Good Food, Bad Food

 F 2010

Solutions locales pour un désordre global

Dokumentation 08.04.2011 113 min.
7.50
Good Food, Bad Food

Einen Film der dort anknüpft, wo Erwin Wagenhofers "We feed the world" aufgehört hat.

Regisseurin Coline Serreau kehrt zu ihren dokumentarischen Wurzeln zurück und zeigt in ihrem entlarvenden und informativen Film lokale Alternativen zum globalen Raubbau an unseren Ressourcen auf. Dabei setzt sie auf die Kraft akribisch recherchierter Fakten und verzichtet weitgehend auf Horror-Bilder - wenngleich Aufnahmen von industriell zu Tode gepflügter Erde im Gegensatz zu lockerer, von Mikroben bevölkerter Erde den Wahnsinn moderner Massenproduktion hautnah vermitteln. Serreau zeigt aber nicht mit den Fingern auf die Schuldigen. Von Frankreich nach Indien über Brasilien, die Ukraine, Schweiz und Marokko führt die Reise. In den Interviews mit engagierten Bauern, Wirtschaftsphilosophen, Pionieren der ökologischen Landwirtschaft, Ernährungswissenschaftlern, Agraringenieuren, Umweltwissenschaftlern, Kolchosenleitern oder Repräsentanten der Landlosenbewegung MST zeigt sie Alternativen auf. Die Wiederherstellung der Saatenvielfalt und Verbesserung der Bodenqualität ist eine Überlebensfrage für die Menschheit, wie auch der individuelle oder kollektive Widerstand gegen weltweit agierende Konzerne.

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Coline Serreau
Madeleine Besson, Garden Trio
Coline Serreau
Coline Serreau
Cinestar

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User Kritiken

  • Wollen Sie Fakten oder Serreau
    Die Landwirtschaft ist der Hort der Ahnungslosigkeit. Diese Botschaft bemüht sich Coline Serreau in 2 langatmigen Stunden, an den Mann / die Frau zu bringen. Hier die ahnungslosen Bösen, welche nicht wissen, wie sehr sie die Umwelt und die Qualität der Lebensmittel zerstören, dort die ahnungslosen Guten, welche nicht wissen, warum sie mehr Gutes und Richtiges als Falsches bei der Lebensmittelproduktion machen. Einen die Realität eher treffenden Mittelweg kennt die Schwarz-Weiß-Malerei des Films nicht. Weshalb sich um Fakten bemühen, wenn es doch so gute Vorurteile gibt? Anstatt echter Recherche und Hinterfragungen wird den Protagonisten jede Zeit der Welt zu langatmigen Ausführungen ihrer (manchmal recht abstrusen) Weltsicht gegeben. Der Zuseher / die Zuseherin bekommt nur sehr spärlich die Möglichkeit, sich durch Darstellungen von Landschaft oder Betriebsführung vom Lamento der Interviewten abzulenken. Es wird schwierig werden, diese Ansammlung von Falschaussagen, Halbwahrheiten und Verzerrungen über die verschiedenen landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsformen zu übertreffen.
    Die Sache wird nicht besser, indem die Regisseurin die biologische Wirtschaftsweise in verschiedenen Ländern und Klimagebieten darstellt und mit sonstigen krassen Missständen, die wenig oder nichts mit der Lebensmittelproduktion zu tun haben (Abtreibungen, Naturkatastrophen, patriarchale Auswüchse etc.) vermischt.
    Was vom Film bleibt, ist die Befürchtung, der biologischen Landwirtschaft mit diesem Film einen Bärendienst erwiesen zu haben. Richtige Ansätze untauglich darzustellen, ist ein Schuss, der nach hinten losgeht. Bei der Suche nach dem Hort der Ahnungslosigkeit wird man möglicherweise bei Coline Serreau schneller fündig als in der echten Landwirtschaft.