Fuego

1968

DramaErotik

Min.90

Wider besseres Wissen heiratet der reiche Industrielle Carlos die als mannstoll berüchtigte Schönheit Laura. Trotz guter Vorsätze gelingt es ihr nicht, ihrem Ehemann treu zu bleiben, und so droht bereits nach kurzer Zeit der Zusammenbruch der Ehe. Da aber ihre Liebe zueinander aufrichtig und gegenseitig ist, suchen sie gemeinsam einen Gynäkologen auf, der auf Grund der «typischen Symptome» eine Sexualneurose diagnostiziert. Die dunkle, üppige Laura, sie steigt aus den Wogen wie eine schaumgeborene Venus. Ihre ältliche Dienerin Andrea, die am Strand gewartet hat, küsst ihr die Wasserperlen von der glänzenden Haut, als ob sie dabei das Leben aufsaugen würde. Von fern beobachtet der Reiter Carlos das Spiel der Frauen. Die göttliche Laura blickt er an, als sei sie ein Naturwunder. Die ersten Funken sprühen. Elementar und naiv hebt Armando Bos erotisches Melodram aus Argentinien an, das so schön ist und so verrückt wie ein kitschiges Heiligenbild, ein sentimentaler Schlager oder ein schmerzlicher Tango. Bürgerliche Geschmacksvorstellungen muss man vergessen und auch den Selbstschutz ablegen, Gefühlsdarstellungen nur ironisch zu betrachten. Man muss sich einlassen auf dieses Sex-Melo, man muss sich berühren lassen. Dann offenbart sich die Pracht dieses Films. Aus den Funken zwischen Laura und Carlos wird ein Feuerwerk. Obwohl sie ihre beste Jahre eigentlich schon hinter sich haben, lassen sich die Rubens-Frau Laura und der Hagestolz mit Groucho-Charme auf eine bedingungslose Romeo-und-Julia-Liebe ein. Als sie sich eines Nachts küssen, wird die Leidenschaft im schwungvollen Schlager «Fuego» eingefangen. Doch das Lied vom Feuer und die zaghaften Blicke der Gäste bei der bald stattfindenden Hochzeit weisen bereits darauf hin, dass Laura nicht nur für einen Mann geschaffen ist. (Hans Schifferle)

  • Regie:Armando Bo

  • Kamera:Ricardo Younis

  • Autor:Armando Bo

  • Musik:Armando Bo, Humberto Ubriaco

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