Geschichte einer Plünderung

 Argentinien/CH/F 2003

Memoria del saqueo

Dokumentation 118 min.
film.at poster

Das einstige reiche Land Argentinien erlebte im Jahr 2001 eine wirtschaftlichen Kollaps. Altmeister Solanas geht den Gründen nach.

Wie kann es sein, fragt der legendäre argentinische Dokumentarfilmer Solanas, dass eines der reichsten Länder der Erde zum Armenhaus verkommt und von der Weltbank und einer korrupten politischen Klasse regiert wird? Präzise entwirft er das Panorama eines ausverkauften und geplünderten Landes zwischen neoliberaler Politik, Globalisierung und öffentlicher Verschwendung. So rebellisch und unversöhnlich wie vor 50 Jahren nennt er die Dinge beim Namen und verteidigt sein Volk gegen die Verursacher und Nutznießer der Krise. Alles in seinen Filmen ist groß, alles erreicht eine mythische Dimension. Solanas ist der Cineast der großen Geste, der seine Themen stets in einen komplexen Zusammenhang stellt und keine Angst vor Abstraktionen hat die nationale Identität, die Geschichte als Treffpunkt , wobei seine Arbeitsweise immer wieder durch einen vorurteilsfreien Blick bestimmt ist. Solanas ist einer der wenigen argentinischen Regisseure, die die Praxis des Kinos konstant mit einer Theorie begleitet haben, wovon nicht nur seine Bücher zeugen, sondern auch die unzähligen Interviews und Reportagen, in denen er zeigt, dass sein Werk immer auf sorgfältiger kritischer Analyse beruht, und in denen er jeden seiner Filme mit dem gleichen Eifer verteidigt, wie er öffentlich die Korruption der herrschenden Klasse anklagt. (Luciano Monteagudo) Die Tragödie, die wir mit dem Scheitern der neoliberalen Politik erleben, hat mich dazu bewogen, wieder an den Ursprung meiner filmischen Tätigkeit zurückzukehren. Vor knapp vierzig Jahren setzte ich meine Suche nach politischer und filmischer Identität und das Bedürfnis, gegen die Diktatur anzukämpfen, im Film La hora de los hornos um. Die Situation hat sich in der Zwischenzeit verändert zum Schlechten. Mein Film soll als lebendiges Bild einen Beitrag zur immer dringlicher auf Ergebnisse zusteuernden Diskussion leisten, die in meinem Land, in Lateinamerika und in der ganzen Welt über die menschenunwürdige Globalisierung geführt wird. (Fernando E. Solanas)

(Text: Viennale 2004)

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Fernando E. Solanas
Gerardo Gandini
Alejandro Fernández Mouján, Fernando E. Solanas
Fernando E. Solanas

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