Die stumme Herzogin

 I/F 1996

Marianna Ucria

Drama, Kostümfilm 108 min.
6.00
film.at poster

Palermo 1743: Die taubstumme 13-jährige Marianna Ucria muss ihren Onkel Herzog Pietro heiraten. Sie schenkt ihm Kinder, aber keine Liebe.

Jahre später verlässt sie ihn und zieht in ein Landhaus. Der Lehrer Grass gibt ihrem aufopferungsvollen Leben neue Impulse. Mit ihren aufklärerischen Idealen brüskiert Marianna ihre engstirnige Umgebung.
Mit 40 verliebt sie sich in den Diener Saro, doch seine eifersüchtige Schwester Fila begeht eine Verzweiflungstat...

Details

Emmanuelle Laborit, Roberto Herlitzka, Laura Morante, Laura Betti, Philippe Noiret, u.a.
Roberto Faenza

Kritiken

Kinoprogramm

Es sind uns keine Vorstellungen bekannt.

Film bewerten

0

User Kritiken

  • Bildung bringt's
    Als Kind missbraucht, wird Marianna stumm. Mit 13 wird sie an einen uralten Reichen verkuppelt, den sie zwar nicht liebt, ihn aber auch nicht abweist, weil sie Mitleid mit ihm hat. Die junge Frau bildet sich weiter, lernt die Gebärdensprache, die Gedanken der Aufklärung kennen, emanzipiert sich geistig und auch sexuell – lange vor der großen Französischen Revolution.
    Wenn auch etwas bedächtig inszeniert – man hat eben noch Zeit fürs Detail – und mit opulenten Kostümen ausgestattet, schildert der Film sehr differenziert und sensibel den Weg einer Frau, die sich aus der sozialen Enge ihrer Jugend, aus einer Zeit (Mitte 18. Jht.) als die Kirche noch das gesellschaftliche Leben bestimmte, befreite. Als allein das Wort ’Freiheit’ schon mit Ketzerei gleichgesetzt wurde und ganz allgemein die Idee vorherrschte, dass die Vernunft die Sklavin der Leidenschaft sei. Sie findet ihre Stimme wieder, erlangt eine neue Freiheit und ist in der Lage, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Als ihr das alles bewusst wird, lässt sie ihr Land (zurzeit gerade tief verschneit) und ihre Vergangenheit (mit all den Verletzungen ihrer Seele) hinter sich und fliegt davon...
    Ein zeitloses Thema, passend in harte Farben gehüllt; denn das gilt doch auch heute noch: nur mit Bildung, kann man sich aus dem Teufelskreis des Elends befreien.

  • Bildung macht's
    Als Kind missbraucht, wird Marianna stumm. Mit 13 wird sie an einen uralten Reichen verkuppelt, den sie zwar nicht liebt, ihn aber auch nicht abweist, weil sie Mitleid mit ihm hat. Die junge Frau bildet sich weiter, lernt die Gebärdensprache, die Gedanken der Aufklärung kennen, emanzipiert sich geistig und auch sexuell – lange vor der großen Französischen Revolution.
    Wenn auch etwas bedächtig inszeniert – man hat eben noch Zeit fürs Detail – und mit opulenten Kostümen ausgestattet, schildert der Film sehr differenziert und sensibel den Weg einer Frau, die sich aus der sozialen Enge ihrer Jugend, aus einer Zeit (Mitte 18. Jht.) als die Kirche noch das gesellschaftliche Leben bestimmte, befreite. Als allein das Wort ’Freiheit’ schon mit Ketzerei gleichgesetzt wurde und ganz allgemein die Idee vorherrschte, dass die Vernunft die Sklavin der Leidenschaft sei. Sie findet ihre Stimme wieder, erlangt eine neue Freiheit und ist in der Lage, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Als ihr das alles bewusst wird, lässt sie ihr Land (zurzeit gerade tief verschneit) und ihre Vergangenheit (mit all den Verletzungen ihrer Seele) hinter sich und fliegt davon...
    Ein zeitloses Thema, passend in harte Farben gehüllt; denn das gilt doch auch heute noch: nur mit Bildung, kann man sich aus dem Teufelskreis des Elends befreien.