Mandalorian & Grogu: Star Wars zwischen Bond und Indiana Jones
Szene aus "Star Wars: The Manalorian and Grogu"
Der Mann mit dem futuristischen Sturzhelm im Star-Wars-Design und sein kleiner pistaziengrüner Begleiter mit Fledermausohren sind uns bisher nur als Serienhelden auf Disney+ in Erinnerung geblieben. Am Ende von Staffel 3 haben sie zum Abschied eine regelrechte Schrebergartenidylle erlebt: Während der Mandalorian Din Djarin (Pedro Pascal) vorm bunkerähnlichen Eigenheim saß und die Aussicht auf den einzigen Baum weit und breit genoss, unterhielt sich Grogu auf seine Weise, indem er einen Frosch schweben ließ. So hätte es eigentlich immer weitergehen können, doch der Kinofilm reißt sie nun aus ihrem verdienten Nichtstun wieder heraus, denn die sogenannte Neue Republik ist auf die Hilfe der beiden angewiesen.
Szene aus "Star Wars: The Manalorian and Grogu"
Jabba the Hutt lässt grüßen
Das Dunkle Imperium wurde zwar besiegt, doch es gibt noch immer Vertreter des alten Regimes, die ihr Unwesen treiben und als Bedrohung für einen stabilen Frieden gelten. Genau da kommen der Kopfgeldjäger und sein kleiner Schüler ins Spiel. Ihre Aufträge erhalten sie von niemand Geringerem als Sigourney Weaver – und wer könnte da schon "nein" sagen. Die Struktur des Kinoabenteuers ist also denkbar simpel: Mandalorian und Grogu spulen eine Mission nach der anderen ab und bieten uns gleich zu Beginn einen James-Bond-würdigen Auftakt, bei dem etliche Explosionen auf schneebedeckten Bergeshöhen für farbenprächtige Akzente sorgen.
Später verschlägt es sie zum Beispiel in eine bladerunnerhaft dunkle Megastadt, wo in einer Arena die fabelhaftesten Wesen Schaukämpfe austragen. Einer der halb unfreiwilligen Fighter (Originalstimme: Jeremy Allen White) ist ein direkter Nachkomme von Jabba the Hutt; und gerade dieser junge schneckenförmige Kraftlackel wird dann eine Schlüsselrolle spielen – immerhin bringt er den Mandalorian dazu, auf die ausgesetzte Belohnung zu verzichten und sich so den Zorn mächtiger Feinde zuzuziehen.
Szene aus "Star Wars: The Manalorian and Grogu"
Figurenfülle, Action und Humor dank Favreau
Auch wer keine einzige Folge der Serie gesehen hat, kann sich hier übrigens problemlos zurechtfinden. Als Ideenlieferant für dieses erfreulich untypische Star-Wars-Spektakel, das irgendwo zwischen Bond, Indiana Jones und Muppets Show angesiedelt ist, hat sich erneut John Favreau mächtig ins Zeug gelegt und eine Geschichte entwickelt, der man sich einfach nicht entziehen kann, weil sie uns mit unvorhersehbaren Wendungen, Figurenreichtum, Humor sowie ungebremster Action versorgt, und Fans mit wohlplatzierten kleinen Gimmicks ebenfalls bei Laune hält. Zugleich gibt es auch ein paar stille Momente, in denen Grogu zeigen kann, was alles an Durchhaltevermögen in dem Winzling steckt, wenn es darum geht, seinen verehrten Lehrmeister vor Gefahren zu bewahren.
Szene aus "Star Wars: The Manalorian and Grogu"
Wen spricht Scorsese?
Übrigens sollte man unbedingt bis zum Abspannende warten – auch wenn dann keine Bonusszene aufpoppt, ist die Filmmusik des dreifachen Oscarpreisträgers Ludwig Göransson (zuletzt "Blood & Sinners") Belohnung genug. Und anschließend kann man im Freundeskreis darüber rätseln, welcher Figur wohl Martin Scorsese in der Originalfassung seine Stimme geliehen hat - es ist ja ein breites Spektrum an Wesen vorhanden, die sich irgendwo zwischen furchtbar niedlich und unglaublich schrecklich ansiedeln.
4 von 5 Fangzähnen einer monströsen Unterwasserschlange
"Star Wars: The Mandalorian and Grogu" ist derzeit in unseren Kinos zu sehen. Hier geht's zu den Spielzeiten!