zogen durch das Aostatal die großen Armeen Europas, sie alle benutzten die Straße der römischen Ingenieure, deren Straßenbautechnik bis heute als vorbildlich gilt. Aber schon seit der Steinzeit transportierten Händler ihre Waren durch dieses Tal, meist auf dem Rücken von Lasttieren, später auf Karren. Heute ist die Römerstraße im Aostatal eine Hauptverkehrsader des modernen Europa. Das Aostatal, benannt nach dem römischen Kaiser Augustus, hat zusammen mit den Seitentälern die Form eines Hufeisens. Umkränzt von der höchsten Bergkette Europas, ist das Tal durch Passübergänge mit der Schweiz und Frankreich verbunden, zur Po-Ebene ist es offen. Um das Tal ist oft gekämpft worden, denn durch die Passübergänge am Großen und am Kleinen Sankt Bernhard hatte es jahrhundetelang eine große strategische Bedeutung. Auch einzelne Burgherren stritten im Mittelalter und in der Renaissance um die Macht. Ihre Schlösser und Burgruinen stehen noch heute zahlreich auf schroffen Felsen und auf Anhöhen.Der Film dokumentiert das Leben und die immer noch vielfältigen Spuren der Römerzeit entlang der geschichtsträchtigen Straße. Überreste römischer Straßen und Weganlagen, eindrucksvolle Ruinen in der traumhaft schönen Landschaft des Aostatals: Sie erinnern an das mächtige Römische Imperium. Zitate aus den Werken der großen römischen Dichter und Denker lassen die vergangene Zeit lebendig werden. Die Bewohner des Tals sind stolz auf ihre kulturelle Identität. So wird auch heute noch von vielen der franko-provençalische Dialekt gesprochen. Und man findet noch immer die alten traditionsreichen Berufe.Eine scheinbar «ganz normale» Fernsehdokumentation - aber es wäre nicht Peter Nestler, würde er daraus nicht etwas Außergewöhnliches machen. Er versteht es nicht nur, Geschichte anschaulich zu schildern, er macht auch klar, wie sehr und wie nachhaltig sich die Ereignisse der Vergangenheit auf die Gegenwart auswirken. Der Film beeindruckt nicht nur durch seinen Materialreichtum, sondern auch durch das Einfühlungsvermögen des Regisseurs und das umfangreiche Wissen, das er vor uns ausbreitet. Nestler begnügt sich nicht mit der Präsentation historischer Fundstücke; auch das heutige Alltagsleben spielt eine große Rolle, die Auswirkungen wirtschaftlicher Entscheidungen (wie der Schließung einer Fabrik) auf die Region; ebenso die Arbeit, die Tradition der Handwerkskünste und die Landwirtschaft. (Andreas Ungerböck)

Details

Peter Nestler
Burkhard Kreisel
Peter Nestler in Zusammenarbeit mit Riccardo Simeoni
Südwestfunk

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