Ein halber Mann

 Italien 1966

Un uomo a metà

Drama 93 min.
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Als De Seta "Un uomo a metà" - gewidmet Ernst Bernhard, dem damals wichtigsten Jungianer Italiens - 1966 in Venedig präsentierte, wurde er von der Kritik weitgehend verlacht.

Michele kann den anderen bloß zusehen, wie sie glücklich sind: Er ist ein Voyeur der Liebe und des Begehrens - er ist so wild nach diesen anderen und dabei unfähig, ihre Nähe zu finden, dann zu ertragen (diese hängenden Schultern, das trübe Antlitz). Sein Treiben führt ihn zurück in die toskanische Villa seiner Kindheit, wo er seine letzte Liebe verlor - Elena, die ihm, so scheint's, von seinem Bruder weggenommen wurde.

Als De Seta Un uomo a metà - gewidmet Ernst Bernhard, dem damals wichtigsten Jungianer Italiens - 1966 in Venedig präsentierte, wurde er von der Kritik weitgehend verlacht. Pier Paolo Pasolini gehörte zu den wenigen, die sofort verstanden, dass dieser Film ein kapitales Meisterwerk und seiner Zeit weit voraus war. Seelische Vorgänge werden hier kinematografisch-neorealistisch übersetzt: Zu sehen ist die Gegenwart der Neurose - keine Träume, allein die Wirklichkeit einer Krankheit. In all dem: ein im Pasolinischen Sinne poetisches Röntgenbild des ­Italiens seiner Zeit. (O.M.)

Details

Jacques Perrin, Gianni ­Garko, Lea Padovani, Rosemary Dexter, Francesca De Seta
Vittorio De Seta
Fabio Carpi, Vera Gherarducci

Kritiken

Kinoprogramm

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