Eine Familie

 DK 2010

En Familie

Drama 04.03.2011 102 min.
6.70
Eine Familie

Das ebenso intensive wie ergreifende Portrait einer zeitgenössischen Familie zwischen Tradition und Moderne.

Ditte (Lene Maria Christensen), älteste Tochter der dänischen Bäckerfamilie Rheinwald, führt eine erfolgreiche Galerie in Kopenhagen. Als ihr ein Job in New York angeboten wird, scheint für sie und ihren Freund Peter (Pilou Asbæk) ein lang gehegter Traum in Erfüllung zu gehen. Doch der anstehende Umzug in den Big Apple wird von einer familiären Krise überschattet. Dittes Vater Rikard (Jesper Christensen) ist schwer erkrankt und sorgt sich um den Fortbestand des seit drei Generationen bestehenden Familienbetriebes. Dittes inniges, liebevolles Verhältnis zu ihrem Vater wird nun auf eine harte Probe gestellt: Soll sie ihren eigenen Lebenstraum verwirklichen oder sich den Wünschen ihres Vaters beugen und die Leitung der traditionsreichen Bäckerei übernehmen? Als sich Rikards Zustand zunehmend verschlechtert und Peter ungeduldig auf eine endgültige Entscheidung drängt, muss Ditte ihr bisher so unkompliziert verlaufenes Leben und ihre Zukunftspläne völlig neu überdenken...

Details

Johan Philip Asbæk, Jesper Christensen, Lene Maria Christensen, Anne Louise Hassing
Pernille Fischer Christensen
Jakob Ihre
Pernille Fischer Christensen, Kim Fupz Aakeson
Tobis

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Tod eines Patriarchen
    Die Familie des Hofbäckers Rikard Rheinwald (Jesper-Kaminski-Christensen) wird in den Tod des Familienoberhauptes mit hineingezogen. Zuvor hatte er noch seine langjährige Lebensgefährtin (Anne Luise Hassing) und Mutter seiner Kinder geheiratet. Seine Lieblingstochter Ditte (Lene Maria Christensen), der er das Geschäft übergeben will, erhält einen Traumjob in New York und wird auch noch schwanger.
    Genug Stoff für Zoff und Versöhnung. Selbst die Enkelkinder sind in diesem emotionalen Whirlpool involviert.
    Die stärksten Szenen spielen sich zwischen Vater Rheinwald und Tochter Ditte ab. Besonders die enge Bindung zwischen den beiden starken Charakteren wird eindrucksvoll geschildert. Rikard steht zwischen Leben und Tod. Ihm liegt die Bäckerei als Familientradition besonders am Herzen. Ditte muss zwischen Beruf und Mutterschaft wählen und eine einvernehmliche Lösung mit ihrem Freund Peter (Johan Philip Asbaek) finden.
    Pernille Fischer Christensen schildert das in ruhigen Bildern, die hin und wieder durch einen Gefühlsausbruch unterbrochen werden, wenn sich Enttäuschung und Frust Luft machen müssen. Es ist realistisch herb und ungeschminkt, und völlig kitschfrei. Dafür beobachtet die Kamera sehr genau. was bei den einzelnen Akteuren so vor sich geht. Dazu gehört auch ein langer Sterbeprozess. Wie Rikard können wir dem Tod nicht entgehen und wie Ditte und Peter kann man ein neues Leben in die Welt setzen. Da gibt es nichts zu lachen. Man ist nur gerührt. Ein gehaltvoller Film, der einen nicht runterzieht oder depressiv macht, sondern nur einen Blick auf eine mögliche Option wirft. Nicht für jeden Tag, aber gelungen.