Ein gutes Herz

 Island 2009

The Good Heart

Drama 11.03.2011 95 min.
6.90
Ein gutes Herz

Der Isländer Dagur Kári hat nach "Noi Albinoi" einen weiteren wunderbar komischen und rührenden Film gemacht, mit dem griesgrämigen Besitzer einer heruntergekommenen New Yorker Kneipe als Hauptfigur.

Jacques (Brian Cox) ist der griesgrämige Besitzer einer heruntergekommenen New Yorker Kneipe, die einem bunten Haufen von Trinkern als Zuhause dient. Er ist dabei sich konsequent zu Tode zu saufen und liegt nach seinem mittlerweile fünften Herzinfarkt in der Klinik. Sein Zimmernachbar ist der Obdachlose Lucas (Paul Dano). Der gutmütige Aussteiger fühlt sich dem täglichen Kampf ums Überleben nicht gewachsen, und wurde nach einem kläglich gescheiterten Selbstmordversuch ebenfalls eingeliefert.

Nachdem beide entlassen sind, landet Lucas wieder auf der Straße. Jacques, der jeden Moment damit rechnen muss abzutreten, erkennt in Lucas einen würdigen Nachfolger und nimmt ihn bei sich auf. Er unterweist den Jungen in seiner reichlich eigenwilligen Kneipen-Philosophie: Ein perfekter Espresso ist die höchste Kunst, Neukunden sind unwillkommen, keine Kumpanei mit Gästen, aber vor allem: Absolutes Frauenverbot! Lucas lernt schnell, doch als die Liebe in Form der schönen, betrunkenen Stewardess April (Isild Le Besco) in die Bar stolpert, wird die Freundschaft der beiden auf die Probe gestellt...

Details

Brian Cox, Paul Dano, Isild Le Besco, Stephanie Szoszak, Bill Buell
Dagur Kári
Orri Jonsson, Dagur Kári
Rasmus Videbæk
Dagur Kári
Polyfilm

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Selbstmord trifft Herzinfarkt
    Die beiden Charaktere, die sich hier auf der Krankenstation treffen, können unterschiedlicher nicht sein: Jacques, ein alter, herzkranker, ständig fluchender Barbesitzer (Brian Cox) und Lucas ein junger, mittelloser im Pappkarton schlafender Penner (Paul Dano). Quasi das Weichei und die Kratzbürste! Es gelingt Jacques aus Lucas einen Barkeeper zu machen. Selbst als Lucas von Amors Pfeil in Gestalt von April (Isild Le Besco) getroffen wird, schaffen es die beiden Rabauken mit einander hinzukommen. Es wird überzeugend dargestellt, wie der Alte vielleicht wegen seines Herzfehlers sanfter und der Junge kalt und verbittert wird. So könnte sich ein Happy End anbahnen…wenn das Leben nicht völlig unverhofft von seiner grausamsten Seite zu schlagen würde. Eigentlich wollte Lucas nur die Ente Estragon einfangen… Hier kommt die doppelte Bedeutung des Titels in Spiel. Unkommentiert und ohne Dialoge ziehen Bilder vom OP Saal vorbei. Man ahnt wer das gute Herz spendet und wer es empfängt. Zur leichteren Verarbeitung des finalen Schocks gibt es noch ein paar versöhnlich stimmende, leicht überzuckerte Bilder, die so gar nicht ins Bild passen.
    Im Großen und Ganzen aber atmosphärisch stimmig, in dunklen Farben gezeichnet und mit vielen lebhaften Gästen an der Theke, ist das Indie-Produkt recht gefühlvoll inszeniert.