Distant voices still lives

 GB 1987
Drama 85 min.
7.50
film.at poster

Ein filmisches Fotoalbum über die Jugend von Regisseur
Terence Davies im Liverpool der 40er und 50er Jahre.
Männer und Frauen in der Familie trennen tiefe Gräben, nur
in den Momenten gemeinsamen Gesangs scheinen diese
überwindbar zu sein. Von Nostalgie oder schwelgerischer Romantik ist in Davies'
episodenhafter Rückerinnerung nichts zu spüren, sein Blick
ist auch kein Blick zurück im Zorn, es ist vielmehr der
behutsame Versuch eines Betroffenen, Ereignisse der
Vergangenheit zu bewältigen, die selbst für das erwachsene
Auge beinahe magisch erscheinen.Filmladen Wien

Details

Freda Dowie, Pete Postlethaite, Angela Walsh,Dean Williams, Lorraine Ashbourne, Antonia Mallen
Terence Davies
Terence Davies

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Ein musikalisches Bilderbuch
    Das britische Ausnahmetalent Terence Davis hat 1988 einen außergewöhnlichen Film gemacht. Es wird viel gesungen, doch es ist kein Musical. Davis setzt der inzwischen fast verloren gegangen Tradition des Pub-Singing ein Denkmal und verlängert gleichzeitig die lange Reihe der Working-Class Movies. Das ist so noch nie gemacht worden. Die Songs begleiten die Handlung, die oft anhand von Standfotos erzählt wird. Daneben gibt es natürlich im Wechsel atmosphärisch genaue Dialoge, die in lokalen Dialekt getaucht sind.
    Hier sind die Männer noch echte Kerle und die Mädels kommen damit klar. Vater (Pete Postlethwaite) verprügelt Frau und Kinder und die Mutter (Freda Dowie) versucht das Schlimmste zu verhindern.
    Es ist wie ein musikalisches Bilderbuch. Es wird vor und zurück geblättert. Man kann sich mal diese und mal jene Szene genauer anschauen: Hochzeit, Begräbnis, Bomben im 2. Weltkrieg… Es wird immer wieder dazu gesungen. Mal gibt es einen sanften Song zur pickelharten Realität als Kontrast, dann wieder ein Lied als Erläuterung einer Situation. Es sind stereotypische Szenen mit authentischen Charakteren. Oft ist die Musik ein Palliativ, das die harte Realität abfedert. Aus dieser Musikalität und einer bewusst gemachten Stille entsteht durch Bilder mit erschreckender Realität eine ganz eigene Suggestivkraft. Grandios in seiner Einzigartigkeit.