Filmkritiken
10.01.2019

„Kalte Füße“: Heißer Showdown bei Minusgraden

Die österreichisch-deutsche Koproduktion punktet durch ihre knackigen Dialoge.

Nachdem sich Denis (Emilio Sakraya) mit zwei Ganoven eingelassen hat und seine Schulden nicht zurückzahlen kann, steckt er in der Klemme. Seine Mutter, die ihn ständig wegen seiner mangelhaften Arbeitsambitionen nervt, ist ihm auch keine Hilfe. Die Gangster fackeln nicht lange herum und zwingen Denis zu einem Einbruch in eine Villa am Land. In die Villa eingedrungen, trifft er auf den Querschnittsgelähmten Raimund (Heiner Lauterbach), der vergeblich versucht, sich gegen den Eindringling zu wehren. Ausgerechnet als er mit dem alten Mann im Clinch liegt, kommt seine Enkelin Charlotte (Sonja Gerhardt) nach Hause. Denis gibt sich kurzerhand als Pflegekraft aus und gewinnt somit das Vertrauen der jungen Polizeianwärterin. Als am nächsten Tag das gesamte Anwesen durch einen Schneesturms zugeschneit ist, kommen sich Denis und Charlotte näher als gedacht.

Flott

Kalte Füße“ ist eine Mischung aus der französischen Komödie „Ziemlich beste Freunde“ und dem deutschen Erfolgshit „Fack ju Göhte“. Wer sich also ein cineastisches Meisterwerk erwartet, ist hier falsch. Für ein jüngeres Publikum zwischen 12 und 19 ist die Komödie jedoch sehr zu empfehlen. Die Geschichte ist einfach aufgebaut, kommt schnell auf den Punkt und wird nie langweilig.

Pophits

Die Slapstickeinlagen sind mutig inszeniert und geben uns Einblicke in Intimbereiche, die man aus deutschen Produktionen eher nicht gewöhnt ist. Die Dialoge sind gut geschrieben und mit ihrem Wortwitz sehr zeitgemäß. Emotionale Momente werden mit Radiohits von Ed Sheeran bis Vance Joy unterlegt und dürften die Herzen zeitgeistiger Musikliebhaber höher schlagen lassen.

Michael Ostrowski

Die Hauptrollen werden von Emilio Sakraya und Sonja Gerhardt gespielt, zwei Gesichter, die man hierzulande kaum kennt. In den Nebenrollen sind jedoch heimische Publikumslieblinge wie Gerti Drassl als Hausmädchen und Michael Ostrowski als Polizist zu sehen. Die deutsch-österreichische Koproduktion wurde in München und Niederösterreich gedreht.

In dieser modernen Adaption der klassischen Screwball-Komödie wird ein Kleinkrimineller für einen Krankenpfleger gehalten.