Die Schachspielerin

 F/D 2009

Joueuse

Drama 07.05.2010 97 min.
6.80
Die Schachspielerin

Mit ihrer Leidenschaft für das Spiel riskiert das Zimmermädchen Hélène bald Ehe und guten Ruf - ihr ganzes bisheriges Leben gerät aus den Fugen.

In einem kleinen idyllischen Dorf auf Korsika besteht das Leben der stillen Hélène (Sandrine Bonnaire) aus einer Reihe von sich ähnelnden Tagen. Sie arbeitet als Zimmermädchen in einem Hotel und wirkt mit ihrer Ehe, ihrem Mann und ihrer fünfzehnjährigen Tochter Lisa glücklich. Ihr bescheidenes Leben scheint vielleicht etwas monoton, aber es verläuft in geordneten Bahnen von vermeintlicher Zufriedenheit.
Alles ändert sich, als sie beim Putzen ein junges verführerisches Paar beobachtet, das auf einer der Hotelterrassen Schach spielt. Hélène fühlt sich sofort von diesem geheimnisvollen Spiel angezogen, hinter dem sich für sie eine aufregende Welt verbirgt.

Ihr Mann hält gar nichts davon, ihm ist die neue Passion seiner Frau eher peinlich, und will sie wieder davon abbringen. Im Dorf tuschelt man bereits über sie. Doch Hélène beschäftigt sich heimlich weiter damit und findet in dem kauzigen Dr. Kröger (Kevin Kline), dessen Haushalt sie in Ordnung hält, einen Mentor und Freund. Nach anfänglichem Zögern unterstützt er sogar ihre Idee an Turnieren teilnehmen zu wollen. Für sie beginnt ein Abenteuer mit unabsehbaren Folgen.

Details

Sandrine Bonnaire, Kevin Kline, Francis Renaud, Jennifer Beals u.a.
Caroline Bottaro
Jean-Claude Larrieu
Caroline Bottaro
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Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • C4 - F6
    Als das Zimmermädchen Hélène (Sandrine Bonnaire) vom Schachspiel fasziniert ist, weiß man nicht, ob es an der Schönheit des spielenden Pärchens liegt, an der Eleganz des Ambientes oder an der Ruhe, die vom Spiel ausgeht. Es ist auf alle Fälle ein eklatanter Kontrast zu ihrem Privatleben. Sie findet einen väterlichen Freund und Lehrmeister in Dr. Kröger (Kevin Klein), hat einen eifersüchtigen Ehemann Ange (Francis Renaud) und eine pubertierende Tochter. Alles, was man aus der daraus sich möglicherweise ergebenden Dramatik erwarten könnte, findet nicht statt: Mann und Tochter unterstützen sie letztlich und Dr. Kröger ist todkrank, stirbt aber nicht. Hélène macht ihren Weg. Eine leise Emanzipationsgeschichte mit viel Schach. Kleinere Hindernisse wie häusliche Gewalt auf dem Küchentisch werden aus dem Weg geräumt oder stumm ertragen. Der kranke Gönner wagt einen zarten Kuss. Tanz und Toleranz sind die Dinge, die den Weg ebnen. Ein fieser Macho wird am Brett besiegt.
    Eine feministische Lösung (‘Die Dame ist die stärkste Figur im Spiel.‘) voller Harmoniebedürfnis erwartet den Zuschauer am Ende. Versüßt wird das Ganze durch einige nette optische Gags: sie formt aus Brotkrümeln Schachfiguren beim Essen, er isst sie ahnungslos auf. Das Foyer hat ein Muster wie ein Schachbrett, das sich verändert und ihr Kleiderwechsel verdeutlicht den Zeitraffer. Hélène wagt und gewinnt weil ‘Wenn man ein Risiko eingeht, kann man verlieren. Wenn man keins eingeht, hat man schon verloren.‘
    Leise, unaufgeregt, etwas zaghaft.

  • Feiner Film
    Ich fand den Film fein, wenn auch nicht überragend. Ich hab mich die ganze Zeit gefragt, warum eine in Korsika lebende Hotel-Reinigungs-Frau, die sich offensichtlich etwas unerfüllt fühlt, auf einmal anfängt, auf geniale Weise Schach zu spielen? Ich fand die Haupthandlung zu sehr konstruiert. Aber sonst: ein feiner, netter französischer Film, der angenehm die Zeit vertreibt und an den man nicht zu viele Ansprüche stellen sollte. Es war halt nicht die Schachnovelle...

  • Eine etwas anders Mischung...
    Es ist seheswert, obgleich das Ende etwas anders zu wünschen übrig hält...