Filmkritik: Sonic The Hedgehog

© Constantin Film

Filmkritik
02/13/2020

"Sonic The Hedgehog": Jim Carrey auf der Jagd nach dem Cartoon-Igel

Aus dem SEGA-Game ist ein kurzweiliges, aber durchaus gelungenes Action-Abenteuer für die ganze Familie geworden.

von Erwin Schotzger

"Sonic The Hedgehog", der blaue Cartoon-Igel mit den roten Turnschuhen, sieht eigentlich mehr nach Katze aus. Aber egal. Wie Super Mario und Pac-Man ist auch Sonic The Hedgehog eine Figur der Popkultur, die jedem schon einmal irgendwo über den Weg gelaufen ist – auch wenn man mit Videospielen nichts am Hut hat. Sonic kennt man einfach!

Erstmals raste das SEGA-Maskottchen in atemberaubenden Tempo im Jahr 1991 durch ein eigenes "Jump'n'Run"-Videospiel für die Spielkonsole SEGA Mega Drive. Das Game aus Japan war weltweit so erfolgreich, dass Sonic später auch in Zeichentrickfilmen, Comics und auf zahlreichen Merchandise-Produkten auftauchte. Nun hat es Sonic auch in einen Realfilm geschafft. Den ultimativen Widersacher des animierten Cartoon-Igels spielt Jim Carrey als Dr. Ivo Robotnik, der später in den Games nur noch Dr. Eggman genannt wurde.

Wenn E.T. auf Roger Rabbit macht ...

Der kleine Sonic (in der deutschen Synchronfassung gesprochen von Julien Bam) ist auch auf seinem Planeten etwas ganz Besonderes. Doch sein Supertempo macht ihn zum Gejagten, weshalb er auf die Erde flüchten muss. Dort lebt er im Verborgenen im Wald nahe der Kleinstadt Green Hills im US-Bundesstaat Montana. Dank seiner unglaublichen Superkraft kann er sich so schnell bewegen, dass kein Mensch etwas von seiner Existenz bemerkt. Nur Crazy Carl (Frank C. Turner) fantasiert gelegentlich von einem "blauen Teufel", aber den komischen Kauz nimmt in dem Örtchen niemand ernst.

Als Sonic eines Abends vor Einsamkeit ein wenig ausrastet, verursacht er mit seinen Kräften einen großräumigen Stromausfall. Das erregt die Aufmerksamkeit der US-Regierung, die den ebenso genialen wie überheblichen Wissenschaftler Dr. Ivo Robotnik nach Green Hills schickt. Bald ist der skrupellose Soziopath mit seinen Hightech-Drohnen auf der Jagd nach Sonic, der sich im Haus von Sheriff Tom Wachowski (James Marsden) und seiner Frau Maddie (Tika Sumpter) versteckt. Das Paar beschließt das anhängliche Alien zu verstecken und Sonic zur Flucht zu verhelfen.

Action-Abenteuer für die ganze Familie

Der Weg von "Sonic The Hedgehog" vom Videogame zum Kinofilm war ein steiniger. Eigentlich hätte das Familienabenteuer nach langer Entwicklungsarbeit schon im November 2019 in die US-Kinos kommen sollen. Der erste Trailer löste aber einen Shitstorm in den sozialen Medien aus: Der animierte Sonic kam bei den Fans ganz schlecht an, weil die Figur zu sehr vermenschlicht wurde. Daraufhin verschob Paramount den Starttermin auf den Valentinstag 2020 und überarbeitet das Erscheinungsbild des blauen Tierchens aus dem All: Sonic sieht jetzt wesentlich niedlicher (so wurden die Augen deutlich größer) und mehr wie eine Cartoon-Figur aus. Und das ist gut so!

"Sonic The Hedgehog" ist letztendlich ein kurzweiliges, aber durchaus gelungenes Action-Abenteuer für die ganze Familie geworden. Jim Carrey hat dazu sicherlich einiges beigetragen, denn seine gewohnt durchgeknallte Darstellung des Bösewichts sorgt für die meisten Lacher im Film. Aber auch James Marsden überzeugt als gutmütiger Kleinstadt-Sheriff, der sich mit dem einsamen Alien anfreundet. Die amüsante Geschichte könnte man als eine Kombination aus "Falsches Spiel mit Roger Rabbit" und "E.T." bezeichnen: Rund 100 Minuten dauert es, bis der Sheriff und das Cartoon-Alien auf der Flucht vor dem fiesen Dr. Eggman echte Freunde werden. Bis dahin erleben wir jede Menge Action, aber auch einige warmherzige Momente.

 

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Ein Landpolizist verhilft Sonic zur Flucht, als eine Spezialeinheit der Regierung unter dem bösen Dr. Robotnik (Jim Carrey) auf das schnelle Kerlchen Jagd macht.