Elisabeth Kübler-Ross: Dem Tod ins Gesicht sehen

 CH 2002
Dokumentation 28.11.2003 
film.at poster

Portrait über die Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross, die ein Leben lang gegen die Tabuisierung des Sterben ankämpfte.

Elisabeth Kübler-Ross hat sich als Ärztin, Wissenschaftlerin, Autorin und vor allem als Wegbereiterin der Hospizbewegung und Sterbebegleitung ein Leben lang mit dem Tod beschäftigt und ist mit 23 Ehrendoktortiteln wohl die akademisch meist ausgezeichnete Frau der Welt. Ihr Buch "On Death and Dying" sowie unzählige Workshops und Vortragsreisen brachten ihr internationalen Ruhm. Ihr Kampf gegen die Tabuisierung des Todes stieß aber auch an den Widerwillen der Autoritäten, und 1994 wurde der Wohnbereich des von ihr aufgebauten Sterbehilfe-Zentrums in Virginia durch Brandstiftung zerstört, da die Anwohner fürchteten, sich mit AIDS zu infizieren.
Die Dokumentation von Stefan Haupt, die den Lebensweg der Sterbeforscherin nachzeichnet, basiert auf Gesprächen mit der Ärztin, die nach mehreren Schlaganfällen zurückgezogen in Arizona lebt, "nahe jenem Übergang, den sie selber so leidenschaftlich erforscht hat." Der Schweizer Regisseur, der 2001 mit Utopia Blues berühmt wurde, betont, dass "die Hospizbewegung, verschiedene Formen heutiger Sterbebegleitung sowie Selbsthilfegruppen für Trauernde zu einem erheblichen Teil auf ihre Initiative zurückzuführen" sind und filmt "das fesselnde Portrait der Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross, die ihr Leben lang gegen die Tabuisierung des Sterbens andachte und ankämpfte."

Länge: 98 min.

Details

Stefan Haupt
Klaus Wiese, Peter Landis
Christian Davi, Jann Erne, Patrick Lindenmaier
Stefan Haupt
Polyfilm

Kritiken

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User Kritiken

  • Betroffen - sehr sehenswert
    Was ich an Elisabeth Kübler-Ross vor allem (vor vielen Jahren aus einem ihrer Bücher) so bewunderte, war ihr Wille, gesteckte Ziele zu erreichen.
    Heute - ich weiß nicht ob sie noch lebt, aber wenn (was ich vermute), dann ist sie 78 Jahre alt - lebt sie einsam wie kaum jemand in einer einsamen Gegend in den Vereinigten Staaten.
    Was mich wirklich erschüttert sind zweierlei:

    Erstens ihre Einsamkeit. Ein Mensch, der so Vieles gegeben hat, ganz gleich ob er vielleicht Fehler gemacht hat oder nicht, wird so links liegen gelassen?

    Zweitens noch mehr die Tatsache, daß speziell sie, als sozusagen die Frau, die dem Tod einen guten Ruf zu verschaffen suchte, nun darunter leidet, durch Schlaganfälle ans Bett gezwungen, ihn nicht erhalten zu können?

    Da wurde mir wie selten zuvor bewußt, daß wirklich die Bewegung, die innere, das höchste Ziel und somit die höchste Tugend ist, das wir anstreben sollen / erreichen können. Was will ich damit sagen? Willen, ein Ziel zu erreichen ist Goldes Wert. Doch ruht in ihm auch der Antipode 'Starrheit'. So wird der Wille uns nur zum Segen, wenn wir ihn auf den Wellen der inneren Beweglichkeit reiten lassen...

    Ein sehr denkenswerter (und nebenbei, auch rundherum sonst gelungener) Film.