Frenzy

 GB 1972
Thriller 116 min.
7.50
Frenzy

Ein entlassener Barkeeper wird zu Unrecht verdächtigt, der berüchtigte "Krawattenmörder" zu sein.

Richard Blanley ehemaliger RAF-Pilot, ist am Tiefpunkt seines Lebens. In seinem Job als Barkeeper wurde er gekündigt und des Diebstahtls bezichtigt, mit seiner Ex-Frau Brenda gerät er in Streit, nur mit seinem einzigen Freund, dem Gemüsehändler Bob Rusk kann er noch reden. Richard ahnt noch nicht, daß Rusk der berüchtigte "Krawattenmörder" ist, der London unsicher macht.

Als Brenda erdrosselt aufgefunden wird, ist Inspector Oxford von Scotland Yard davon überzeugt, daß Richard der Mörder sei. Richard muß untertauchen und versuchen, die Identität des Mörders auf eigene Faust zu entdecken.

In seinem vorletzten Film kehrt Hitchcock nach London zurück und übernimmt Motive aus seinem ersten Suspense-Film "The Lodger": Eine Frauenleiche am Ufer der Themse und ein zu unrecht Verdächtigter, der um seine Unschuld zu beweisen, den wahren Mörder finden muß. Mit wenig bekannten Schauspielern gedreht wirkt "Frenzy", nicht zuletzt auch wegen der mehr explizit als üblich dargestellten Gewaltszenen realistischer als seine Vorgänger; dennoch geht es dabei nicht um "Realität", sondern um die Vermittlung von suspense durch den Einsatz höchst künstlicher und durchkonstruierter filmischer Mittel.

Details

Jon Finch, Alex McCowaen, Barry Foster, Barbara Leigh-Hunt, Anna Massay
Alfred Hitchcock
Ron Godwyn
Gil Taylor
Anthony Shaffer

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Der Krawattenmörder
    Obwohl man den Mörder Bob Rusk (Barry Foster) kennt und beim ersten Mord zuschauen kann, bleibt dieser Klassiker bis zum Ende spannend. Das liegt an der Erzählweise des Meisters. ‘Die Polizei (Alec McCowen als Chief Inspector Oxford) ist wie immer auf dem Holzweg‘ und die Regie setzt uns auf die falsche Fährte von Dick Blayney (Jon Finch). Drei Männer drehen sich um zwei ermordete Frauen. Ein Höhepunkt ist der Mord an Brenda (Barbara Leigh-Hunt). Hier wird deutlich, dass ‘Onkel Bob‘ ein impotenter Psychopath ist, der bei Mutti lebt. Es geht ihm nicht um Penetration, sondern um den Genuss der Macht und den Todeskampf des Opfers. Eine für Hitch auch optisch untypisch freizügige Einstellung. Der zweite Höhepunkt ist die Fahrt auf dem Laster zwischen Kartoffelsäcken. Großartiger Schnitt mit einem armseligen Mörder.
    Das ist der humorvollste der Hitchcock-Filme. Gleich zu Anfang ist wegweisend ‘Hier ist Covent Garden, kein Lustgarten.‘ Und wenn Frau Oxford die feine französische Küche pflegt (Fischköpfe oder Schweinefüße), bleibt kein Auge trocken. (‘Damen verzichten heute eher auf ihre Unschuld, als auf ihre Klamotten‘.) Dabei hilft sie ihm noch bei der Lösung des Falles. Gradlinige Logik gegen schlichte Intuition. Der Mörder knackt die Finger der Toten, Mrs. Oxford ein Salzstängli. Er vertritt hingegen eher die Meinung ‘Es geht nichts über ein gutes englisches Frühstück – und das dreimal am Tag.‘
    Das spannende Finale hat dann noch eine Überraschung parat ehe Oxford den Mörder darauf hinweist ‘Sie haben ihre Krawatte nicht an‘. Ein Klassiker also in mehrfacher Hinsicht.