Free Land

 USA 2009
Dokumentation 62 min.
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Was ist das für ein Land, das für so viele eine bessere Zukunft verspricht, das die Menschen anzieht, es zu besiedeln, zu bebauen, zu bewohnen? Was ist das für ein Land, dessen Mythen die Wirklichkeit überlagern, den Blick verstellen auf das, was unter der Oberfläche liegt, was vergraben ist in der Erde, im Sand, in der Geschichte? Die amerikanische Filmemacherin Minda Martin geht in Free Land diesen Fragen nach, indem sie zunächst dort beginnt, wo die Auswirkungen am deutlichsten zu erkennen sind: bei den Menschen selbst, im konkreten Fall bei ihrer eigenen Familie. Es sind Erinnerungssplitter - an die Kindheit, an Gerüche, an die Farbe von Kleidungsstücken -, die ein Fundament bilden, das hier wie ein Mosaik hervorleuchtet, wohl wissend und bedenkend, dass jede individuelle Geschichte immer eine von unzähligen anderen ist. Und so als ob sich konzentrische Kreise um die persönliche Geschichte ausbreiten würden, so weitet sich auch Free Land als Film in die unterschiedlichsten Richtungen: historische Aufnahmen, verfremdete Fotografien, Doppelbelichtungen, dazu die Stimme der Erzählerin, die zugleich fragt und erklärt. Free Land ist ein Filmessay, der trotz seines großen Themas in jeder Sekunde - und zwar im besten Sinn des Wortes - klein bleibt. Denn die Geschichte der Vereinigten Staaten ist groß und leidvoll genug. Free Land baut auf meinem ersten Film Mother's Heritage auf, einem elfminütigen Videoporträt über das Leben meiner Mutter, erzählt in Form von Fotomontagen und Erinnerungen. Free Land führt diese biografische Untersuchung weiter und umfasst Tagebucheinträge, persönliche Nachforschungen und eine kulturanthropologische Spurensuche. Der Film beschwört dadurch neue Geister herauf, ist zugleich aber auch der Versuch, meine Familie und deren Geschichte aus einer anderen, größeren Perspek­tive heraus zu verstehen. (Minda Martin)

(Text: Viennale 2009)

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Minda Martin
Dave Hurley
Minda Martin
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